Die Weltbevölkerungsverteilung
- Warum manche Regionen der Erde menschenleer, andere dagegen extrem dicht besiedelt sind
- Bevölkerungsdichte
- Eine thematische Karte richtig lesen
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Lerntext zum Thema Die Weltbevölkerungsverteilung
Warum manche Regionen der Erde menschenleer, andere dagegen extrem dicht besiedelt sind
Wenn du dir einen Globus anschaust und zu verschiedenen Orten recherchierst, fällt dir vielleicht auf: Manche Flächen sind riesig, aber kaum jemand wohnt dort, etwa die Sahara oder Sibirien. Andere Gebiete sind dagegen winzig, beherbergen aber Millionen Menschen, wie die Region um Tokio oder das Nildelta in Ägypten. Die Menschen auf der Erde sind also alles andere als gleichmäßig verteilt. In diesem Text erfährst du, welche Faktoren darüber entscheiden, wo Menschen bevorzugt leben, wo kaum jemand siedelt und wie man diese Unterschiede mit Zahlen und Karten sichtbar macht.
Bevölkerungsdichte
Um verschiedene Regionen der Erde miteinander vergleichen zu können, reicht die reine Einwohnerzahl der Länder nicht aus. Ein kleines Land mit fünf Millionen Menschen kann viel dichter besiedelt sein als ein riesiges Land mit fünfzig Millionen Menschen. Deshalb nutzen Geografinnen und Geografen den Wert der Bevölkerungsdichte.
Die Bevölkerungsdichte gibt an, wie viele Menschen im Durchschnitt auf einem Quadratkilometer Fläche leben. Sie wird berechnet, indem man die Einwohnerzahl eines Gebiets durch dessen Fläche in Quadratkilometern teilt.
Bangladesch hat beispielsweise eine Bevölkerungsdichte von über eintausend Einwohnerinnen und Einwohner pro Quadratkilometer, während die Mongolei nur auf etwa zwei Einwohnerinnen und Einwohner pro Quadratkilometer kommt. Wichtig ist dabei: Die Bevölkerungsdichte ist immer ein Durchschnittswert. Innerhalb eines Landes kann die tatsächliche Verteilung ganz unterschiedlich aussehen, etwa wenn sich die Bevölkerung in einigen wenigen Großstädten konzentriert, während große Landesteile fast menschenleer bleiben.
Eine thematische Karte richtig lesen
Auf einer thematischen Karte zur Bevölkerungsdichte werden Gebiete meist farblich abgestuft dargestellt: dunkle Farben für dicht besiedelte Regionen, helle Farben für dünn besiedelte Gebiete. Wichtig beim Kartenlesen ist der Blick in die Legende, denn dort steht, welcher Farbton welcher Einwohnerzahl pro Quadratkilometer entspricht.
Hier siehst du ein Beispiel einer solchen Karte für die Bevölkerungsdichte von Deutschland, 2023:
Gunsträume und Ungunsträume – warum siedeln Menschen nicht überall gleich?
Ob viele oder wenige Menschen in einer Region leben, hängt von zahlreichen natürlichen und wirtschaftlichen Bedingungen ab. Räume, die für das menschliche Leben besonders günstige Voraussetzungen bieten, nennt man Gunsträume, das Gegenteil sind Ungunsträume.
Ein Gunstraum bietet günstige natürliche und wirtschaftliche Bedingungen für die Besiedlung, etwa fruchtbare Böden, ausreichend Wasser und ein gemäßigtes Klima. Ein Ungunstraum weist dagegen erschwerte Bedingungen auf, etwa extreme Trockenheit, Kälte, Höhenlage oder unfruchtbare Böden.
Die folgende Übersicht zeigt typische Merkmale beider Raumtypen:
| Merkmal | Gunstraum | Ungunstraum |
|---|---|---|
| Klima | gemäßigt, ausreichend Niederschlag | extrem trocken, extrem kalt oder sehr feucht-heiß |
| Böden | fruchtbar, gut für Landwirtschaft | unfruchtbar, felsig oder dauerhaft gefroren |
| Wasserverfügbarkeit | ausreichend Süßwasser vorhanden | Wassermangel oder ständige Überschwemmung |
| Relief | Flach- und Hügelland, gut erschließbar | Hochgebirge oder extreme Höhenlagen |
| Wirtschaftliche Lage | gute Verkehrsanbindung, Arbeitsplätze | abgelegen, wenig wirtschaftliche Entwicklung |
Ein Beispiel für einen klassischen Gunstraum ist das Nildelta in Ägypten: Obwohl Ägypten größtenteils von Wüste bedeckt ist, konzentriert sich dort ein Großteil der gesamten Bevölkerung des Landes auf einem schmalen, fruchtbaren Streifen entlang des Nils. Der Nil führt regelmäßig Wasser und lagert fruchtbaren Schlamm ab. Entlang des Flusses entstehen so fruchtbare Böden, die intensive Landwirtschaft ermöglichen. Dadurch können dort viele Menschen von der Landwirtschaft leben und siedeln sich in großer Zahl an.
Stell dir vor, du müsstest entscheiden, wo deine Familie ein Haus baut. Wahrscheinlich würdest du eine Gegend mit Wasseranschluss, mildem Klima und in der Nähe von Arbeitsplätzen wählen, statt eine Gegend mitten in der Wüste oder auf einem vergletscherten Berg. Genau diese Überlegung erklärt im Großen, warum Menschen sich weltweit ungleich verteilen.
Warum manche Ungunsträume trotzdem dicht besiedelt sind
Nicht jede dicht besiedelte Region ist automatisch ein klassischer Gunstraum, und nicht jeder Gunstraum wird tatsächlich stark besiedelt. Wüstenstaaten am Persischen Golf etwa haben durch Erdölreichtum und moderne Technik wie Meerwasserentsalzung trotz ungünstiger natürlicher Bedingungen sehr wohlhabende, wachsende Städte hervorgebracht. Umgekehrt gibt es Regionen mit eigentlich günstigem Klima, die aufgrund politischer Instabilität, fehlender Infrastruktur oder historischer Entwicklungen nur dünn besiedelt sind. Das zeigt: Die Bevölkerungsverteilung lässt sich nie allein durch die Natur erklären, denn wirtschaftliche und historische Faktoren wirken immer mit.
Ausblick – das lernst du nach dem Thema Weltbevölkerungsverteilung
Im nächsten Schritt kannst du dich mit dem Thema Überbevölkerung auseinandersetzen.
Zusammenfassung zum Thema Weltbevölkerungsverteilung
- Die Bevölkerungsdichte gibt die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Quadratkilometer an.
- Gunsträume bieten günstige natürliche und wirtschaftliche Bedingungen für die Besiedlung, Ungunsträume erschwerte.
- Fruchtbare Flussoasen wie das Nildelta zeigen beispielhaft, wie natürliche Vorteile zu hoher Bevölkerungsdichte führen.
- Wirtschaftlicher und technischer Fortschritt kann auch in natürlichen Ungunsträumen dichte Besiedlung ermöglichen.
- Bevölkerungsverteilung lässt sich nie allein mit dem Klima erklären, sondern immer nur durch Betrachtung mehrerer Faktoren.
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