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Das Exzerpt 07:58 min

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Transkript Das Exzerpt

Hallo, ich bin’s. Deine Deutsch-Tutorin Sarina.

Ich werde dir in diesem Lernvideo eine wissenschaftliche Arbeitstechnik vorstellen, die dir das Lernen sehr erleichtern kann: das Exzerpieren, dessen Endprodukt Exzerpt genannt wird. Ständig wirst du in der Schule mit langen und komplizierten Texten konfrontiert.

Natürlich musst du keine ganzen Aufsätze auswendig lernen. Stattdessen ist es sinnvoll, den Fokus auf bestimmte Textabschnitte zu setzen. Um dir hierbei zu helfen, werde ich dir zunächst erklären, was ein Exzerpt überhaupt ist, wie es dir im Schulalltag helfen kann und inwiefern es sich von einer Zusammenfassung unterscheidet.

  1. Danach werde ich dir Tipps dazu geben, wie man ein Exzerpt am besten verfasst.

Dabei werde ich auf die Planung, das Schreiben und die Sprache eingehen.

  1. Dies werde ich an einem konkreten Beispiel verdeutlichen.

Es wäre vorteilhaft, wenn du mit der Zusammenfassung von Texten und der richtigen Zitierweise vertraut bist. Der Begriff “Exzerpt” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “das Herausgenommene”.

Allgemein kann man das Exzerpt also als einen Auszug aus einem schriftlichen Dokument, wie beispielsweise einem Artikel, Aufsatz oder Buch, verstehen. Ein Exzerpt dient dazu, die wesentlichen Punkte eines Originaltextes festzuhalten, die dir, dem Leser, bedeutsam erscheinen. Dieses Sammeln von Thesen, Argumenten und Reflexionen geschieht auf eine durchgängig sachliche und objektive Weise. Deine eigene Meinung darf an keiner Stelle im Exzerpt deutlich werden. Aber wie kann dir das Exzerpt denn nun tatsächlich im Abitur weiterhelfen?

Es hilft dir, wesentliche Aussagen oder Gedanken festzuhalten, aufzubewahren und für weitere Arbeiten verfügbar zu machen. Das heißt, du erstellst eine Art Stoffsammlung zu Texten und musst diese nicht immer wieder komplett lesen. Das ist eine enorme Arbeitserleichterung und bringt Struktur in deinen Lernvorgang. Der wesentliche Unterschied zur Zusammenfassung besteht darin, dass du den Originaltext beim Exzerpieren immer nach einer übergeordneten Fragestellung, die du dir vorher überlegt hast, zusammenfasst.

Das bedeutet: du bearbeitest den Text unter einem oder mehreren bestimmten Aspekten und ordnest ihn nach Kriterien, die dich in deinem Thema weiterbringen. Alles, was für dich und deine konkrete Fragestellung nicht relevant scheint, muss also nicht zusammengefasst werden.

Deshalb gibt es auch keine einheitlichen Vorgaben, wie lang ein Exzerpt im Vergleich zum Originaldokument sein soll. Die Textlänge ist individuell. Nachdem du die Arbeitstechnik als solche nun kennengelernt hast, kommen wir jetzt dazu, wie man ein Exzerpt verfasst.

  1. Am Anfang der Planung steht das genaue Lesen.

Wenn dir Wörter unbekannt sind, schlage sie nach. Anschließend solltest du dir überlegen, welche Textabschnitte dir besonders relevant für dein Thema erscheinen. Diese kannst du mit einem Textmarker markieren oder mit aussagekräftigen Teilüberschriften versehen.

Nach diesen Vorbereitungen kannst du mit dem Schreiben eines Exzerpts beginnen. Hierfür gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Methoden.

Du kannst zum einen besonders treffende und relevante Textstellen direkt zitieren, also wörtlich in dein Exzerpt mit aufnehmen.

Zum anderen besteht die Möglichkeit, längere Passagen in eigenen Worten zusammenzufassen. Das kann dir beim Lernen helfen, weil du den Text nicht einfach nur unreflektiert übernimmst, sondern ihn dir beim Umformulieren schon einmal genau durch den Kopf gehen lässt. Beide Verfahren sind innerhalb eines Exzerpts auch kombinierbar.

Aber Vorsicht! Es ist in beiden Fällen notwendig, die verwendeten Quellen korrekt anzugeben, da deine herausgenommenen Informationen sonst als Diebstahl geistigen Eigentums verstanden werden. Dies bezeichnet man als Plagiat. Sprachlich gilt beim Schreiben eines Exzerpts, dass du es für dich so verständlich und auf den Punkt gebracht wie möglich schreibst.

Beachten musst du aber, dass Exzerpte immer im Präsens geschrieben werden. Vergiss außerdem nicht, den Konjunktiv zu verwenden, wenn du paraphrasierst, also umschreibst, was jemand anderes geäußert hat. Also schreibe nicht: “Er vertritt die Meinung, es ist falsch,...”, sondern unbedingt “Er vertritt die Meinung, es sei falsch,...”. Kommen wir nun zu einem Anwendungsbeispiel.

Nehmen wir an, du bräuchtest für den Deutschunterricht konkrete Informationen zu den Idealen der “ritterlich-höfischen Literatur” im Mittelalter und stößest bei der Recherche auf folgende, dir für dein Thema relevant erscheinende Textstelle:

“Durch das Erlebnis der ersten Kreuzzüge hatte das Rittertum ein verstärktes Standesbewusstsein gewonnen und entwickelte das Ideal eines christlichen Dienstes voller Kampf und aktiv zu bestehender Gefahren (vita activa). Damit löste es sich von dem bis dahin kulturell dominierenden Klerus, der sich am Leitbild einer kontemplativen Lebensführung (vita contemplativa) orientierte.” Nach dem ersten Lesen wirst du bemerkt haben, dass sich in dieser Textstelle relevante und weniger relevante Informationen zu deinem Thema befinden.

Zur Unterscheidung kann dir das Markieren einiger Schlagwörter bezüglich der Ideale des Rittertums behilflich sein. Der Teil, der sich auf die geistliche Literatur des Klerus’ bezieht, hilft dir bei der Erarbeitung der ritterlich-höfischen Literatur nicht wirklich weiter, also musst du diesen nicht in dein Exzerpt aufnehmen.

Nun kannst du überlegen, ob du den restlichen Teil direkt zitieren oder in eigene Worte fassen möchtest. Wenn du dich entscheidest, ihn in eigene Worte zu fassen, um ihn einfacher und verständlicher zu machen, könntest du den Satz für dein Exzerpt zum Beispiel so formulieren:

“Das Rittertum idealisierte mit wachsendem Standesbewusstsein ein aktives Leben voller Kampf und Herausforderungen.” Versuche doch gleich, selbst ein Exzerpt zu erstellen! Denke dabei an alles, was ich jetzt noch einmal wiederholen werde. Ein Exzerpt dient dazu, die wesentlichen Punkte eines Originaltextes themengeleitet festzuhalten. Deine eigene Meinung hat in einem Exzerpt nichts zu suchen: es soll sachlich und objektiv sein. Du kannst sowohl direkt aus dem Originaltext zitieren als auch Textpassagen in eigene Worte fassen. Ein Exzerpt wird im Präsens geschrieben und wenn du andere Meinungen indirekt wiedergibst, musst du den Konjunktiv verwenden.

Viel Erfolg beim Üben! Tschüß - und bis zum nächsten Mal.

4 Kommentare
  1. Gibt es einen Schluss?

    Von Elfriede Tockner, vor 6 Monaten
  2. Spitze Video hat mir sehr viel weiter geholfen den ich habe in der Deutsch Schularbeit einen Einser geschrieben

    Von Erik E., vor 12 Monaten
  3. Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass dir das Video geholfen hat.
    Beste Grüße
    Dier Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als 4 Jahren
  4. danke diese video hat mir geholfen

    Von T Mikeljevic, vor mehr als 4 Jahren

Das Exzerpt Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Exzerpt kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe, was ein Exzerpt ist.

    Tipps

    Der Begriff Exzerpt kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „das Herausgenommene“.

    Exzerpte können zum Beispiel tabellarisch aufgebaut sein. Häufig werden die eigenen Gedanken dann in einer separaten Spalte festgehalten.

    Lösung

    Exzerpte können unterschiedlich aufgebaut sein, sie sollten jedoch immer dieselbe Funktion erfüllen: Sie halten die wesentlichen Punkte eines Textes, die wichtigsten Thesen in Bezug auf eine Fragestellung und gegebenenfalls auch die eigenen Gedanken eines Textes fest.

    Beim Exzerpieren solltest du gründlich arbeiten. Wenn du zitierst oder den Inhalt eines Textabschnittes indirekt wiedergibst, solltest du genau darauf achten, die Quellenangaben richtig festzuhalten. Eigene Kommentare oder Gedanken solltest du separat festhalten, damit du deine und die fremden Gedanken später noch unterscheiden kannst.

    Wenn du beim Exzerpieren alles richtig machst, wirst du nach kurzer Zeit auf eine große Stoffsammlung zugreifen können. Im besten Fall notierst du alle Inhalte so genau, dass du den Ausgangstext nicht noch einmal zur Hand nehmen musst.

  • Bestimme, wie du beim Schreiben eines Exzerpts vorgehst.

    Tipps

    Beim Verfassen eines Exzerptes überlegst du dir zuerst eine Fragestellung. Welcher nächste Schritt wäre sinnvoll?

    Nach dem Lesen schlägst du dir unbekannte Wörter nach.

    Das Verfassen des Exzerpts ist der letzte Schritt.

    Lösung

    Natürlich kann die Vorbereitung für das Schreiben eines Exzerpts unterschiedlich aussehen. Eine mögliche Ordnung der Planungsschritte könnte folgendermaßen sein:

    Wenn man ein Exzerpt verfassen möchte, hat man bereits eine Fragestellung oder ein Thema. Nachdem die Fragestellung festgelegt worden ist, ist es an der Zeit, den Text zu lesen und anschließend die unbekannten Wörter nachzuschlagen. Anschließend sollte man die relevanten Textabschnitte erkennen und wichtige Argumente und Aussagen markieren. Teilüberschriften können dir beim Strukturieren des Textes ebenfalls behilflich sein.

  • Zeige den Unterschied zwischen einem Exzerpt und einer Zusammenfassung auf.

    Tipps

    Eine Zusammenfassung hat eine feste Struktur mit vorgegebener Länge und ganz bestimmten Bestandteilen.

    So wird die Zusammenfassung in Einleitung, Hauptteil und Schluss unterteilt.

    Die Länge des Exzerpts orientiert sich an der übergeordneten Fragestellung.

    Lösung

    Obwohl das Exzerpt auch als Zusammenfassung verstanden werden könnte, gibt es deutliche Unterschiede zwischen diesen Methoden wissenschaftlicher Textarbeit.

    Eine Zusammenfassung besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss und fasst das Wesentliche der Handlung zusammen. Dabei sollte die Handlung ausschließlich in eigenen Worten wiedergegeben und weder zitiert noch paraphrasiert werden. Die eigene Meinung spielt für die Zusammenfassung keine Rolle.

    Das Exzerpt ist nur ein Auszug aus einem Dokument. Der Text wird dabei unter bestimmten Aspekten oder Kriterien behandelt, wie z. B. in Bezug auf eine übergeordnete Fragestellung, die man sich vor dem Lesen des Textes überlegt. Die Argumente und Thesen kannst du sowohl zitieren als auch paraphrasieren. Auch eigene Gedankengänge kann man in einem Exzerpt festhalten, jedoch müssen diese strikt von den zitierten oder paraphrasierten Aussagen des Textes getrennt werden.

  • Erkläre die deutsche Zitierweise.

    Tipps

    Eine Fußnote kann neben Belegen auch Erläuterungen zu Fachbegriffen oder andere Anmerkungen enthalten. Wichtig ist, dass diese Information nicht essentiell für das Verständnis deines Textes sein darf, denn dann sollte es im Fließtext stehen.

    Ein Vollbeleg zu einem Buchtitel enthält folgende Angaben:

    Name, Vorname: Titel, Verlag, Erscheinungsort und -jahr, Seite.

    Lösung

    Das Erstellen von Fußnoten kann ziemlich aufwendig sein. Wenn man sich jedoch daran gewöhnt hat, helfen sie dabei, einen Text gut zu strukturieren.

    Damit alle Leser und Leserinnen deines Textes deine Quellenverweise nachvollziehen können, solltest du sehr auf die korrekte hochgestellte Zahl achten. Die Zahl, die hinter dem verwendeten Zitat steht, verweist nämlich auf die entsprechende Quelle. Wenn du bei den Belegen strukturiert vorgehst und gleich die Voll- und Kurzbelege in der Fußnote notierst, sparst du dir viel Arbeit und Zeit für das Literaturverzeichnis. Das Literaturverzeichnis enthält nämlich die Vollbelege in alphabetischer Reihenfolge. Diese kannst du also direkt in das Verzeichnis kopieren.

  • Erläutere den Unterschied zwischen Zitat und Paraphrase.

    Tipps

    Als Plagiat wird die unrechtmäßige Aneignung und Veröffentlichung von fremdem Gedankengut bezeichnet.

    Hierbei handelt es sich um ein Zitat:

    „Ich bin ein Berliner.“ (John F. Kennedy im Jahre 1963)

    Hierbei handelt es sich um eine Paraphrase:

    Am 26. Juni 1963 sagte John F. Kennedy, dass er ein Berliner sei.

    Lösung

    Zitate und Paraphrasen sind wichtige Hilfsmittel beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten. Mithilfe von Zitaten und Paraphrasen können Argumente, die für ein Thema relevant sind, diskutiert oder kritisiert werden. Wichtig ist, dass man beim Zitieren und Paraphrasieren gründlich arbeitet, denn wenn fremde Textpassagen ohne korrekte Kennzeichnung übernommen und somit als eigene Gedanken dargestellt werden, macht man sich des Plagiats schuldig. Die Urheberrechte sind im Grundgesetz verankert.

  • Erarbeite die Arbeitsschritte zum Erstellen von Paraphrasen.

    Tipps

    Zunächst musst du entscheiden, ob du dich für ein Zitat oder eine Paraphrase entscheidest.

    Dann musst du den Kerngedanken einer Aussage herausarbeiten, bevor du ihn verschriftlichst.

    Lösung

    Wenn du in deinen eigenen Text Informationen aus anderen Texten einbringen möchtest, musst du dich zuerst entscheiden, ob du diese Informationen zitieren oder paraphrasieren möchtest. Je nach Informationsdichte und Wortwahl eignet sich manchmal ein Zitat und manchmal aber auch eine Paraphrase besser. Beachte jedoch, dass du sowohl Zitate als auch Paraphrasen verwendest. Genauso wichtig sind aber auch eigene Erkenntnisse, denn es handelt sich ja schließlich um deine Arbeit.

    Beim Paraphrasieren solltest du immer den Konjunktiv verwenden. Vergiss nicht, zum Schluss die bibliografischen Angaben zu notieren. Es kann beim Verfassen einer schriftlichen Arbeit schnell passieren, dass man Paraphrasen im Nachhinein nicht mehr als solche erkennt und sie als eigene Gedanken ausgibt. In diesem Fall würde ein Plagiat vorliegen.