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Wirkung von Medikamenten und Medikamentenmissbrauch

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Wirkung von Medikamenten und Medikamentenmissbrauch
lernst du in der Sekundarstufe 1. Klasse - 2. Klasse

Wenn aus Medizin ein Problem wird – Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit

Du kennst Medikamente wahrscheinlich vor allem als Hilfe: ein Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen, ein Hustensaft bei einer Erkältung oder ein Antibiotikum, das eine Ärztin oder ein Arzt verschrieben hat. Medikamente wirken, indem sie gezielt in bestimmte Vorgänge im Körper eingreifen. Genau diese Eigenschaft macht manche Medikamente aber auch riskant, wenn sie anders als vorgesehen eingenommen werden. Wie es dazu kommen kann, dass ein eigentlich hilfreiches Mittel zu einem Problem wird, erklärt dieser Text.

Medikamentenmissbrauch bedeutet, dass ein Medikament anders verwendet wird als vorgesehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand es ohne medizinischen Grund, in einer zu hohen Dosis oder länger als empfohlen einnimmt. Daraus kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

Warum Medikamente abhängig machen können

Einige Medikamente wirken auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem, insbesondere auf das Belohnungssystem und auf Botenstoffe, die Ruhe, Schmerzlinderung oder gute Stimmung vermitteln. Wird ein Medikament regelmäßig eingenommen, gewöhnt sich der Körper an diese Wirkung, ganz ähnlich wie bei Alkohol oder Nikotin.

Bestimmte Medikamentengruppen bergen ein besonders hohes Abhängigkeitsrisiko, da sie direkt beruhigend oder schmerzlindernd auf das zentrale Nervensystem wirken. Dazu zählen vor allem starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, Beruhigungs- und Schlafmittel, z.B. Benzodiazepine*, sowie manche Medikamente, die den Wirkstoff Codein enthalten.

Bei diesen Medikamentengruppen kann sich, wie bei anderen Suchtstoffen, eine Toleranz entwickeln: Der Körper reagiert mit der Zeit schwächer auf dieselbe Dosis, sodass eine höhere Menge nötig wird, um denselben Effekt zu erzielen. Bleibt das Medikament dann aus, können Entzugserscheinungen auftreten.

Nicht alle Medikamente machen abhängig. Bei Medikamenten mit einem Abhängigkeitsrisiko ist es aber besonders wichtig, sich genau an die ärztlichen Anweisungen zu halten. Wer ein solches Medikament bereits länger einnimmt, sollte es nicht plötzlich und ohne ärztliche Begleitung absetzen.

Der schleichende Übergang von der richtigen Einnahme zur Abhängigkeit

Der Medikamentenmissbrauch beginnt meist ganz unauffällig, oft sogar mit einer ärztlich verordneten Behandlung. Ein möglicher Ablauf könnte so aussehen:

1) Ein Medikament wird wegen echter Beschwerden verschrieben oder empfohlen, etwa gegen starke Schmerzen oder Schlafprobleme.

2) Die Beschwerden bessern sich, das Medikament wird jedoch über die eigentlich vorgesehene Dauer hinaus weiter eingenommen.

3) Der Körper entwickelt eine Toleranz, wodurch die bisherige Dosis nicht mehr ausreichend wirkt.

4) Die Dosis wird eigenständig gesteigert, ohne dass dies mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen wird.

5) Es entsteht eine körperliche und oft auch psychische Abhängigkeit vom Medikament.

Der richtige Umgang mit Medikamenten

Damit Medikamente ihre eigentliche Aufgabe erfüllen können, ohne zur Sucht zu werden, gelten einige grundlegende Regeln:

  • Medikamente nur in der von Ärztin, Arzt oder Packungsbeilage angegebenen Dosis und Dauer einnehmen.
  • Bei anhaltenden Beschwerden nicht eigenständig die Dosis erhöhen, sondern ärztlichen Rat einholen.
  • Medikamente nicht ohne Rücksprache mit anderen Mitteln kombinieren.
  • Bei Unsicherheiten zur Anwendung in einer Apotheke nachfragen, dort gibt es fachkundige, kostenlose Beratung.
  • Länger eingenommene Medikamente nicht entgegen ärztlichem Rat plötzlich absetzen.

Medikamentenabhängigkeit – Wo Betroffene und Angehörige Unterstützung finden

Wenn der Verdacht besteht, dass die Einnahme eines Medikaments nicht mehr dem eigentlichen Zweck dient, sondern zur Gewohnheit oder Abhängigkeit geworden ist, gibt es professionelle Anlaufstellen, die kostenlos und meist anonym beraten:

  • Örtliche Sucht- und Drogenberatungsstellen beraten nicht nur bei illegalen Drogen, sondern auch bei Medikamentenabhängigkeit.
  • Die Nummer gegen Kummer (116 111) bietet für Kinder und Jugendliche eine anonyme telefonische Erstberatung zu allen belastenden Themen, auch zu Medikamenten.
  • Hausärztin oder Hausarzt sind ein erster, naheliegender Ansprechpartner, um die eigene Medikamenteneinnahme fachlich einordnen zu lassen.
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Auf www.bioeg.de gibt es Informationen zur Suchtvorbeugung und Hinweise auf Beratungsangebote.
  • Vertrauenslehrkräfte, Schulpsychologinnen und -psychologen oder Schulsozialarbeitende sind ebenfalls eine Anlaufstelle, wenn du dich dort sicher fühlst.

Zusammenfassung zum Thema Wirkung von Medikamenten – Medikamentenmissbrauch und Sucht

  • Medikamentenmissbrauch liegt vor, wenn ein Medikament abweichend von der ärztlichen oder empfohlenen Vorgabe eingenommen wird.
  • Besonders Schmerzmittel (Opioide), Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) und codeinhaltige Hustenmittel bergen ein hohes Abhängigkeitsrisiko, da sie direkt auf das zentrale Nervensystem wirken.
  • Der Übergang von normaler Einnahme zu Missbrauch verläuft oft schleichend über Toleranzentwicklung und eigenständige Dosissteigerung.
  • Auch rezeptfreie Medikamente sind bei falscher Anwendung nicht automatisch ungefährlich.
  • Bei Verdacht auf Medikamentenmissbrauch helfen kostenlose, anonyme Beratungsstellen sowohl Betroffenen als auch Angehörigen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Wirkung von Medikamenten – Medikamentenmissbrauch und Sucht

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Hallo. Medikamente sind ein Segen bei Schmerzen und fast immer, wenn unser Körper von Krankheiten geplagt wird. Doch sind sie auch ein Fluch? 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland abhängig von Medikamenten. Und das nur aus medizinischen Gründen. Hinzu kommt eine große Zahl, die im Sport, Bildung und im Beruf auf die Stimulantien zurückgreift. Und das nur zur Leistungssteigerung. In diesem Video lernst du mehr über die Ursache dieses Konsums, die Medikamentensucht, Nebenwirkungen und Alternativen kennen. Jeder fühlt sich mal überfordert im Alltag, ob Leistungsdruck in Schule und Sport, Erwartungen von den Eltern oder sozialem Druck in der Klasse. Das gleiche gilt in der Arbeitswelt. Um diesem Druck und der Konkurrenz standzuhalten, träumen viele von einer Wunderpille, die einen den Stress vergessen, weniger schlafen und noch mehr leisten lässt. Darum greifen viele Menschen zu Aufputschmitteln. Bei Stress kann das natürliche Erholungs- und Schlafbedürfnis mit Amphetaminen unterdrückt werden. Einige Drogen werden auch zum Feiern konsumiert. Extasy zum Beispiel findet Eingang in viele Clubs. Vor allem junge Leute wollen stundenlang tanzen, ohne Pausen einzulegen. Mit fatalen Folgen. Der Körper nimmt die Warnsignale für Erschöpfung, Müdigkeit und Durst nicht mehr wahr. Im schlimmsten Fall brechen Konsumenten zusammen. Langfristig kommt es zu psychischen Veränderungen und Konzentrationsstörungen. Im Sport werden Leistungssteigerer als Doping eingesetzt. Genau das Gegenteil wollen Menschen, die Schlafstörungen haben. Sie greifen oft auf Beruhigungsmittel zurück, sogenannte Barbiturate. Durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten kann sich der Körper an die Mittel gewöhnen und verlernt, sich selbst zu regulieren. Es kommt zur Medikamentensucht. Der Alltag wird dann durch Medikamente gesteuert. Um mehr und länger arbeiten zu können, werden dann Aufputschmittel zur Gewohnheit. Beruhigung und Schlaf findet der Körper dann nur noch mit Beruhigungsmitteln. Ein Teufelskreis. Schon nach einigen Wochen kann es zu einer Abhängigkeit von Psyche und Körper kommen. Beim Absetzen treten Entzugserscheinungen wie Angstzustände und Depressionen auf. Problematisch ist auch, dass die Wirkungen oft nachlassen. Dann muss die Dosis erhöht werden. Auch während der Einnahme kann es zu Nebenwirkungen kommen. Wird anfangs durch Amphetamine die Leistung gesteigert, treten nach einer Weile Schlaflosigkeit oder sogar Depressionen auf. Durch Schlafmittel wird der Schlafrhythmus verändert. Leistung und Konzentration können nachlassen. Aus Respekt vor dem eigenen Körper sollte man nach Alternativen suchen. Langfristig ist es sinnvoll, nicht die Symptome, sondern die Ursachen zu bekämpfen. So sind Schlafstörungen oft die Folge von Überforderung und Ängsten. Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen können durch Stress hervorgerufen werden. In beiden Fällen ist es sinnvoll, sein Leben so zu verändern, dass verschiedene Stressfaktoren reduziert werden. Gespräche mit Freunden, Familie oder sogar Therapeuten können helfen, den Ursachen für die Probleme auf den Grund zu gehen.Fassen wir noch einmal zusammen: Obwohl Medikamente ein Segen bei Schmerzen und Krankheiten sind, bergen sie auch die Gefahr von Missbrauch und Sucht. Ursachen für die Einnahme liegen in dem Teufelskreis aus Stress, Überforderung und Schlafstörungen. Amphetamine wirken als Aufputschmittel; Barbiturate als Beruhigungsmittel. Im Sport werden Dopingmittel eingesetzt; zum Feiern beispielsweise Exctasy. Psyche und Körper können abhängig werden. Zu den Nebenwirkungen zählen Schlaflosigkeit und Unruhe bei Aufputschmitteln und nachlassende Leistung durch Schlafmittel. Die beste Alternative ist, nach den Ursachen zu suchen und sein Leben stressfreier zu gestalten. Bei Krankheiten können Medikamente natürlich trotzdem wirksam die Symptome bekämpfen. Ich hoffe, du hast viel gelernt. Tschüs

  1. Bin eigentlich noch in der 6. Klasse aber auch egal oder? 😒

    Von Maria, vor mehr als 2 Jahren
  2. das video ist super =)

    Von Sonnenschein2001, vor fast 12 Jahren

Wirkung von Medikamenten und Medikamentenmissbrauch Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Wirkung von Medikamenten und Medikamentenmissbrauch kannst du es wiederholen und üben.
  • Tipps

    Überlege dir, aus welchem Grund die jeweilige Person zum Medikament greift.

    Lösung

    Medikamente werden aus verschiedenen Gründen eingenommen:

    • bei Schmerzen
    • bei Krankheit
    • als Aufputschmittel
    • zur Leistungssteigerung
    Wegen den Nebenwirkungen und der Gefahr der Abhängigkeit solltest du allerdings nur in medizinisch begründeten Fällen (also bei Schmerzen oder bei Krankheit) und in Absprache mit deinen Eltern oder einem Arzt zum Medikament greifen!

  • Tipps

    Amphetamine wirken leistungssteigernd und der Konsument fühlt sich nicht müde und erschöpft.

    Lösung

    Da Amphetamine das natürliche Schlaf- und Erholungsbedürfnis des Körpers unterdrücken, wird es manchmal konsumiert, um pausenlos durchtanzen zu können. Die Gefahr besteht einerseits darin, dass der Körper überfordert wird und bei zu hoher Belastung ein Zusammenbruch erfolgt, andererseits kann es auch zu Langzeitfolgen wie Konzentrationsstörungen oder psychischen Veränderungen kommen.
    Auch im Sport werden leistungssteigernde Mittel benutzt, diese werden dann als Doping bezeichnet.

  • Tipps

    Wenn sich der Körper an Medikamente gewöhnt, reguliert er sich nicht mehr selbst.

    Lösung

    Der Weg in die Sucht könnte so aussehen: Aufputschmittel werden zur Gewohnheit, um mehr und länger arbeiten zu können. Beruhigung und Schlaf findet der Körper dann nur noch mit Beruhigungsmitteln.
    Ein Teufelskreis entsteht, da es nach einigen Wochen zur Abhängigkeit von Psyche und Körper kommen kann. Beim Absetzen der Medikamente können Entzugserscheinungen wie Angstzustände oder Depressionen auftreten.

  • Tipps

    Barbiturate haben eine dämpfende Wirkung auf das Gehirn und das Nervensystem, während Amphetamine eher das Gegenteil bewirken.

    Lösung

    Typische Auswirkungen von Amphetaminen sind:

    • Leistungssteigerung
    • fehlendes Durstgefühl
    • Schlaflosigkeit und
    • Nervosität
    Amphetamine werden auch als Aufputschmittel bezeichnet.

    Die Einnahme von Barbituraten führt zu

    • nachlassender Leistungsfähigkeit
    • geringerer Konzentrationsfähigkeit
    • Beruhigung.
    Barbiturate waren früher häufig in Schlafmitteln enthalten.

  • Tipps

    Unter Medikamentenmissbrauch versteht man eine Einnahme von Medikamenten ohne medizinischen Grund.

    Lösung

    Medikamente sind eine gute Hilfe bei Schmerzen und Krankheiten. Stress, Überforderung oder Schlafstörungen können Ursache für Medikamentenmissbrauch sein. Amphetamine wirken als Aufputschmittel, Barbiturate als Beruhigungsmittel. Im Sport werden Dopingmittel eingesetzt, beim Feiern z.B. Extasy. Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Unruhe und nachlassende Leistung und die Gefahr der körperlichen und psychischen Abhängigkeit sind die Probleme bei Medikamenteneinnahme.

  • Tipps

    Viele Suchtkranke oder -gefährdete möchten ihre Probleme geheim halten.

    Symptome sind Anzeichen oder Merkmale einer Krankheit oder eines Problems.

    Lösung

    Es gibt häufig Alternativen zu Medikamenten. So sollte man bei Problemen nicht die Symptome, sondern die Ursachen bekämpfen. Bei Schlafstörungen hilft es beispielsweise zu überlegen, ob Überforderung oder Ängste die Ursache sein könnten. Auch Kopfschmerzen sind oft die Folge von Stress und Überlastung. Ein Leben mit weniger Stressfaktoren kann die Situation deutlich verbessern. Um die Ursachen von Problemen herauszufinden, hilft es, sich mit Familie oder Freunden, evtl. auch mit einem Therapeuten Gespräche zu führen.

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