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Einleitung in das Thema „Stilmittel“

Gedichtanalysen findest du schwierig? Liegt das vielleicht an den zahlreichen Stilmitteln? Sei unbesorgt, so kompliziert wie du denkst, ist es es gar nicht! In literarischen Texten sind äußere Form, sprachliche Gestaltung und inhaltliche Aussage eng miteinander verknüpft. Wenn du einen Text analysieren möchtest, solltest du daher nicht nur den Inhalt, sondern auch die Sprache beachten. Vor allem in der Lyrik, also in Gedichten, findest du eine Vielzahl an Stilmitteln, welche die beabsichtigte Wirkung steuern und verstärken sollen.

Diese bewusst eingesetzten sprachlichen Mittel dienen zum Beispiel dazu, den Inhalt des Textes hervorzuheben, einen abstrakten Gedanken oder eine Position anschaulicher zu machen, Spannung zu erzeugen oder den Adressaten einzubeziehen.

Bereits in der griechischen Antike schulte man sich in der Redekunst, der Rhetorik. Da die sprachlichen Stilmittel ihren Ursprung in dieser Zeit haben, werden sie auch als rhetorische Mittel oder Figuren bezeichnet und tragen oftmals griechische oder lateinische Namen. Sie lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Wort- und Klangfiguren, bildliche Figuren, Satz- und Gedankenfiguren.

Stilmittel

Wort- und Klangfiguren

Klangfiguren erzeugen eine lautliche Wirkung und können im Gedicht in Verbindung mit Rhythmus und Reim eine Sprachmelodie bilden. Wortfiguren heben einzelne Wörter oder Wortgruppen hervor. Beide Mittel beleben einen Text durch die Vermittlung von Gefühlen und Affekten. Stilmittel-Beispiele:

  • Alliteration: Wiederholung des Anlauts in benachbarten Wörtern. Beispiel: Das Wasser wogte und wallte.

  • Assonanz: Gleichklang der Vokale in benachbarten Wörtern. Beispiel: Der Wind singt in den Wipfeln.

  • Anapher: Wiederholung von Wörtern am Satz- oder Versanfang. Beispiel: ...mit all seinen Ängsten, mit all seinen Hoffnungen.

  • Neologismus: Neubildung eines Begriffs. Beispiel: unkaputtbar.

Bildliche Figuren

Die bildlichen Figuren (Tropen) sind Wendungen, die im übertragenen Sinn zu verstehen sind. Sie spielen also mit der Bedeutung von Wörtern und Wortgruppen. Stilmittel-Beispiele:

  • Euphemismus: beschönigende Umschreibung. Beispiel: entschlafen statt sterben.

  • Litotes: Verneinung des Gegenteils. Beispiel: Das ist nicht unklug.

  • Symbol: konkretes Sinnbild. Beispiel: Das Herz als Symbol für Liebe.

  • Vergleich: Verknüpfung zweier Begriffe, meist durch „wie“ verbunden. Beispiel: schnell wie der Wind.

  • Metapher: Übertragung einer Bedeutung auf einen fremden Zusammenhang. Beispiel: im Strudel der Ereignisse.

Stilmittel

Satz- und Gedankenfiguren

Durch den Einsatz von Satzfiguren wird der gebräuchliche Satzbau in der Regel durch Wiederholungen, Tilgungen oder Umstellungen aufgebrochen. Gedankenfiguren beeinflussen die Präsentation eines Gedankengangs. Stilmittel-Beispiele:

  • Inversion: Veränderung der üblichen Satzstellung. Beispiel: Gerötet war sein Gesicht, als er sich umdrehte.

  • Parallelismus: Wiederholung von gleich gebauten Satzteilen oder Sätzen. Beispiel: Sie heulten, sie schrien, sie tobten.

  • Klimax: Steigerung vom schwachen zum starken Ausdruck. Beispiel: Es verging eine Woche, ein Monat, ein Jahr.

  • Rhetorische Frage: Scheinfrage, die keine Antwort erwartet, sondern bereits die Zustimmung voraussetzt. Beispiel: Ich frage Sie: Ist das zu viel verlangt?

Und, was glaubst du? Kannst du dir diese Stilmittel nun besser einprägen? Lerne unbedingt immer die passende Beispiele mit, so kannst du die Fachbegriffe besser anwenden. Probiere es aus: Suche dir ein Gedicht und lege los!

Videos und Übungen in Formale Merkmale: Stilmittel

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