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Ebbe und Flut

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Die Autor*innen
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Team Entdeckungsreise
Ebbe und Flut
lernst du in der Primarschule 3. Klasse - 4. Klasse

Grundlagen zum Thema Ebbe und Flut

Hast du schon einmal etwas von Ebbe und Flut gehört? Zusammen werden sie auch Gezeiten genannt. Die Gezeiten sind die Wasserbewegungen der Meere. In Deutschland kannst du sie besonders gut an der Nordsee beobachten. Dort scheint das Wasser zwei mal täglich einfach zu verschwinden. Dies wird Ebbe genannt. Nach einigen Stunden kommt das Wasser dann allmählich zurückgeflossen. Dies wird Flut genannt. Was der Mond mit diesem Phänomen zu tun hat und wo das Wasser eigentlich hinfließt, erfährst du in diesem Video.

Transkript Ebbe und Flut

Es geht doch nichts über einen faulen Tag am Meer. Wobei so faul kann ich hier gar nicht sein. Ständig rutscht mir das Meer auf die Pelle. Wegen der Flut hat man hier wirklich keine ruhige Minute. Man, wo kommt denn bloß all das Wasser her. Und vor allem, wann geht es wieder weg. Thema dieses Films ist die Entstehung der Gezeiten. Die Gezeiten sind in regelmäßigen Abständen stattfindende Wasserbewegungen der Meere. Ihre Auswirkungen bekommt man vor allem an den Küsten zu sehen. Etwa hier: An der Küste des schleswig-holsteinischen Wattenmeers. Zwei Mal am Tag zieht sich das Wasser so weit zurück, dass große Meeresflächen einfach trockengelegt werden. Als hätte jemand am Meeresgrund einen Stöpsel gezogen. Was dann für ein paar Stunden zum Vorschein kommt ist das Watt. Ein riesiger Küstenstreifen aus Sand und Schlick. Über diese trocken gefallenen Wattflächen kann man einige der Küste vorgelagerte Inseln dann sogar zu Fuß erreichen. Da das Wasser aber wieder zurückkehrt, und das recht schnell, sollte man lieber eine Wattwanderung besser nicht ohne Wattführer machen. Den niedrigsten Wasserstand im Kreislauf der Gezeiten nennt man Niedrigwasser. Auf das Niedrigwasser folgt die Flut, in der das Wasser ansteigt. Der Endzustand der Flut ist das Hochwasser. Der höchste Wasserstand im Gezeitenkreislauf. Auf das Hochwasser folgt die Ebbe. Der Wasserstand sinkt wieder. Die Ebbe endet dann erneut im Niedrigwasser. Dieser Ablauf der Gezeiten wiederholt sich zwei Mal pro Tag. Um zu verstehen, warum dies so ist, müssen wir unseren Planeten aus dem Weltall betrachten. Von hier aus erkennt man nämlich, dass die Erde sich um ihre eigene Achse bewegt. Den Zeitraum, den eine komplette Erdrotation umfasst, nennen wir einen Tag. Durch ihre Masse übt die Erde eine Anziehungskraft auf alle Himmelskörper aus, die sich in ihrer Nähe befinden. Durch sie wird zum Beispiel der Mond auf seiner Bahn um die Erde gehalten. Für eine Erdumrundung braucht er etwa 29,5 Tage und ist deswegen auch der Namensgeber für unseren Monat. Die Mondmasse wiederum übt ihrerseits auch eine Anziehungskraft auf die Erde aus. Auch wenn diese wesentlich schwächer ist als die der Erde auf den Mond. Und diese Anziehungskraft ist der Hauptgrund für die Gezeiten der Erde. Denn sie reicht dazu aus die Wassermassen auf der Mond zugewandten Seite anzuziehen. Hier bildet sich daher eine Art Wasserberg. Trifft dieser Wasserberg auf das Wattenmeer steigt dort der Wasserspiegel. Es herrscht Flut. Verlagert sich die Anziehungskraft des Mondes auf die Erdoberfläche wandert auch der Wasserberg weiter und dann herrscht wieder Ebbe. Dieser eine Wasserberg erklärt aber nur die Hälfte des Phänomens. Denn im Lauf einer Erddrehung, also eines Tages, wiederholt sich der Gezeitenkreislauf ja zwei Mal. Irgendwo muss es also noch einen zweiten Wasserberg geben. Das ist tatsächlich so. Und auch dieser zweite Wasserberg wird durch den Mond hervorgerufen. Wenn auch nach einem anderen Prinzip. Denn die Anziehungskraft des Mondes auf die Erde hat auch zur Folge, dass die Erde minimal aus ihrer Bahn geworfen wird. Wenn man es genau betrachtet, kreist daher nicht nur der Mond um die Erde, sondern beide Himmelskörper drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt. Durch die kreisförmige Erdbewegung entsteht dabei eine Fliehkraft, die den zweiten Wasserberg erzeugt. Und zwar auf der Mond abgewandten Seite. Und daher tritt zwei Mal am Tag ein Wasserberg im Wattenmeer auf. Und natürlich auch auf allen anderen Meeren der Erde. Der Zeitabstand dieser zwei aufeinanderfolgenden Hochwasser beträgt etwa zwölf Stunden und 25 Minuten. Auch diese tägliche Verschiebung von Hochwasser und Niedrigwasser sollte man bei einer Wattwanderung unbedingt im Kopf haben. Und schließlich ist auch der Tidenhub von Ort zu Ort und je nach Zeit unterschiedlich groß. Mit Tidenhub wird vereinfacht gesagt, der durchschnittlich Höhenunterschied von Hoch- zu Niedrigwasser bezeichnet. Dieser ist entscheidend von der Landform unter einem Meer und an der Küste abhängig. In Deutschland beträgt er an der Ostsee zum Beispiel nur rund 30 Zentimeter. An der Nordsee aber zwei bis drei Meter. An anderen Küsten kann der Tidenhub sogar bis zu 13 Metern betragen. Zu einem besonderen Naturschauspiel kommt es, wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen. Dann addieren sich die Anziehungskräfte von Sonne und Mond auf die Erde und erzeugen einen besonders großen Wasserberg. Man spricht dann von einer Springflug. Im französischen Wattenmeer hat eine Springflut Anfang 2015 den Küstenmeeresspiegel um ganze 14 Meter angehoben. So hoch, dass der berühmte Klosterberg Mont Saint Michel zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder vollständig vom Festland abgetrennt war. Toll. Und ich? Ich bin jetzt vollkommen vom Wasser abgetrennt. Dann fasse ich bis zur nächsten Flut nochmal das Wichtigste nochmal zusammen: Gezeiten sind in regelmäßigen Abständen stattfindende Wasserbewegungen der Meere. Den niedrigsten Wasserstand nennt man Niedrigwasser. Darauf folgt die Flut, in der das Wasser wieder ansteigt. Bis zum Hochwasser, dem höchsten Wasserstand im Gezeitenkreislauf. In der folgenden Ebbe sinkt der Wasserstand erneut. Der Ablauf der Gezeiten wiederholt sich zwei Mal pro Tag im Abstand von etwa zwölf Stunden und 25 Minuten. Die Anziehungskraft der Mondmasse auf die Erde ist der Hauptgrund für die Gezeiten. Der Tidenhub ist je nach Ort und Jahreszeit unterschiedlich groß. Von ein paar Zentimetern bis über 13 Meter. Oh je, jetzt reicht es mir aber. Ich gehe ins Schwimmbad.

Ebbe und Flut Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Ebbe und Flut kannst du es wiederholen und üben.
  • Was weißt du über die Gezeiten? Zeige.

    Tipps

    Das Wort Niedrigwasser verrät dir bereits etwas über seine Bedeutung.

    Hast du in den Nachrichten schon einmal von einer Flut gehört?

    Lösung

    Der Kreislauf der Gezeiten hat verschiedene Phasen. Wenn der Wasserstand am niedrigsten ist, wird dies Niedrigwasser genannt. Danach folgt die Flut, in der der Wasserstand wieder steigt, bis der Wasserstand am höchsten ist. Dies nennt man dann Hochwasser. Während der sogenannten Ebbe sinkt der Wasserstand dann wieder.

  • Was sind die Gezeiten? Bestimme.

    Tipps

    Ebbe und Flut sind ein Teil der Gezeiten.

    Lösung

    Die Gezeiten sind Bewegungen der Meere, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Das kannst du an den Küsten beobachten, denn zwei Mal am Tag zieht sich dort das Meereswasser zurück und kommt nach einigen Stunden wieder zurück. Es wirkt, als würde jemand im Meer einen Stöpsel ziehen und es danach langsam wieder auffüllen.

    Wie weit sich das Wasser zurückzieht, ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

  • Was ist eine Springflut? Bestimme sie näher.

    Tipps

    Was sagt dir der Begriff Flut über den Wasserstand?

    Manche Fische können springen, eine Flut wurde aber nicht nach ihnen benannt.

    Lösung

    Eine Springflut ist eine ganz besondere Flut. Eine normale Flut wird von der Anziehungskraft des Mondes ausgelöst. Bei einer Springflut stehen Erde, Sonne und Mond in einer Linie. Dabei addiert sich die Anziehungskraft von Sonne und Mond und löst so eine besonders starke Flut aus. Denn es wird dann ein besonders großer Wasserberg duch die Anziehungskraft erzeugt.

  • Wie groß ist der Tidenhub? Bestimme.

    Tipps

    Der Tidenhub ist der Unterschied des Wasserspiegels zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

    Die Wasserstände sind durch die Wellenlinien gekennzeichnet.

    Lösung

    Der Tidenhub ist der Unterschied des Wasserspiegels zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Du kannst ihn ganz leicht ausrechnen – wie in diesem Beispiel:

    Hochwasser: 5 Meter; Niedrigwasser: 1 Meter

    • 5 - 1 = 4
    Tidenhub: 4 Meter

    So kannst du den Tidenhub ganz leicht berechnen.

    Gib auf die Skalen in den Bildern acht, sie sind nicht immer gleich aufgebaut.

  • Welche Tiere leben nicht im und am Wattenmeer? Prüfe.

    Tipps

    Das ist ein Eichhörnchen. Es lebt auf Bäumen.

    Lösung

    Im und am Wattenmeer leben viele verschiedene Tiere. Auch im Schlamm kannst du zum Beispiel Wattwürmer finden. Wenn Ebbe ist, kannst du eine Wattwanderung machen und dir die Tiere im Schlamm anschauen. Wichtig ist, dass du immer nur mit einem Wattführer durch das Watt gehst, denn die Flut kann schnell wiederkommen und das ist sehr gefährlich.

    Auf dem Bild konntest du aber auch Tiere finden, die im und am Wattenmeer keinen Lebensraum haben. Dazu gehören das Eichhörnchen, die Katze, der Affe und das Krokodil.

  • Warum gibt es Gezeiten? Beschreibe.

    Tipps

    Es wird bei uns jeden Morgen hell und jeden Abend wieder dunkel, weil sich die Erde um sich selbst dreht.

    Die mondzugewandte Seite ist die Seite der Erde, die zum Mond hin zeigt. Die mondabgewandte Seite ist die Seite, die vom Mond weg zeigt.

    Bei Ebbe sinkt der Wasserspiegel.

    Lösung

    Hättest du gedacht, dass der Mond der Grund für Ebbe und Flut ist? Seine Anziehungskraft erzeugt auf der Erde einen Wasserberg. Da, wo der Wasserberg sich befindet, ist gerade Flut. Und da, wo der Wasserberg nicht ist, herrscht Ebbe und der Wasserspiegel sinkt.

    Auch der zweite Wasserberg auf der mondabgewandten Seite der Erde wird durch die Anziehungskraft des Mondes ausgelöst. Er entsteht durch eine Fliehkraft der Erde.

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