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Zeitgeschichtliche Einordnung des Barocks

Der Barock war eine literarische Epoche von ca. 1600 – 1720. Genau in diese Zeitspanne fällt der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648), der verheerende Folgen für das damalige Heilige Römische Reich Deutscher Nation hatte. Grund für die Spannungen war u. a. der Machtkampf zwischen Katholiken und Protestanten. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen wurden ganze Landstriche entvölkert; es gab schwere Hungersnöte und Seuchen, wie die Pest, brachen aus. Sicher kannst du dir vorstellen, dass die Menschen zu dieser Zeit ein schweres Schicksal hatten! Trotzdem blieben die Menschen gottesfürchtig und die Kirche eine machtvolle Institution.

Nach Ende des Krieges kam es zum Territorialabsolutismus, d.h. das Reich wurde in kleine Teile gesplittet. Die regierenden Fürsten versuchten, den absolutistischen Sonnenkönig Ludwig XIV. nachzuahmen. Es war also eine Zeit des politischen Umbruchs, der Instabilität und Unruhe. All diese Begebenheiten fanden ihren Niederschlag in der barocken Literatur.

Schloss von Versaille

Wie bereits in der vorangegangenen Epoche der Renaissance bildete die Antike auch ein Vorbild für viele barocke Dichter. Erst mit dem 18. Jahrhundert wurde mit der Aufklärung ein neues Zeitalter eingeläutet. Während man im Barock noch stark autoritätshörig war und keine Zweifel an der christlichen Glaubenslehre hatte, versuchten die Dichter und Philosophen der Aufklärung, die Menschen zum eigenständigen Denken und Handeln zu bewegen.

Die Motive des Barocks

Die Epoche des Barocks zeichnet sich vor allem durch die Antithetik, also ein von Gegensätzen und Widersprüchen geprägtes Bewusstsein aus. Es lassen sich drei zentrale Motive des Barocks zusammenfassen:

  • Zum einen herrschte der Leitgedanke carpe diem (lat. Nutze den Tag). Die Menschen sollten daran erinnert werden, dass jeder Tag ein Geschenk ist und man sich stets an seinem Leben erfreuen sollte.

  • Memento mori (lat. Bedenke, dass du stirbst) ist ein anderes Motiv. Aufgrund der schwierigen Lebensumstände entwickelten die Menschen ein verstärktes Todesbewusstsein.

  • Das Vanitas-Motiv diente dazu, die Vergänglichkeit und Nichtigkeit des Lebens zu vergegenwärtigen und führte häufig zur Hinwendung zu Gott.

Die barocke Dichtung

Die barocke Dichtung unterlag strikten Regeln. In seinem Werk „Buch von der deutschen Poeterey“ (1624) hatte Martin Opitz die Dichter dazu aufgefordert, ihre Texte mit einem alternierenden Versprinzip (Jambus oder Trochäus) zu versehen, keine lateinischen Fremdwörter oder Umgangssprache zu verwenden und die Vorgabe bestimmter Themen einzuhalten. Wie du sicher weißt, war es bis dahin gängig gewesen, auf Latein zu schreiben. Die barocken Dichter schrieben aber vermehrt in ihrer deutschen Muttersprache, was diese deutlich aufwertete.

Die Hauptgattung des Barocks war die Lyrik. Der wohl bekannteste Dichter des Barocks war Andreas Gryphius, der u.a. das Sonett „Tränen des Vaterlandes“ verfasste.

Portrait von Andreas Gryphius

Die vorherrschenden Formen der Lyrik waren:

  • Elegie (Klagelied),

  • Epigramm (kurzes Sinn- oder Spottgedicht)

  • Ode (feierliches Gedicht)

  • Doch vor allem das Sonett erfreute sich großer Beliebtheit. Ein solches Gedicht besteht aus 14 Versen, (zwei sogenannte Quartette und zwei Terzette) und dem typischen Versmaß eines sogenannten Alexandriners (ein 6-hebiger Jambus).

In der Zeit des Barock gab es aber auch Romane. Der Bedeutendste mit Namen „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ stammt von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.