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Textgebundene Erörterung 07:11 min

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Transkript Textgebundene Erörterung

Vieles im Leben lässt sich nicht vorhersehen. Manche Dinge dagegen sind sehr, sehr wahrscheinlich. Zum Beispiel, dass dir im Deutschunterricht eine solche Aufgabe begegnet:

  1. Analysieren Sie, wie der Autor seine Position argumentativ entwickelt. Berücksichtigen Sie dabei auch ausgewählte sprachliche Mittel.
  2. Erörtern Sie ausgehend von Ihren Analyseergebnissen, ob die deutsche Sprache Rettung nötig hat.

Dazu würde dir der Text „Das Deutsch, das Affen sprechen“ von Thomas Steinfeld vorliegen. Und schon wärst du mittendrin in einer textgebundenen Erörterung. Was genau wird dabei von dir erwartet?

Ziel der textgebundenen Erörterung

Die Antwort auf diese Fragen kannst du an der Beispielaufgabe sehen. Dein Aufsatz soll zeigen, dass du: erstens den Text inhaltlich sowie formal analysieren und erfassen kannst, und zweitens, dass du zu einer Problemfrage eine begründete Stellungnahme entwickeln kannst.

Teil 2 kennst du vielleicht schon aus einer anderen Erörterungsform: der Problemerörterung. Bei dieser würde allerdings kein Text vorliegen, auf den du dich beziehen musst.

Der Text macht die Aufgabe dadurch komplexer, dass du zusätzlich zum Erörtern auch noch analysieren musst. Dir werden durch den vorliegenden Text aber schon Thesen und Argumente geliefert, die deine Erörterung erleichtern.

Themen der textgebundenen Erörterung

Die Themen der Texte, auf die sich die Aufgabenstellungen beziehen, können aus verschiedenen Bereichen stammen. Typisch sind literarisches Leben, Reflexion über Sprache, wie in unserem Beispiel, oder Philosophie und Ethik. Meist sind die Texte nicht länger als zwei Seiten. Die Textsorten sind häufig Sachtexte wie politische Reden oder Essays.

Schritt 1: Aufgabenstellung lesen

Um den Überblick zu behalten, kannst du dich an folgende Vorgehensweise halten. In einem ersten Schritt ist es wichtig, die Aufgabenstellung genau zu erfassen. Was ist zu tun? In unserem Beispiel sieht es so aus:

Du sollst analysieren. Was? Wie der Autor, hier Thomas Steinfeld, seine Position argumentativ entwickelt. Du musst also die Argumente ansehen und durch diese herausfinden, welche Position der Autor vertritt. Dabei sollst du auch auf sprachliche Mittel eingehen.

Die Ergebnisse deiner Analyse sollst du in deine Erörterung einfließen lassen. Für diese ist ein Thema vorgegeben – die Notwendigkeit der Rettung der deutschen Sprache. Das genaue Lesen und Auseinandernehmen der Aufgabenstellung hilft dir, in den nächsten Schritten die richtigen Schwerpunkte zu setzen.

Schritt 2: Textanalyse

In Schritt 2 widmest du dich dem Text selbst. Es kommt hier ebenfalls auf genaues Lesen an. Da dir die Aufgabenstellung eine Richtung vorgibt, kannst du gleich beim ersten Lesen sprachliche Mittel und Argumente markieren, die dir auffallen. Außerdem solltest du dir Notizen zu diesen Fragen machen:

  • In welche Abschnitte ist der Text gegliedert?
  • Welche zentralen Begriffe und Themenfelder gibt es?
  • Welche Thesen, in unserem Beispiel zur Rettung der deutschen Sprache, nennt der Autor. Welche Argumente und Beispiele führt er an?
  • Welche sprachlichen Mittel erkennst du?
  • Gibt es ein erkennbares Ziel – will der Autor zum Beispiel überzeugen, aufklären, informieren, anklagen oder belustigen?

Schritt 3: eigene Stoffsammlung

Nachdem du dich intensiv mit dem Text auseinander gesetzt hast, ist es nun in Schritt 3 Zeit für deine eigene Stoffsammlung. Sieh dir den zweiten Teil der Aufgabe noch einmal an.

Hat die deutsche Sprache Rettung nötig? Was denkst du? Die Argumente des Textes kennst du nun schon, aber was sind deine eigenen? Du kannst in einem Brainstorming zunächst alles aufschreiben, was dir einfällt. Eine andere Möglichkeit wäre, mit eigenen Gedanken auf die einzelnen Argumente des Originaltextes einzugehen.

Schritt 4: Gliederung für den Hauptteil der Erörterung

Nach so viel Vorarbeit bist du nun bereit, in Schritt 4 die Gliederung für den Hauptteil deines Textes zu erstellen. Sie hilft dir, alle Ideen und Einzelteile zu ordnen. Die Gliederung sollte sich immer an die Aufgabenstellung anlehnen. Das bedeutet, dass zuerst die Analyse des Textes erfolgt und danach die Erörterung.

Für die Gliederung hast du eine weitere Entscheidung zu treffen: Willst du eine dialektische, also eine Pro- und Kontraerörterung, oder eine lineare Erörterung schreiben? In beiden Fällen brauchst du Thesen, die durch Argumente und Beispiele belegt werden. Deren Reihenfolge solltest du dir gut überlegen.

Schritt 5: Niederschrift der Erörterung

Je gründlicher und übersichtlicher du in den Schritten 1-4 gearbeitet hast, umso leichter wird dir Schritt 5 fallen: die Niederschrift deines Textes. Beachte dabei, dass dein Text nicht nur aus dem Hauptteil besteht. Er braucht auch eine Einleitung und einen Schluss.

Die Einleitung beinhaltet Angaben zu Titel, Verfasser, Erscheinungsort und –datum sowie eine Einführung in die Thematik und einen Bezug zur Aufgabenstellung.

Der Schluss bildet die Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken mit eigener Stellungnahme.

Als letztes liest du dir deinen eigenen Text noch einmal durch und korrigierst vorhandene Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Eventuell fallen dir hierbei auch unlogische Schlüsse auf, die du gezogen hast. Damit du deinen Text noch berichtigen kannst, solltest du dir für das Korrekturlesen ausreichend Zeit nehmen.

Die Theorie wäre geschafft. Jetzt brauchst du nur noch ein wenig Übung und dann kann dich in der nächsten Klassenarbeit nichts mehr überraschen.

17 Kommentare
  1. Default

    ihr seid super super super klasse

    Von Itslearning Nutzer 2535 7983, vor 11 Tagen
  2. 3

    Hallo Doris Mesko,
    das Thema textgebundene Erörterung ist etwa in den Klassenstufen 8, 9 und 10 einzuordnen, kann aber von Bundesland zu Bundesland variieren.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 14 Tagen
  3. Default

    frage … wie vielte klasse ist der Stoff

    Von Doris Mesko, vor 14 Tagen
  4. Default

    hat bischen geholfen

    Von Masudkhan205, vor etwa 2 Monaten
  5. Default

    Danke, das Video hat mir sehr geholfen! :-)

    Von Klara00, vor etwa einem Jahr
  1. Default

    könnte leichter Erklärt werden ansonsten super

    Von Rob 2, vor etwa einem Jahr
  2. Default

    Hallo ich bin Jan Grossrich

    Von Jan G., vor etwa 2 Jahren
  3. Default

    Wie wäre es eigentlich mal bei irgendwelchen Aufsätzen evtl. eine Musterlösung auf sofatutor reinzustellen? ich glaube dass könnte vielen helfen

    Von Amelie Sohler, vor etwa 2 Jahren
  4. Vreni

    Hallo,
    die eingangs genannten Aufgaben 1 und 2 verdeutlichen die beiden Schritte, in der eine textgebundene Erörterung i.d.R. erfolgt.
    Schritt 1 sieht die Textanalyse vor. Das heißt, du untersuchst den Argumentationsansatz sowie die Argumentationsstruktur des Textes. Was ist die zentrale Problemstellung? Welche Thesen und Argumente werden genannt, welche sprachlich-rhetorischen Mittel genutzt?
    In Schritt 2 nimmst du kritisch Stellung, d.h. du setzt dich mit der vertretenen Position auseinander und entwickelst deinen eigenen Standpunkt zur zentralen Problemstellung. Diese musst du selbstverständlich begründen.
    Ich hoffe, das hilft dir weiter!
    Viele Grüße

    Von Vreni Striggow, vor mehr als 2 Jahren
  5. Default

    Jetzt bin ich genau so schlau wie vorher. Was soll ich im Hauptteil machen?? Bitte um schnelle Antwort.

    Von Bine123, vor mehr als 2 Jahren
  6. Default

    Hat mir sehr geholfen

    Von Mohamedkoubaa, vor mehr als 2 Jahren
  7. Cbr500r a

    Danke,das war sehr hilfreich.Perfekt erklärt. :)

    Von Tironic Tim, vor mehr als 2 Jahren
  8. Illidan stormrage

    leider nicht die quelle angegeben zum öffnen

    Von Lukas S., vor etwa 3 Jahren
  9. Ohne titel 1

    yay..schreibe in 9 Tagen ne Klassenarbeit

    Von Michael Z., vor mehr als 3 Jahren
  10. Default

    sehr gut

    Von Strarendt, vor mehr als 3 Jahren
  11. Rene redaktion

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns zu hören, dass dir das Video gefallen hat. Demnächst wird für das Video auch eine größere Übung online gehen. Schau doch die Tage nochmal vorbei.

    Beste Grüße
    Deine Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor etwa 4 Jahren
  12. Default

    hatte mir sehr geholfen:)

    Von Jannani1, vor etwa 4 Jahren
Mehr Kommentare

Textgebundene Erörterung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Textgebundene Erörterung kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, wodurch eine textgebundene Erörterung gekennzeichnet ist.

    Tipps

    Zumeist werden interessante Themen behandelt, zu denen es sehr gegensätzliche Positionen gibt oder aktuelle gesellschaftliche Debatten.

    Überlege dir, wie eine Argumentation aufgebaut ist. Welche Bestandteile gehören in eine gute Argumentation, damit sie auch überzeugend ist?

    Lösung

    In einer textgebundenen Erörterung entwickelst du anhand eines Textbeispiels eine begründete Stellungnahme zu einer vorgegebenen Problemfrage. Anders verhält es sich bei der freien Erörterung. Dort gibt es auch eine Problemfrage, aber du musst dir selbst Argumente und Beispiele suchen, die du in der Erörterung erläuterst.

    Bei der textgebundenen Erörterung wird zunächst ein vorgegebener Text inhaltlich und formal analysiert. Das heißt, es wird als erstes das Thema bestimmt. Meistens handelt es sich dabei um Texte über aktuelle politische Debatten oder allgemeine ethische Fragen, zu denen du dir eine begründete Meinung machen sollst. Dazu passend werden auch zumeist Essays oder politische Reden als Textgrundlage gewählt.

    Nachdem du das Thema des Textes bestimmt hast, kannst du die Argumentation der Autorin oder des Autors analysieren. Dazu bestimmst du die vorgestellten Thesen. Das sind zumeist wenige Behauptungen oder Feststellungen, die Argumente, mit denen die Thesen gestützt werden, und Beispiele, die der Illustration der Argumente und Thesen dienen.

    Für die Gliederung deiner Erörterung kannst du alle Argumente für eine Position hintereinander und der Stärke nach aufreihen, wenn du nur eine Position darlegen willst. Bei dieser Argumentstruktur handelt es sich um eine lineare Erörterung. Wenn du verschiedene Positionen/Thesen sowie Pro- und Kontra-Argumente vorstellst, dann nennt man das eine dialektische Erörterung.

  • Gib die Vorgehensweise beim Verfassen einer textgebundenen Erörterung an.

    Tipps

    Zu Beginn solltest du deine Arbeitsschritte genau planen. Dazu musst du wissen, was genau von dir verlangt wird.

    Bevor du mit dem Schreiben der Erörterung beginnst, solltest du alle Analyseergebnisse und deine eigenen Gedanken zum Thema zusammengetragen haben.

    Lösung
    1. Als erstes sollte die Aufgabenstellung noch einmal genau durchgelesen werden. Musst du den Text anhand einer bestimmten Problemfrage untersuchen oder sollst du dich an der Argumentation des Textes selbst orientieren? Musst du sprachliche Mittel untersuchen oder ist diese Aufgabe optional?
    2. Bei der textgebundenen Erörterung folgt als nächstes die Textanalyse. Hierbei bestimmst du neben textuellen Merkmalen, wie Titel, Thema, Argumentation (Thesen, Argumente und Beispiele) und sprachlichen Mitteln, auch kontextuelle Informationen zum Veröffentlichungsmedium und -zeit und zum Autorennamen.
    3. Im Anschluss erstellst du deine eigene Stoffsammlung zu der vorgestellten Debatte/Diskussion. Das heißt, du überlegst dir eigene Argumente zu den vorliegenden Thesen oder du versuchst, Argumente im Text zu widerlegen oder zu relativieren. Überlege dir auch Beispiele für deine eigenen Gründe, damit deine Argumentation glaubwürdig ist.
    4. Nachdem du den Text analysiert und eigene Argumente gefunden hast, musst du dir eine Gliederung für den Hauptteil deiner Erörterung überlegen. Es kann sinnvoll sein, sich an dem Vorgehen im Text zu orientieren. Manchmal sind Argumentationen in Texten aber auch sehr komplex und durcheinander. In diesem Fall solltest du nach dem Schema vorgehen: These 1 - Argument 1 - Beispiel 1 - Argument 2 etc.
    5. Nun kannst du deine Erörterung schreiben. Denke daran, dass allgemeine Informationen zum Text in die Einleitung gehören und dass du beim Schluss noch einmal alle Gedanken zusammenfasst. In den Schluss gehört auch deine eigene kritische Stellungnahme zur Argumentation des Textes.
    6. Am Ende solltest du deinen Text natürlich noch einmal korrigieren auf logische Konsistenz, grammatikalische Richtigkeit und Rechtschreibung.
  • Bestimme die Struktur einer textgebundenen Erörterung.

    Tipps

    Versetze dich in die Perspektive des Lesers deiner Erörterung. Was könnte dieser zuerst wissen wollen?

    Die Analyse von Wortwahl, rhetorischen Mitteln und sonstigen sprachlichen Besonderheiten ist optional, findet aber wenn im Hauptteil statt.

    Im Schluss hast du Platz für die kritische Stellungnahme und die Darstellung der eigenen Position.

    Lösung

    Eine textgebundene Erörterung beginnt wie fast jeder Sachtext mit einer Einleitung. Weil du dich auf einen vorgegebenen Text beziehen sollst, musst du hier zunächst ein paar Kontextinformationen zusammenführen: Wie ist der Titel des Textes? Wie lautet der Name der/des Autorin/Autors? Welches Thema hat der Text und um was für eine Textsorte handelt es sich? Wann und in welchem Medium wurde der Text veröffentlicht? Alle diese Informationen sind wichtig, damit ein/e potentieller Leser/in deines Textes weiß, worauf du dich bei deiner Erörterung beziehst und um den Text eventuell wiederzufinden.

    Daran anschließend stellst du im Hauptteil die Argumentation des Textes vor, indem du die vorgestellten Thesen anführst, die Argumente, mit denen die Thesen gestützt wurden, und die Beispiele, die zur Illustration der Argumente dargestellt wurden. Wenn in der Aufgabenstellung darauf hingewiesen wird, dass du auch sprachliche Mittel analysieren sollst, dann wäre ebenfalls im Hauptteil der richtige Zeitpunkt dafür. Wenn die Aufgabe dies nicht vorsieht, ist die sprachliche Analyse optional, also freiwillig. Nun kannst du auch eigene Argumente anführen, um den Thesen und Begründungen des Textes zuzustimmen, sie zu widerlegen oder sie zu relativieren. Beziehe dich dabei immer nur auf einzelne Thesen/Argumente/Beispiele, nicht die ganze Argumentation.

    Danach fasst du im Schlussteil die Argumentation des Textes und deine eigenen Argumente zusammen und beziehst sie auf die in der Aufgabenstellung genannte Problemfrage. Am Ende beziehst du dich auf die gesamte (!) Argumentation des Textes und nimmst kritisch Stellung dazu. Ist die Argumentation schlüssig und folgerichtig? Hat die/der Autorin/Autor Annahmen gemacht, die nicht zutreffen? Wie ist deine eigene Meinung zu der Frage?

  • Bestimme, um was für einen Typ von Aussage es sich handelt.

    Tipps

    Bei Beispielen handelt es sich zumeist um sehr konkrete Situationen und Einzelfälle.

    Argumente beziehen sich auf Thesen, die diesen zugrunde liegen.

    Schlussfolgerungen beginnen meist mit bestimmten Worten/Wortgruppen wie: deswegen, daraus folgt oder daher.

    Bedenke, dass auch Argumente Behauptungen sein können und damit den Thesen ähneln. Deswegen kann man nur zwei Aussagen relativ zueinander als These und deren Argument bezeichnen.

    Lösung
    1. In argumentativen Texten werden zumeist bestimmte Thesen dargelegt. Meistens gibt es nur eine zentrale These (Behauptung), die in enger Verbindung zum eigentlichen Thema steht. Sie bringt als Behauptung, Urteil oder Forderung den Standpunkt des Verfassers zum Ausdruck. Das Beispiel „Soziale Netzwerke untergraben den Schutz auf Privatsphäre.“ ist die zentrale Behauptung, auf die sich die anderen Sätze beziehen.
    2. Um diese These zu belegen, werden verschiedene Argumente gefunden, die die Richtigkeit bzw. den Anspruch der These stützen sollen. Das Beispiel „Die Informationen werden zu Werbezwecken an externe Unternehmen weitergegeben.“ ist ein Beleg für den Verstoß gegen den Datenschutz (These).
    3. Beispiele dienen der Illustration und Veranschaulichung der Argumente und beschreiben daher meist sehr konkrete Situationen. Die Argumente gewinnen dadurch an Authentizität und Überzeugungskraft. Die Aussage „Nachdem die Autorin ein paar Fotos ihrer Reise veröffentlicht hatte, bekam sie Werbeanzeigen zu Reiseführern.“ illustriert das Argument, welches besagt, dass Informationen weitergegeben werden.
    4. Eine Schlussfolgerung ergibt sich durch die Kombination von Argumenten und Annahmen. Sie kann selbst wieder ein Argument sein. Die Aussage „Deswegen ist davon auszugehen, dass soziale Netzwerke den Schutz auf Privatsphäre untergraben.“ ist eine Zusammenfassung der Argumentation und bezieht sich zurück auf die These. Es wird aus verschiedenen Argumenten geschlussfolgert, dass die These stimmen muss.
    5. Eine Annahme ist eine Behauptung, deren Gültigkeit man für möglich hält, die aber nicht bewiesen oder verifiziert ist. Annahmen werden oft nicht explizit in einem Text formuliert, weil sie für offensichtlich oder für common sense gehalten werden. Das Beispiel „Es wird davon ausgegangen, dass alle sozialen Netzwerke ähnlich mit ihren Nutzerdaten umgehen.“ ist eine Annahme, die der These zugrunde liegt. Denn sicherlich verfahren nicht alle sozialen Netzwerke gleich mit den Nutzerdaten.
  • Arbeite die Argumente aus dem Text heraus.

    Tipps

    Argumente beziehen sich auf Thesen, die diesen zugrunde liegen. Sie begründen eine These.

    Lösung

    Im ersten Absatz findest du die Formulierung der Problemfrage, die sich in zwei Thesen fassen lässt:

    1. Facebook ist ein Erfolg.
    2. Facebook ist ein Irrtum.
    Im zweiten Absatz werden verschiedene Argumente für die zweite These vorgetragen. Dabei handelt es sich um allgemein formulierte Gründe wie Datenschutz oder Sicherheit. Auch das nächste Argument der fehlenden Alternative spricht für die zweite These.

    Dass die Nutzer des sozialen Netzwerkes nicht „genug bekommen“ ist eine neue dritte These, die einen neuen Argumentationsstrang aufmacht. Zur Unterstützung dieser dritten These wird gleich im Anschluss ein Argument angebracht: „die Angst, etwas zu verpassen“.

    Zu Beginn des letzten Absatzes wird die erste These nochmals genannt. Daran schließt sich ein Argument für die These, aber aufgepasst: Zwar wird hier gesagt „zum Beispiel“, aber es handelt sich um ein Beispielargument. Das erkennst du daran, dass es noch sehr allgemein formuliert ist und keinen konkreten Sachverhalt beschreibt.

    Quelle: Klopp, Tina: Alle anderen sind auch da, In: Der Tagesspiegel (27.07.2010). URL: http://www.tagesspiegel.de/medien/social-network-alle-anderen-sind-auch-da/1890670.html [Abgerufen am: 17.02.2015].

  • Ermittle die Beispiele, mit denen die Autorin in dem Text ihre Argumente illustriert.

    Tipps

    Um die Argumente eines Textes zu veranschaulichen, werden oftmals Beispiele genannt. Dabei handelt es sich zumeist um sehr konkrete Situationen und Einzelfälle.

    In einer Erörterung legst du zunächst die These dar, darauf folgen die Argumente und für jedes Argument kannst du Beispiele nennen. In Zeitungsartikeln ist die Anordnung der einzelnen Elemente aus stilistischen Gründen zum Teil auch verändert.

    Lösung

    Im ersten Absatz findest du zwei Thesen des Textes:

    1. Facebook ist ein Erfolg.
    2. Facebook ist ein Irrtum.
    Im zweiten Absatz werden zunächst verschiedene Argumente für die zweite These vorgetragen, wie zum Beispiel der Datenschutz. Ein Beispiel für die Sicherheitsbedenken sind die immer neuen Nutzungsbedingungen, die die Kontrolle über eigene Daten schrittweise aushebeln.

    Für das folgende Argument der fehlenden Alternative wird zur Illustrierung ein Beispiel angeführt, welches den Sachverhalt besser veranschaulichen soll: „Wenn alle anderen da sind, geht man nicht so einfach auf die nächste Party, nur weil da der Schnaps besser schmeckt.“

    Zu Beginn des letzten Absatzes wird eine These des Textes nochmals genannt. Daran schließt sich ein Argument für diese These, aber aufgepasst: Zwar wird hier gesagt „zum Beispiel“, aber es handelt sich um ein Beispielargument. Das erkennst du daran, dass es noch sehr allgemein formuliert ist und keinen konkreten Sachverhalt beschreibt. Erst danach folgt ein Beispiel für das Argument zur Illustration.

    Quelle: Klopp, Tina: Alle anderen sind auch da, In: Der Tagesspiegel (27.07.2010). URL: http://www.tagesspiegel.de/medien/social-network-alle-anderen-sind-auch-da/1890670.html [Abgerufen am: 17.02.2015].