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Romantik

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Romantik – zeitgeschichtliche Einordnung

Die Romantik ist in der Musikgeschichte die Bezeichnung für die Epoche von Anfang des 19. Jahrhunderts (um ca. 1830) bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie folgt auf die Klassik und wird von der Musik der Moderne abgelöst. Stark vereinfacht gesprochen könnte man sagen, dass sich die Künste der Romantik von der reinen Vernunft lösten und sich den Gefühlen der Menschen und der Wahrnehmung und Verbundenheit mit der Natur zuwandten. Sehnsucht, Übernatürliches, Mythen, Volksmärchen und Volkslieder waren also die zentralen Motive.

Gesellschaftlich und politisch gab es dieser Zeit wichtige Entwicklungen und Umwälzungen. Die alte Welt der Adligen war ins Wanken geraten, Europa hatte sich von der Vorherrschaft Frankreichs gelöst und ordnete sich neu. In Deutschland war der Deutsche Staatenbund entstanden. Es gab noch keine einheitliche Nation, sondern viel mehr einen lockeren Zusammenschluss einzelner Städte und Fürstentümer. Die Mächtigen versuchten, diese Verhältnisse zu sichern und gegen nationale und liberale Ideen zu verteidigen. Es gab Verfolgung und Zensur. In dieser Zeit politischer Unfreiheit zogen sich die Romantiker in eine sehnsuchtsvolle, fantastische Welt zurück. Zu weiteren großen Umbrüchen führte die Industrialisierung. Neben einer zunehmenden Verstädterung war es auch die Zeit revolutionärer Erfindungen, die für uns heute selbstverständlich sind: So wurde damals der Elektromotor entwickelt (1834), die erste Eisenbahnstrecke gebaut (1835) oder das Telefon (1877), die Glühbirne (1878) und die Schallplatte (1887) erfunden.

Die Künste der Romantik

Als kulturgeschichtliche Epoche umfasst die Romantik die Literatur, die bildende Kunst und die Musik. Man unterteilt hier wiederum in Früh-, Hoch-, und Spätromantik. Die einzelnen Kunstrichtungen beeinflussten sich untereinander und waren in ihren Entwicklungen zeitlich versetzt. So wird zum Beispiel die Romantik in der Literatur von 1795 bis 1848 datiert, sie endet also ein gutes halbes Jahrhundert vor der Musikepoche.

Der Begriff Romantik leitete sich ursprünglich von lingua romana (zu Deutsch „romanische Sprache“) ab und bezog sich auf alle Texte, die in den romanischen Volkssprachen verfasst waren, also zum Beispiel in Französisch oder Spanisch. Die lingua romana bedeutete jedoch vor allem die Abgrenzung zur lingua latina, der lateinischen Sprache, die seit der Antike einen großen Stellenwert innehatte. Die Romantik war also nicht nur auf die Sprache bezogen, sondern auch eine Abgrenzung zu den Ideen der Antike und Klassik. Die Romantiker suchten nach einer Ästhetik im Einfachen und Volkstümlichen. Sie ist somit dem Vernünftigen entgegengesetzt und beschäftigt sich mit dem Schaurigen, Fantastischen, Unterbewussten, Abenteuerlichen und Gefühlvollen. Da jedes Land andere Lieder, andere Märchen und andere Mythen hat, bildete sich in fast allen Ländern eine eigene Nationalromantik heraus. In der Literatur versuchten die Dichter, das Verborgene und Unterbewusste sichtbar zu machen. Wichtige Vertreter hier sind E. T. A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck, die Brüder Grimm, Novalis und Clemens Brentano.

Die Malerei bedient sich verwandter Motive, häufig Landschaftsszenarien, in denen Wirklichkeit und Traum ineinander übergehen. Ein berühmtes Gemälde aus der Romantik ist „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich.

Richard Strauss

Musik in der Romantik

Während des 19. Jahrhunderts erweiterte sich das Orchester enorm. So vervielfältigte sich die musikalische Ausdrucksmöglichkeit um feine Nuancen, Farbenreichtum und eine überwältigende Klangstärke. Die Künstler arbeiteten zwar vorwiegend nicht mehr für die Adligen, hatten aber oft noch in ihnen wichtige finanzielle Gönner. Ein neuer Aufführungsraum entstand in der bürgerlichen Salonkultur der Intellektuellen. Wichtige musikalische Vertreter der deutschen Romantik waren Robert Schumann, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy und außerdem in der Spätromantik Richard Wagner, Richard Strauss und Franz Schubert.

Franz Schubert

Auch in der Musik liegt die Betonung auf dem gefühlvollen inneren Ausdruck. Alte Volkslieder und Stoffe aus Sagen und Mythen werden aufgegriffen und für Kompositionen verwendet. Klassische Formen und traditionelle Harmonieregeln werden überschritten und erweitert. Ein sehnsuchtsvoller Charakter in der Musik wurde zum Beispiel häufig durch den stärkeren Einsatz von Dissonanzen und ihr längeres Aushalten erreicht, die Auflösung in die Harmonie wurde hinausgezögert und umso stärker erwartet. Beliebt waren Musikstücke ohne feste Form, wie zum Beispiel das Impromptu, ein kleineres improvisationsartiges Instrumentalstück, wie wir es zum Beispiel von Schubert und Chopin kennen.