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Die mittelalterliche Stadt 05:38 min

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Transkript Die mittelalterliche Stadt

Hallo, ich bin Clara und ich erzähle euch heute ein bisschen was über die mittelalterliche Stadt. Um dieses Video zu verstehen, musst du eigentlich nicht viel Vorwissen mitbringen. Es hilft dir natürlich, wenn du die Struktur und die Organisation der mittelalterlichen Gesellschaft im Allgemeinen bereits kennst, da ich auf diese hier nicht gesondert eingehen werde. In diesem Video gehe ich auf vier Aspekte der mittelalterlichen Stadt ein. Als Allererstes besprechen wir die Ursachen der mittelalterlichen Stadt, also wie kam es zu der Städtebildung? Dann auf die Gesellschaft, also die verschiedenen Gesellschaftsschichten, die in der mittelalterlichen Stadt zusammentreffen, dann auf den Handel, der nun eine sehr große Rolle spielte und schließlich noch auf Vor- und Nachteile, die mit der Bildung von Städten zusammenkommen. Als Allererstes einmal zu den Ursachen der Städtebildung. Städte bildeten sich zumeist da, wo bereits ein strategisch oder wirtschaftlich günstiger Standpunkt war. Das heißt z. B. in der Nähe oder um Bischofssitze, Klöster oder alten Römersiedlungen. Regiert wurden mittelalterliche Städte entweder von einem adligen Herren oder, wenn sie das königliche Recht der Selbstverwaltung hatten, von den Patriziern. Diese Städte nannte man freie Städte. Die reichen Kaufleute, die die freien Städte verwalteten, nannten sich Patrizier. Patrizier waren entweder reiche Kaufleute oder Vertreter von Zünften, also der handwerklichen Zusammenschlüsse. Der Spruch "Stadtluft macht frei" prägte sich in dieser Zeit.  Nun zur Gesellschaft der mittelalterlichen Stadt. In der mittelalterlichen Stadt gab es drei verschiedene Gesellschaftsschichten. Reichtum und Ansehen bestimmten die Zugehörigkeit zu Gesellschaftsschichten. Also fanden sich in der Oberschicht die reichsten und die angesehensten Bürger der Stadt, z. B. Groß- und Fernkaufleute, reiche Händler, die hohen städtischen Beamten sowie Grund- und Hausbesitzer. Sie bildeten den kleinsten Teil der Bewohner der Stadt und damit hier die Spitze der Pyramide. In der Mitte steht die Mittelschicht. Also fanden sich in der Oberschicht die reichsten und die angesehensten Bürger der Stadt, z. B. Groß- und Fernkaufleute, reiche Händler, die hohen städtischen Beamten sowie Grund- und Hausbesitzer. Darunter steht die Unterschicht. Die Unterschicht war am meisten vertreten. Sie bestand aus ärmeren Handwerkern, als die die sich in der Mittelschicht befinden oder Kleinkaufleuten, Gesellen, Tagelöhnern, Knechten und Mägden. Außerdem gab es noch gewisse Randgruppen. Diese wurden keiner speziellen Gesellschaftsschicht zugeordnet, da sie entweder einen Beruf ausübten, der als unehrlich angesehen wurde. Also z. B. Henker oder Gaukler, aber auch Aussätzige gehörten zur Randgruppe. Juden wurden auch nicht in das Leben der Stadt mit einbezogen. Sie durften kein Handwerk ausüben und waren so meist Händler oder Geldverleiher. Juden bildeten auch aufgrund ihrer Religion eine eigene Gemeinde der Stadt und wohnten im Judenviertel. Im Getto, also abgeschnitten von den anderen. Als sich immer mehr Städte bildeten, wurde der Handel zwischen den Städten sehr wichtig. So wurden die Kaufleute in der Gesellschaft immer wichtiger. Sie schlossen sich zusammen zu Genossenschaften und später schlossen sich sogar ganze Städte zusammen zu Bündnissen. Dies geschah zur Sicherung ihrer Handels- und Seewege, damit sie einen sicheren Handel gewährleisten konnten. Die mächtigste dieser Hansen war die überwiegend norddeutsche Hanse, die im 14. Jahrhundert entstand und von Lübeck geführt wurde. Sie schloss Handelsverträge, entschied über Krieg und Frieden und regelte alle wirtschaftlichen Belange. Diese Hanse, der auf dem Höhepunkt ihrer Macht um 1400 ca. 100 Städte angehörten, beherrschte den Handel im gesamten Nord- und Ostseeraum. Kommen wir jetzt zu Vor- und Nachteilen, die mit der Entstehung von mittelalterlichen Städten aufkamen. Ein großer Vorteil für die Bewohner der Städte war die Sicherheit, die sich innerhalb der Stadtmauern bot. Die Magd und die Gerichtsordnung sowie die Zünfte und die Gilden, die Genossenschaften der Handwerker und der Händler regelten alle Bereiche des Zusammenlebens. Um Arme und Kranke kümmerten sich die Stadt oder Kirchen, Klöster und reiche Familien. Diese Vorteile gegenüber dem Land machten viele Städte reich und erhöhten ihren Einfluss. Es zogen immer mehr Leute vom Land in die Stadt, da diese einen attraktiveren Lebensraum boten.  Natürlich gab es auch neue Probleme, die erst durch die Entwicklung von Städten entstanden. So verbreiteten sich Seuchen und Feuersbrünste in der Stadt schneller als auf dem Land und hatten oft verheerende Auswirkungen. Und auch die großen gesellschaftlichen Unterschiede erzeugte oft Neid und Missgunst und führten immer wieder zu Unruhen. So, das wars auch schon. Ich hoffe, dass du jetzt die Stadt im Mittelalter besser verstehst, ihren Aufbau nachvollziehen kannst, dir das Leben in der Stadt vorstellen und auch weißt, was für Probleme damit entstehen können. Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit und freue mich aufs nächste Mal. Bis dann.