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Widerstand im Dritten Reich

Wie sich die Bevölkerung auf unterschiedliche Weise gegen das Nationalsozialistische Regime wehrte, erfährst du hier.

Inhaltsverzeichnis zum Thema

Widerstand im Dritten Reich: Arten und Ziele

Am 20. Juli 1944 hat der wohl bedeutendste Umsturzversuch in der Zeit des Nationalsozialismus stattgefunden: Eine Sprengladung, die von Claus Schenk Graf von Stauffenberg gesetzt wurde, verfehlte ihr Ziel nur knapp. Und dieses Ziel war niemand Geringerer als der Diktator Adolf Hitler. Hast du dir schon einmal überlegt, was passiert wäre, wenn der Anschlag auf Hitler damals geglückt wäre?

Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus hatte ganz unterschiedliche Formen und Gesichter: Es gab Einzelgänger, aber auch gut organisierte Institutionen, Bewegungen und Gruppen innerhalb und außerhalb des Reiches. So gab es den jugendbewegten Widerstand, den kulturellen Widerstand, den bürgerlichen Widerstand, den Widerstand innerhalb der Wehrmacht, den religiös motivierten und kirchlichen Widerstand sowie den jüdischen Widerstand, um nur einige zu nennen. Berühmte Beispiele für Widerstandsgruppen sind die Swing-Jugend, die sich von der Hitlerjugend durch Swing-Musik abgrenzen wollte, die Edelweißpiraten, die Rote Kapelle, unter der sich diverse Gruppen befanden, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus übten und die Weiße Rose unter Hans und Sophie Scholl. Oft waren die Motive ganz unterschiedlich und der Widerstand sehr vielseitig: Von passiver Resistenz über schlichtweg unangepasstes Verhalten bis hin zur Emigration oder präzise geplanten Attentatsversuchen. Aus- und angeführt wurde der Widerstand dabei von Männern und Frauen aus allen sozialen Schichten und politischen Lagern.

Für viele Widerständler endete ihr Engagement oft mit dem Tod: Viele von ihnen wurden verfolgt, in Schutzhaft gebracht, deportiert oder ohne großen Prozess hingerichtet. Es war eine Menge Mut notwendig, sich gegen das Dritte Reich aufzulehnen, weshalb es nur eine verschwindend geringe Zahl an Menschen wagte, dem Regime tatsächlich zu widersprechen oder ihm die Stirn zu bieten.

Widerstand von Einzelgängern: Georg Elser

Wie jedes Jahr am 8. November feierten Hitler und die NSDAP die Anfänge der Partei im Bürgerbräukeller in München. Georg Elser plante sein Attentat ein gesamtes Jahr lang, wobei es sein Ziel war, gegen den Krieg und für die Freiheit zu kämpfen. Er platzierte am 8. November 1939 eine Zeitbombe in der Nähe von Hitlers Rednerpult: Acht Menschen starben, Hitler war jedoch nicht darunter, denn dieser verließ das Treffen vorzeitig. Georg Elser wurde 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Elser-Attentat

Widerstand aus dem Volk: Die Weiße Rose

Unter dem Namen Weiße Rose engagierte sich eine Gruppe Münchner Studenten um die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Prof. Kurt Huber und Alexander Schmorell gegen den Nationalsozialismus. Bereits wegen des Lesens verbotener, regimekritischer Schriften waren einige Mitglieder ein Dorn im Auge der NSDAP und wurden verhaftet. Die Bewegung erstellte Flugblätter, insgesamt sechs Stück, die mit einer Auflage von je 10 000 - 12 000 zunächst per Post verbreitet wurden. Diese Blätter enthielten christliches Gedankengut und humanistische Zitate. Ziel war es, passiven Widerstand zu leisten, das Regime zu stürzen und für Selbstbestimmtheit einzustehen. Im Februar 1943 verteilte die Gruppe ihre Flugblätter auch in der Münchner Universität. Dabei wurden einige Mitglieder – darunter die Geschwister Scholl – verraten, am 18. Februar festgenommen und am 22. Februar hingerichtet.

Widerstand aus der Wehrmacht: Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Nicht nur aus der einfachen Bevölkerung kam Widerstand. Auch innerhalb der Partei und der Wehrmacht entstand eine Abneigung gegenüber dem Regime. So plante der Offizier der deutschen Wehrmacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit einigen Verbündeten unter dem Decknamen Operation Walküre einen sogenannten Staatsstreich. In einem Rückzugsort der Partei, dem Führerhauptquartier Wolfsschanze, an dem Hitler regelmäßig mit seinen Beratern zusammentraf, platzierte Stauffenberg am 20. Juli 1944 in der Nähe von Hitlers Schreibtisch eine Bombe. Die Bombe detonierte, 4 Menschen starben, doch Hitler überlebte. Wenige Stunden später wurde der fliehende Stauffenberg gefasst und noch in derselben Nacht standrechtlich erschossen.

Das Attentat von Stauffenberg war nur einer von vielen Anschlägen auf Adolf Hitler. Mindestens 40 soll es gegeben haben – geglückt ist aber keines davon.

Attentat vom 20. Juli

Widerstand von Mitgliedern der NSDAP: Oskar Schindler

Hast du schon einmal den Film „Schindlers Liste“ gesehen? Er handelt von Oskar Schindler, einem Industriellen und Mitglied der NSDAP, der im Dritten Reich 1200 Juden vor dem Tod rettete. Damit leistete er zwar keinen offensiven Widerstand gegen das Dritte Reich, aber doch Widerstand im Sinne der Moral und Ethik. In seiner Fabrik, in der Küchenutensilien wie Kochgeschirr und Metalltöpfe für die Front hergestellt wurden, stellte er Juden überwiegend als Metallarbeiter ein, kaufte diese von der Regierung frei, notierte alle Namen seiner Arbeiter auf Listen und schützte sie dadurch vor Deportationen in Konzentrationslager und willkürlichen Ermordungen.

Zwar profitierte Schindler von der Zwangsarbeit des Dritten Reiches und trotz aller Moral blieb er ein Mitglied der NSDAP, doch mit seinen Arbeitsplätzen und Freikäufen gab er den Menschen Hoffnung und rettete sie vor dem Tod. Auch nach Ende des Dritten Reichs pflegte Schindler den Kontakt zu den sogenannten „Schindler-Juden“ und wurde nach seinem Tod 1974 sogar in Israel begraben.

Gedenkkultur

Den Widerstandskämpfern wird bis heute gedacht. Es gibt Ausstellungen an ihren Wirkungsstätten und auch an den wichtigen Holocaust-Gedenkstätten. Widerständlern, die sich für das Judentum eingesetzt haben, wird auch in Yad Vashem gedacht. Yad Vashem – offiziell „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“ – ist die größte und bedeutendste Holocaust-Gedenkstätte in Israel, die jährlich von mehreren Millionen Touristen und auch von deutschen Politikern bei Staatsbesuchen immer wieder aufgesucht wird.

Davidstern