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Ökologische Nische (Vertiefungswissen)

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Team Digital
Ökologische Nische (Vertiefungswissen)
lernst du in der Sekundarstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse

Grundlagen zum Thema Ökologische Nische (Vertiefungswissen)

Inhalt

Die ökologische Nische – Biologie

In einem Ökosystem sind immer mehrere Tier- und Pflanzenarten zu finden. Diese können gemeinsam leben, ohne dass sie sich gegenseitig behindern oder verdrängen.
Das funktioniert, da jede Tier- und Pflanzenart eine eigene ökologische Nische bildet. Die ökologische Nische ist dabei aber nicht gleichzusetzen mit dem Lebensraum (Habitat) einer Art. Die Anzahl der ökologischen Nischen hängt wesentlich von den klimatischen Bedingungen ab. So bieten lebensfeindliche, extreme Lebensräume wie z. B. Wüsten viel weniger ökologische Nischen als z. B. bewaldete Gebiete.

Was ist eine ökologische Nische? – Definition

Als ökologische Nische bezeichnet man die Gesamtheit aller biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, die eine bestimmte Art zum Überleben benötigt.
Zu den biotischen Faktoren gehören beispielsweise die Aktivitätszeiten oder die Fortpflanzungs- und Brutzeiten einer Art. Beispiele für abiotische Faktoren sind dagegen die Temperatur, das Licht oder das Wasser.

Ökologische Nische – Beispiele

Leben zum Beispiel verschiedene Vogelarten im gleichen Lebensraum, so stellt man fest, dass sie verschiedene ökologische Nischen bilden. Insektenfresser, Körnerfresser und Greifvögel bevorzugen ganz unterschiedliche Nahrung. Dies kann man an der Schnabelform erkennen. Diese Vogelarten können problemlos in einem gemeinsamen Lebensraum leben, denn sie bilden aufgrund der verschiedenen Ernährungsgewohnheiten verschiedene ökologische Nischen. Verallgemeinernd kann man sagen, dass sich die Bewohner eines Lebensraums in mindestens einer Eigenschaft unterscheiden müssen, um unterschiedliche ökologische Nischen zu bilden.

Was bedeutet ökologische Nische? Ökosystem See

Am Beispiel des europäischen Signalkrebses und des amerikanischen Flusskrebses lassen sich die Begriffe Konkurrenz und Verdrängung erklären.
Der Flusskrebs wurde von Amerika nach Europa eingeschleppt. Er ist größer als der Signalkrebs. Da der Signalkrebs und der Flusskrebs die gleiche ökologische Nische besetzen, kommt es zur Konkurrenz der beiden Arten. Da sich der größere Flusskrebs stark vermehrt, verdrängt er den europäischen Signalkrebs fast vollständig.
Dieser Prozess lässt sich häufig beobachten, wenn fremde Arten auf andere Kontinente oder Inseln eingeschleppt werden. Besetzt die eingeschleppte Art die gleiche ökologische Nische wie die einheimische, setzt sich die besser angepasste Art durch. Häufig stirbt die einheimische Art schließlich aus.

Häufige Fragen zum Thema Ökologische Nische

Was ist eine ökologische Nische?
Wie ist eine ökologische Nische definiert?
Warum ist die ökologische Nische kein Ort?
Warum dürfen wir eine ökologische Nische nicht mit einem Biotop gleichsetzen?
Warum kann eine ökologische Nische nicht besetzt werden?
Wird eine ökologische Nische besetzt oder gebildet?
Was ist der Unterschied zwischen einer ökologischen Nische und einer Planstelle?
Warum ist nicht jede ökologische Nische besetzt?
Welchen Vorteil hat es, eine ökologische Nische zu besetzen?
Welche ökologischen Nischen gibt es?
Was ist ein Beispiel für eine ökologische Nische?
Was ist die ökologische Nische des Menschen?
Wie entstehen ökologische Nischen?
Was würde passieren wenn zwei Tiere die gleiche ökologische Nische bilden würden?
Gibt es Konkurrenz innerhalb einer ökologischen Nische?
Ist Koexistenz möglich in der ökologischen Nische?
Können sich ökologische Nischen verändern?
Was ist der Unterschied zwischen der ökologischen Potenz und der ökologischen Nische?
Was bedeutet fundamentale ökologische Nische?
Was ist eine ökologische Nische im Wald?
Was ist die ökologische Nische des Eichhörnchens?
Beschreibe die ökologische Nische des Buntspechts und seine Angepasstheit daran.
Welche ökologische Nische nutzen Frühblüher?
Warum ist ein Friedhof eine ökologische Nische?

Transkript Ökologische Nische (Vertiefungswissen)

Hannes hält sich am liebsten am oder im Pool auf. Kühle Getränke, angenehme Temperaturen, friedliche Artgenossen, so lässt es sich aushalten. Der Lebensraum dieses Wassertierchens ist ebenfalls durch verschiedene Faktoren gekennzeichnet. Er unterscheidet sich jedoch deutlich von Hannes Wohlfühlumgebung. Wovon ist der Aufenthaltsort von Lebewesen eigentlich im Allgemeinen abhängig? Dieser Frage gehen wir in diesem Video zur „Ökologischen Nische“ nach. Am Beispiel der Flunder schauen wir uns einmal an, was unter dem Begriff „ökologische Nische“ überhaupt zu verstehen ist. Nun ja, die Flunder wird von vielen verschiedenen Umweltfaktoren beeinflusst: Salz- und Sauerstoffgehalt des Wassers, pH-Wert, Temperatur, Strömungsverhältnisse im Wasser, aber auch Wechselbeziehungen zwischen ihr und anderen Lebewesen wie Konkurrenten, Parasiten, Beute und so weiter zählen beispielsweise dazu. All diese Beziehungen, die zwischen einer Art – in diesem Beispiel der Flunder und ihrer Umwelt, bezogen sowohl auf abiotische als auch biotische Umweltfaktoren, bestehen, werden als ökologische Nische bezeichnet. Die Kombination dieser Beziehungen entscheidet darüber, ob eine Art in einem Lebensraum existieren kann oder nicht. Für Hannes scheint die Kombi der ihn umgebenen Faktoren gut zu passen. Es ist übrigens so, dass sich ein Lebewesen beziehungsweise eine Population innerhalb der gesamten Bandbreite ihrer physiologischen Möglichkeiten verbreiten wird, wenn sie die vorhandenen Ressourcen ohne Einfluss von Feinden und Konkurrenten nutzen kann. So kann die Seepocken-Art Chthamalus beispielsweise über- und unterhalb der Hochwasserlinie siedeln. Man spricht in diesem Fall von der Fundamental-Nische. Diese kann allerdings nur unter optimalen Bedingungen zum Beispiel im Labor realisiert werden. Sie hängt außerdem nur von abiotische Faktoren, also Faktoren der nicht lebenden Umwelt ab. Aber es gibt ja auch noch biotische Faktoren. Denn: als ob nicht auch ne andere Seepocken-Art Bock auf n' nicen Standort hat? Klar, da es in der Realität Beutegreifer, Parasiten oder eben Konkurrenten gibt, kann nur ein Teil aller Angebote genutzt werden. Man spricht dann von der realisierten Nische, oder auch der Real-Nische. So verdrängt die Seepockenart Balanus „Chthamalus“ auf den Bereich oberhalb des Hochwassers. Merke dir: die ökologische Nische ist nicht gleichzusetzen mit dem Ort beziehungsweise Lebensraum, in dem eine Art existiert. Es geht dabei um viel mehr – sie beschreibt eher die Rolle, die ein Lebewesen in seiner Lebensumgebung einnimmt. Alles klar. Können zwei Arten eigentlich dieselbe ökologische Nische bilden? Mhhh. Schauen wir mal. Hierzu reicht es aus, einen einzigen Faktor zu betrachten – zum Beispiel die Nahrung zweier Lebewesen. In dem Bereich, in welchem sich exemplarisch die ökologische Nische des Schwans und die der Ente überlappen, in dem sie also zum Beispiel dieselbe Nahrungsquelle, wie Wasserpflanzen und -insekten nutzen, herrscht absolute Konkurrenz um diese. Auf Dauer wird das konkurrenzstärkere Lebewesen das andere verdrängen und sich durchsetzen beziehungsweise das konkurrenzschwächere wird eine andere ökologische Nische bilden. Zwei Arten können also nicht dieselbe ökologische Nische bilden. Koexistenz in einem Lebensraum kann aber trotzdem gelingen. Sehen wir uns dazu verschiedene Wattvogel-Arten und ihre Nahrungssuche als Beispiel an. Sie sind unterschiedlich spezialisiert und nutzen die Nahrung ihres Lebensraumes jeweils auf ganz spezifische Weise. An der Nordseeküste kann man bei Ebbe beobachten, dass die Vögel der verschiedenen Arten unterschiedliche Wattbereiche absuchen. Sie spüren ihre Nahrung außerdem durch bestimmte Techniken in unterschiedlicher Bodentiefe auf. Jede Art nutzt somit ein ganz eigenes Nahrungsspektrum. Die Schnabelformen der Vögel sowie deren Verhalten, Verdauung und weitere Charakteristika sind an die jeweilige Nahrung angepasst. Auch für Brutplätze, Aufenthaltsorte und alle weiteren Faktoren gelten ähnliche Spezialisierungen. Somit bildet jede Art ihre spezifische ökologische Nische und die Koexistenz im Lebensraum Wattenmeer ist gut möglich. Ziemlich cool – fassen wir noch einmal zusammen. Der Begriff der ökologischen Nische beschreibt alle Beziehungen zwischen einer Art und ihrer Umwelt, wobei die Gesamtheit aller abiotischen und biotischen Faktoren berücksichtigt wird. Die Fundamentalnische entspricht der ökologischen Gesamtbeschreibung einer Art, berücksichtigt allerdings nur abiotische Faktoren und somit weicht die Realnische je nach Konkurrenzstärke einer Population teilweise stark von ihr ab. Verschiedene Arten können in einem Lebensraum koexistieren, indem sie ganz unterschiedlich spezialisiert und an ihre Umwelt angepasst sind. Und während Hannes weiter im Pool hängt, bilden andere Lebewesen eben ganz andere ökologische Nischen.

Ökologische Nische (Vertiefungswissen) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Ökologische Nische (Vertiefungswissen) kannst du es wiederholen und üben.
  • Definiere den Begriff ökologische Nische.

    Tipps

    Zwei der Aussagen sind richtig.

    Zwei Arten, die die gleiche Nahrung fressen, haben noch nicht die gleiche ökologische Nische.

    Abiotische Faktoren sind unbelebte Faktoren aus der Umwelt. Biotische Faktoren sind belebte Faktoren aus der Umwelt.

    Lösung

    Die ökologische Nische ist die Gesamtheit aller Beziehungen zwischen einer Art und ihrer Umwelt. Dazu zählen sowohl abiotische Faktoren wie die Temperatur als auch biotische Faktoren wie Fressfeinde.
    Die einzelnen Faktoren, die die Lebewesen beeinflussen, wie die Nahrung, die sie fressen, sind also ein Teil der ökologischen Nische, aber nicht die gesamte Nische.

  • Nenne abiotische und biotische Faktoren.

    Tipps

    Abiotische Faktoren sind Faktoren aus der unbelebten Umwelt.

    Biotische Faktoren sind Faktoren aus der belebten Umwelt.

    Parasiten sind Lebewesen.

    Lösung

    Sowohl biotische als auch abiotische Faktoren haben einen Einfluss auf Lebewesen und ihre Beziehung zur Umwelt. Sie bestimmen damit die ökologische Nische.

    Abiotische Faktoren sind solche, die die unbelebte Umwelt betreffen. Dazu zählen zum Beispiel der Salzgehalt im Wasser, der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert oder die Umgebungstemperatur. Jedes Lebewesen hat bestimmte Anforderungen an diese Faktoren. Es darf zum Beispiel nicht zu kalt sein in einem Lebensraum, damit eine Art dort überleben kann.

    Biotische Faktoren sind solche, die die belebte Umwelt betreffen, also alle Lebewesen, die in einer Beziehung zu einer Art stehen. Da gibt es zum Beispiel Konkurrenten, die die gleiche Nahrung fressen oder den gleichen Brutplatz belegen wollen. Auch Fressfeinde oder Beute zählen zu den biotischen Faktoren, ebenso wie Parasiten, die eine Art befallen können.

  • Erkläre die Begriffe Fundamentalnische und Realnische.

    Tipps

    Die Realnische beschreibt die Nische, die in der Realität gebildet wird.

    Eine ökologische Nische wird in der Natur immer von biotischen und abiotischen Faktoren bestimmt.

    Feinde, Konkurrenten und Parasiten zählen zu den biotischen Faktoren.

    Lösung

    Die Seepockengattung Chthamalus kann unter optimalen Bedingungen unter- und oberhalb der Hochwasserlinie siedeln. Wenn eine Art ihre Umwelt uneingeschränkt nutzen kann, spricht man von der Fundamentalnische. Diese beschreibt die Nische, die eine Art bilden würde, wenn es keine Feinde und Konkurrenten für sie geben würde. Das trifft normalerweise nur unter Laborbedingungen zu. Bei der Untersuchung werden nur abiotische Faktoren einbezogen. In der Natur gibt es aber immer auch biotische Faktoren.
    Die Realnische dagegen beschreibt die Nische, die eine Art tatsächlich bildet. Sie wird also auch von biotischen Faktoren bestimmt. Die Seepockengattung Balanus ist ein Konkurrent von Chthamalus und verdrängt Chthamalus auf den Bereich oberhalb der Hochwasserlinie.
    Somit bildet Chthamalus in der Natur nur eine Realnische, da Balanus einen Teil des Lebensraums einnimmt.

  • Zeige auf, was bei direkter Konkurrenz zwischen zwei Arten passieren kann.

    Tipps

    Damit zwei Arten koexistieren können, müssen sie unterschiedliche ökologische Nischen bilden.

    Auf der Insel ist nur begrenzter Platz verfügbar. Es sind bereits alle geeigneten Palmen von Blauvögeln besetzt.

    Lösung

    In dem Bereich, in dem die ökologischen Nischen verschiedener Arten überlappen, herrscht eine direkte Konkurrenz. In unserem erfundenen Beispiel herrscht Konkurrenz um die Nistplätze zwischen Grünvögeln und Blauvögeln.

    In diesem Fall wird eine der beiden Arten verdrängt. Das kann auch bedeuten, dass die konkurrenzschwächere Art tatsächlich aus dem Lebensraum verdrängt wird, sodass diese nicht mehr auf der Insel vorkommt.
    Es ist aber auch möglich, dass eine Art ihre Nistgewohnheiten umstellt, sodass die Konkurrenz um die Plätze nicht mehr besteht. In unserem Beispiel nisten manche der Grünvögel auf Felsen. Andere Grünvögel versuchen, auf den Palmen zu nisten, werden aber von den Blauvögeln vertrieben.

    Da die „Felsenbrüter“ erfolgreicher sind, passt sich die Art im Laufe der Zeit an das Nisten an Felsen an und die ökologische Nische der Grünvögel verändert sich. Da die Arten nun unterschiedliche Nischen gebildet haben, ist eine Koexistenz auf der Insel möglich.

  • Erkläre, warum die Wattvogelarten so unterschiedliche Schnäbel haben.

    Tipps

    Zwei der Antworten sind richtig.

    Lösung

    Die Wattvogelarten sind unterschiedlich spezialisiert und nutzen das Nahrungsangebot ihres Lebensraums jeweils auf ganz spezifische Weise. Die unterschiedlichen Schnäbel und Techniken führen dazu, dass jede Art ein eigenes Nahrungsspektrum hat und die Arten damit nicht miteinander um Nahrung konkurrieren.
    Manche Vögel haben zum Beispiel sehr lange Schnäbel und kommen in tiefe Bodenschichten, andere sind darauf spezialisiert, kleine Teile direkt vom Boden aufzupicken.

  • Erkläre, wie Arten konkurrieren und koexistieren.

    Tipps

    Bilden zwei Arten eine identische ökologische Nische, wird die konkurrenzschwächere verdrängt.

    Schleiereulen jagen nachts. Mäusebussarde jagen tagsüber.

    Lösung

    Bilden zwei Arten die gleiche ökologische Nische, stehen sie in direkter Konkurrenz miteinander. Das bedeutet nicht unbedingt, dass die konkurrenzschwächere Art ausstirbt. Sie wird entweder komplett aus dem Gebiet verdrängt oder muss eine neue ökologische Nische bilden.

    Die Nischendifferenzierung beschreibt diesen evolutionären Prozess der Anpassung einer Art an ihre Umweltbedingungen, sodass viele verschiedene Arten mit- und nebeneinander im gleichen Lebensraum koexistieren können. Dies umfasst beispielsweise Nahrungsspezialisierungen oder zeitliche Aufteilungen.

    Schleiereule und Mäusebussard beispielsweise haben zwar den gleichen Lebensraum und ernähren sich beide von kleinen Säugetiere, besetzen aber dennoch nicht die gleiche Nische. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihren Jagdzeiten und vermeiden dadurch Konkurrenz.

    Würden beide Tierarten dauerhaft die gleiche ökologische Nische bilden, käme es zum Konkurrenzausschlussprinzip. Die konkurrenzstärke Art verdrängt die konkurrenzschwächere Art. Dieses Prinzip gilt nur zwischen unterschiedlichen Arten und nicht innerhalb einer Art.

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