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AcI – Akkusativ mit Infinitiv

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Latein-Team
AcI – Akkusativ mit Infinitiv
lernst du im 1. Lernjahr - 2. Lernjahr

Grundlagen zum Thema AcI – Akkusativ mit Infinitiv

Hast du schon einmal vom AcI-Express gehört? Das ist ein Zug, der dich mitnimmt und dir hilft, die Konstruktion "Accusativus cum Infinitivo" besser zu verstehen. Auf der Fahrt lernst du, AcIs in lateinischen Texten zu erkennen, ihre Bestandteile zu bestimmen und AcIs von ähnlichen Konstruktionen zu unterscheiden. Außerdem lernst du verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten kennen. Auch längere AcIs dürften dir danach keine Probleme mehr bereiten. Viel Spaß und frohe Fahrt!

Transkript AcI – Akkusativ mit Infinitiv

Salve. Vorsicht, da kommt ein Zug. Heute unternehmen wir eine kleine Fahrt mit dem AcI-Express. Er fährt mit dir zu verschiedenen Übungen rund um das Thema AcI. Steig doch ein und komm mit auf die Reise. Doch bevor es losgeht, müssen wir unseren Zug erst mal durchchecken. Du siehst, der AcI besteht aus mindestens drei Waggons: einem Signalverb, einem Infinitiv und einem Akkusativ, der wie ein Subjekt übersetzt wird. Man nennt ihn deshalb auch Subjektsakkusativ. Ohne diese drei Bestandteile kann der Express nicht losfahren. Er nimmt aber gerne noch andere Waggons mit, zum Beispiel Objekte oder adverbiale Bestimmungen. Wichtig ist zu wissen, wer so einen AcI-Express überhaupt fährt. Der Lokführer ist das Signalverb. Er entscheidet, ob der AcI-Express losfährt oder nicht. So ein Lokführer muss ganz Vieles können. Er muss etwas sagen, lateinisch dicere. Manchmal muss er auch befehlen, lateinisch iubere. Er muss hören, audire. Er muss sehen, videre. Er muss fühlen oder sich freuen, sentire oder gaudere. Und er muss ganz viel wissen und glauben, scire und putare. Was heißt das jetzt für den AcI? Genau. Nur Verben des Sagens, der Wahrnehmung und der Empfindung können einen AcI auslösen. Man nennt sie auch Kopfverben, weil sie alle etwas mit dem Kopf zu tun haben. Jetzt weißt du Bescheid und die Fahrt kann losgehen. Unser AcI-Express hält am ersten Übungsbahnhof. Hier musst du entscheiden. Enthalten diese Sätze einen AcI, ja oder nein? Der erste Satz lautet: “Marcus Corneliam, filiam Quinti, advenire putat.” Was meinst du, ist das ein AcI oder nicht? Richtig, dieser Satz enthält einen AcI. Und woran erkennen wir das? Er hat alle Waggons, die er zum Losfahren braucht. Putat ist ein konjugiertes Verb. Putare heißt glauben und ist ein Verb des Sprechens oder Sagens. Es ist also ein Signalwort. Corneliam ist ein Akkusativ und advenire ein Infinitiv. Infinitive erkennst du an den Endungen -re und -isse. Unser AcI ist komplett und der Zug kann starten. Zweiter Satz: “Sed Marcus puellam videre non potest.” AcI oder nicht? Videre ist ein Infinitiv, puellam ein Akkusativ. Das sieht schon mal gut aus. Aber was ist mit dem Prädikat? Potest kommt von posse und heißt können. Das ist kein Verb des Sagens, Wahrnehmens oder Fühlens. Deshalb können wir sagen, dass es kein AcI ist. Der Express kann nicht losfahren. Schauen wir uns noch einen weiteren Satz an. “Marcus eam non venisse dolet.” AcI oder nicht? Dolet kommt von dolere und heißt betrübt sein. Ganz klar ein Verb des Fühlens. Eam ist ein Akkusativ. Jetzt fehlt uns nur noch der Infinitiv. Richtig, venisse ist einer, und zwar ein Infinitiv Perfekt. Der AcI-Express hat grünes Licht. Kommen wir zur zweiten Station unserer AcI-Rundfahrt. Hier wollen wir üben, die AcIs auch zu übersetzen. Schauen wir uns den ersten Beispielsatz noch mal an. Wie du bestimmt schon weißt, steht das Prädikat in lateinischen Sätzen ganz hinten. Du übersetzt es immer als Erstes. Danach suchst du das Subjekt, das im Nominativ stehen muss. Jetzt hast du das Grundgerüst des Satzes: “Marcus glaubt.” Da du schon weißt, dass ein AcI folgt, kannst du ohne Überlegen ein dass anfügen. Den Akkusativ des AcI machst du zum Subjekt deines dass-Satzes. Fehlt uns nur noch der Infinitiv advenire. Diesen machst du zum Prädikat deines dass-Satzes und übersetzt ihn wie eine konjugierte Form. Und schon hast du es geschafft: “Marcus glaubt, dass Cornelia, die Tochter des Quintus, ankommt.” Gehen wir beim anderen AcI-Satz genauso vor. Subjekt und Prädikat übersetzen und ein dass anhängen: “Marcus ist betrübt, dass.” Der Subjektsakkusativ ist kein Problem. Eam ist eine Form von is, ea, id und heißt diese. Aber was machen wir mit dem Infinitiv Perfekt venisse? Richtig, wir müssen ihn vorzeitig übersetzen. Er drückt aus, dass die Handlung des AcI schon früher passiert ist, also: “Marcus ist betrübt, dass diese nicht gekommen ist.” War doch gar nicht so schwer, oder? Unsere AcI-Rundfahrt hält noch an einer unbekannten letzten Station. Hier wird es ganz schön knifflig: “Omnes Corneliam puellam pulchram esse putant.” Unser AcI-Express hat jetzt ganz schön viele Waggons dabei. Putant ist unser Prädikat und omnes das Subjekt. Los geht’s: “Alle glauben, dass.” Corneliam ist ein Akkusativ. Doch was machen wir mit dem Rest? Richtig. Esse ist der Infinitiv. Weil es aber ein Hilfsverb ist, kann es nicht allein stehen. Zu ihm gehört noch puellam pulchram, das Prädikatsnomen. Also: “Alle glauben, dass Cornelia ein schönes Mädchen ist.” Aber immer dieses dass, dass, dass. Gibt es keine andere Möglichkeit, so einen AcI wiederzugeben? Doch. Probieren wir es einmal im letzten Satz und lassen das dass einfach weg: “Alle glauben, Cornelia ist ein schönes Mädchen.” Du kannst den Satz auch umstellen: “Cornelia ist ein schönes Mädchen, wie alle glauben.” Du siehst, Abwechslung ist möglich. Oha, unser AcI-Express ist schon am Ziel angekommen. Schön, dass du mitgefahren bist. Du kannst jetzt AcIs nicht nur erkennen, sondern auch elegant übersetzen. Was will man mehr? Vale, und bis zum nächsten Mal.

84 Kommentare

84 Kommentare
  1. Danke für die Hilfe. Ich verstehe jetzt alles.

    Von Miyuki , vor 24 Tagen
  2. Vielen Dank! Super erklärt! Habe es jetzt verstanden :) LG

    Von Maja, vor etwa 2 Monaten
  3. Toll!!

    Von Leonie, vor etwa 2 Monaten
  4. Käsebrot

    Von Camilo, vor 3 Monaten
  5. :) Danke

    Von Kevin K., vor 6 Monaten
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AcI – Akkusativ mit Infinitiv Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video AcI – Akkusativ mit Infinitiv kannst du es wiederholen und üben.
  • Ordne die lateinischen Wörtern den Bestandteilen des AcI zu.

    Tipps

    Das Signalverb ist eine konjugierte Verbform, die den AcI auslöst.

    Der Subjektsakkusativ ist das Subjekt des AcI. Von ihm geht die Handlung aus, die ihm AcI ausgedrückt wird.

    Der Akkusativ, der nicht Subjekt des AcI ist, ist ein Objekt.

    Die Übersetzung des gesuchten Satzes lautet: Er glaubt, dass die Götter Blitze schicken.

    Lösung

    Die Übersetzung des Satzes lautet: Er glaubt, dass die Götter Blitze schicken (oder: schleudern).

    Die Bestandteile des AcI sind:

    • das Signalverb
    • der Subjektsakkusativ
    • der Infinitiv
    Das Signalverb löst den AcI aus. Es ist ein Verb des Sagens, Denkens, Wahrnehmens oder Fühlens. Hier ist putat (er glaubt) ein Verb es Denkens.

    Vom Subjektsakkusativ geht die Handlung des AcI aus. Es wird im Deutschen zum Subjekt des dass-Satzes. Hier sind die Götter (deos) die handelnden Subjekte.

    Der Infinitiv wird im Deutschen zum Prädikat des dass-Satzes. Er drückt die Handlung aus, die im AcI stattfindet. Hier ist mittere (schicken) der Infinitiv.

    Der Akkusativ fulgures (Blitze) ist ein Objekt innerhalb des AcI. Solche Akkusativobjekte kann man leicht mit dem Subjektsakkusativ verwechseln. Überprüfe dann, was mehr Sinn ergibt: Er glaubt, dass die Blitze die Götter schicken. Nein, das macht keinen Sinn. Besser ist: Er glaubt, dass die Götter Blitze schicken.

  • Bestimme Signalverb, Subjektsakkusativ und Infinitiv im AcI.

    Tipps

    Das Signalverb ist ein Verb des Denkens, Wahrnehmens, Fühlens oder Sprechens. Man nennt es auch Kopfverb.

    Das Signalverb ist immer eine konjugierte Verbform, steht also nie im Infinitiv.

    Achtung: Nicht alle Akkusative im AcI sind Subjektsakkusative. Im AcI kann es auch Akkusativobjekte geben. Überlege, welcher Akkusativ im Deutschen das Subjekt des Nebensatzes ist.

    Lösung

    Suche zuerst nach dem Signalverb und dem Infinitiv. Das Signalverb ist immer eine konjugierte Form. Verben, die einen AcI auslösen, bedeuten „sagen“, „wahrnehmen“ oder „fühlen“.

    Suche danach nach den Subjektsakkusativen. Das sind die Akkusative, die im Deutschen zum Subjekt des Nebensatzes werden. Manchmal tauchen mehrere Akkusative in einem AcI auf. Überlege dir dann, welcher der Akkusative das Subjekt des AcIs ist. Es hilft dabei, wenn du dir die Übersetzung des AcIs klar machst.

  • Entscheide, welche Sätze einen AcI enthalten.

    Tipps

    Enthält der Satz ein Signalverb?

    Enthält der Satz einen Infinitiv?

    Enthält der Satz einen Subjektsakkusativ?

    Lösung

    Prüfe zunächst, ob alle drei Grundbestandteile des AcIs vorhanden sind: Signalverb, Infinitiv und Subjektsakkusativ. Nur wenn alle drei vorhanden sind, kann der Satz auch ein AcI sein.

    • Gibt es ein Signalverb, das ein Denken, ein Sprechen oder eine Wahrnehmung ausdrückt?
    • Ist dieses Signalverb konjugiert?
    Bei potuit (er konnte) und vult (er will) ist das nicht der Fall. Beides sind keine Signalverben. Damit kannst du schon ausschließen, dass es sich um einen AcI handelt - auch wenn vielleicht dennoch ein Akkusativ wie omnes Gallos und ein Infinitiv wie vincere auftaucht.

    Aufgepasst beim letzten Satz: Ein Signalverb ist zwar enthalten (audivit), aber der Infinitiv fehlt. Der Akkusativ magnum clamorem ist lediglich das Objekt zu audivit.

  • Entscheide, welche Übersetzungen für den AcI möglich sind.

    Tipps

    Lies dir den lateinischen Satz genau durch und probiere zunächst, ihn selbst zu übersetzen. Dabei übersetzt du am besten zunächst das Subjekt und Prädikat. Das Subjekt steht immer im Nominativ, das Prädikat ist eine konjugierte Verbform.

    Hänge dann ein dass an und mache den Akkusativ zum Subjekt des dass-Satzes. Der Infinitiv wird zum Prädikat des dass-Satzes.

    Vergleiche dann deine Übersetzung mit den Vorschlägen. Achtung: Man muss nicht immer mit einem dass-Satz übersetzen! Es gibt auch andere Möglichkeiten. Achte aber darauf, nichts zu vertauschen.

    Lösung

    Ganz einfach übersetzt lautet der lateinische Satz: Der Herr glaubt, dass der Sklave das Essen herbeibringt. Damit ist diese Übersetzung schon einmal richtig.

    Wenn man das dass weglässt, erhält man eine weitere mögliche Übersetzung: Der Herr glaubt, der Sklave bringe das Essen herbei.

    Alle anderen Varianten sind falsch:

    Der Herr glaubt dem Sklaven, dass er Essen herbeibringt. → Hier wurde der Subjektsakkusativ servum falsch übersetzt. Du musst ihn zum Subjekt des AcIs machen, egal ob du mit einem dass-Satz übersetzt oder nicht.

    Auch in einer weiteren Lösung wurde das falsch gemacht: Der Herr bringt das Essen herbei, wie der Sklave glaubt. → Der Sklave (servum) soll nicht das übergeordnete Subjekt werden. Nicht er glaubt etwas, sondern der Herr (dominus).

    Und auch diese Übersetzung ist falsch, da servum als übergeordnetes Subjekt übersetzt wurde: Der Sklave glaubt, dass er das Essen dem Herrn bringt.

    Vorsicht ist geboten! Überprüfe immer genau, ob du die Bestandteile (Subjekt und) Prädikat, Subjektsakkusativ und Infinitiv richtig übersetzt hast!

  • Entscheide, ob ein Signalverb vorliegt oder nicht.

    Tipps

    Nur Verben des Sagens, des Wahrnehmens und des Empfindens können einen AcI auslösen.

    Welche Verben haben hier die Bedeutung von „sagen“? Diese lösen auf jeden Fall einen AcI aus.

    Auch Verben der Sinneswahrnehmung können einen AcI auslösen. Kennst du die fünf Sinne?

    Lösung

    Die Signalverben, die dir anzeigen, dass ein AcI folgen könnte, sind die Verben des Sagens, Wahrnehmens und Empfindens. Manche nennen diese Verben auch Kopfverben. Dazu gehören unter anderem:

    • denken (cogitare)
    • fühlen (sentire)
    • sagen (dicere)
    • wissen (scire)
    • glauben (putare, credere)
    • hören (audire)
    • sehen (videre)

    pugnare (kämpfen), ludere (spielen), sedere (sitzen) und regere (beherrschen) können keinen AcI auslösen, weil sie keine Synonyme für „sagen“, „wahrnehmen“ oder „fühlen“ sind.

  • Forme die Wörter so um, dass die beiden Sätze zu einem AcI werden.

    Tipps

    Das Prädikat des zweiten Satzes wird im AcI zum Infinitiv.

    Das Subjekt des zweiten Satzes wird zum Subjektsakkusativ des AcI.

    Substantive, die schon vorher im Akkusativ standen, bleiben auch im AcI im Akkusativ.

    Achte auch auf den Numerus des Subjekts!

    Lösung

    Erinnere dich noch einmal an die Bestandteile, die jeder AcI haben muss: Signalverb, Subjektsakkusativ, Infinitiv. Alles klar? Nun kannst du die Sätze ganz einfach selbst zu AcIs machen. Der erste Satz wird zum übergeordneten Satz. Er enthält schon das Signalverb: nuntiat, narrat, gaudet, putat.

    Den zweiten Satz machst du zum AcI, indem du

    • das Subjekt im Nominativ zu einem Akkusativ machst,
    • das Prädikat zu einem Infinitiv umwandelst.
    Achte dabei auf das Zeitverhältnis: properavit ist Perfekt und damit vorzeitig zu putat. Du musst es deshalb mit dem Infinitiv Perfekt wiedergeben: properavisse.

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