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Rhetorische Frage

Eine rhetorische Frage ist mehr als nur eine Frage - sie ist ein sprachliches Stilmittel, das eher eine Aussage trifft, als eine Antwort zu erwarten. Sie beeinflusst die Zuhörer und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf den Inhalt. Das Verstehen und Meistern dieser Technik eröffnet dir eine ganz neue Tür in der Welt der Kommunikation und Rhetorik. Neugierig geworden? Tauche tiefer in diese faszinierende Welt ein und entdecke mehr im folgenden Text!

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Die Autor*innen
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Annas Sofatutor
Rhetorische Frage
lernst du in der Sekundarstufe 3. Klasse - 4. Klasse - 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse

Rhetorische Frage Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Rhetorische Frage kannst du es wiederholen und üben.
  • Definiere die rhetorische Frage.

    Tipps

    Überlege noch einmal, was der Unterschied zwischen einer normalen Frage und der rhetorischen Frage ist. Bei welcher ist die Antwort bereits bekannt?

    Lösung

    Die rhetorische Frage ist ein sprachliches Stilmittel und tritt zum Beispiel in literarischen Kontexten und in politischen Reden auf.

    Wie andere Stilmittel auch, dient die rhetorische Frage bei ihrer Verwendung nicht nur der reinen Information, sondern soll bei dem/der Zuhörer/-in eine bestimmte Wirkung erzielen. Es handelt sich dabei um eine Frage, dessen Antwort bereits bekannt ist.

    Das Beispiel Wer ist schon perfekt? macht diesen Aspekt deutlich. Diese rhetorische Frage drückt schon aus, dass niemand perfekt ist.

  • Bestimme die Merkmale von rhetorischen Fragen.

    Tipps

    Erinnere dich an die Unterschiede zwischen einer normalen Frage und einer rhetorischen Frage.

    Lösung
    • Bei der rhetorischen Frage handelt es sich nicht im eigentlichen Sinne um eine Frage.
    Diese Aussage ist korrekt. Anders als normale Fragen drückt die rhetorische Frage eher eine Meinung aus und enthält daher auch schon eine Antwort.
    • Die rhetorische Frage drückt einen Zweifel auf der Seite des Sprechers aus.
    Diese Aussage ist nicht korrekt. Dieses Merkmal trifft auf normale Fragen zu. Bei der rhetorischen Frage dagegen ist der Sprecher nicht im Zweifel. Er möchte im Gegenteil seine Meinung äußern.
    • Mit der rhetorischen Frage möchte ein Sprecher in jedem Fall eine Antwort erhalten.
    Diese Aussage ist nicht korrekt. Eine Antwort ist entweder bereits in der rhetorischen Frage enthalten, wie beispielsweise in Wer ist schon perfekt?, oder wird von ihr vorgegeben: Du willst doch nicht wirklich dieses Kleid anziehen?.
    • Mit der rhetorischen Frage möchte der Sprecher sein Gegenüber provozieren oder beeinflussen.
    Diese Aussage ist korrekt. Die Rhetorische Frage enthält ihre Antwort bereits und gibt sie somit vor, sodass der Hörer nicht mehr frei antworten kann.
    • Mit der rhetorischen Frage drückt der Sprecher indirekt seine Meinung aus.
    Diese Aussage ist korrekt. Da die rhetorische Frage ihre Antwort bereits enthält, macht sie deutlich, wie der Sprecher über bestimmte Sachverhalte denkt.
    • Die rhetorische Frage wird nur in unserer Alltagssprache verwendet.
    Diese Aussage ist nicht korrekt. Wir benutzen die rhetorische Frage zwar oft in unserem Alltag, sie findet aber auch Verwendung in politischen Reden oder in Vorträgen. Weiterhin ist sie im literarischen Kontext, zum Beispiel in Gedichten, zu finden.
  • Ermittle die rhetorischen Fragen.

    Tipps

    Überlege, auf welche Fragen die sprechende Person tatsächlich eine wahre Antwort erhalten möchte.

    Erinner dich an die Signalwörter, die man manchmal in rhetorischen Fragen finden kann.

    Lösung
    • Wer hätte das gedacht?
    Das ist ein rhetorische Frage. Die sprechende Person fragt hier nicht tatsächlich nach einer Person, die irgendetwas geglaubt hat, sondern macht die Aussage, dass keine/-r an diese Sache geglaubt hat. Umgeformt würde die Aussage heißen: Das hätte keine/-r gedacht!.
    • Soll ich das so machen?
    Das ist eine normale Frage. Die sprechende Person möchte hier eine Antwort erhalten und ist im Zweifel über ihr eigenes Vorgehen.
    • Soll das wirklich alles sein?
    Das ist ein rhetorische Frage. Man erkennt sie zunächst an dem Signalwort wirklich. Außerdem steckt in dieser Frage eigentlich eher die Aussage: Das kann doch nicht alles gewesen sein!.
    • Hast du daran gedacht?
    Das ist eine normale Frage. Die sprechende Person möchte mit dieser Frage tatsächlich eine Antwort von ihrem Gegenüber erhalten.
    • Wer glaubt denn noch an sowas?
    Das ist ein rhetorische Frage. Sie enthält eher die Aussage: Das glaubt niemand mehr! und drückt damit indirekt die Meinung der sprechenden Person aus.
  • Erkenne die Signalwörter in den rhetorischen Fragen.

    Tipps

    Die Signalwörter in einer rhetorischen Frage sorgen dafür, dass sie ihre Antwort schon enthalten bzw. vorgeben.

    Wenn man die Signalwörter in einer rhetorischen Frage weglässt, wird daraus eine normale Frage, auf die der/die Hörer/-in eine wahre Antwort geben könnte.

    Lösung

    Oft sind es die Signalwörter, die eine rhetorische Frage als eine solche markieren.

    • jemals
    • doch nicht wirklich
    • etwa
    • wirklich
    • doch nicht etwa
    Sie sorgen dafür, dass die rhetorische Frage ihre Antwort bereits enthält bzw. die Antwort des Gegenübers in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. Hinter der rhetorischen Frage Hast du etwa den ganzen Kuchen alleine aufgegessen? steckt die Aussage Ich finde es unglaublich, dass du den ganzen Kuchen alleine aufgegessen hast! Und die rhetorische Frage Willst du wirklich in diesem Outfit auf die Straße gehen? legt dem/der Hörer/-in nahe, darauf mit nein zu antworten.
    Wenn man die Signalwörter dagegen weglässt, entstehen aus rhetorischen Fragen normale Fragen, die man stellen kann, um vom Gegenüber eine Antwort zu erhalten. Zum Beispiel kann man aus Interesse fragen Du willst heute Abend schon wieder Pizza essen?, was die Frage schon etwas entschärft.

  • Erstelle einen Merktext für rhetorische Fragen.

    Tipps

    Achte auf die Satzzeichen und auf Signalwörter wie und. Das kann dir schon Hinweise auf die richtige Reihenfolge geben.

    Lösung
    • Die rhetorische Frage ist ein sprachliches Stilmittel und tritt zum Beispiel in politischen Reden oder in unserer Alltagssprache auf. Es handelt sich dabei um ein Stilmittel der Rhetorik, der Redekunst aus der Antike, und wurde ursprünglich, aber auch später eingesetzt, um politische Gegner/-innen zu überzeugen.
    • Es handelt sich dabei um eine Frage, dessen Antwort bereits bekannt ist. Die rhetorische Frage ist im eigentlichen Sinne nämlich keine Frage, auch wenn sie formal so aussieht. Eine normale Frage drückt immer einen Zweifel auf der Sprecher/-innenseite aus und möchte eine Antwort erhalten - das ist bei der rhetorischen Frage nicht der Fall.
    • Daher äußert die sprechende Person mit einer rhetorischen Frage eher ihre Meinung und möchte teilweise auch die Adressat/-innen provozieren oder beeinflussen. Da die Antwort in einer rhetorischen Frage bereits enthalten ist, kann der/die Adressat/-in auf diese auch nicht frei antworten.
  • Bestimme die Kategorie der rhetorischen Frage.

    Tipps

    Überlege einmal, was die rhetorische Frage so besonders macht. Ist es ihr Klang, ist es ein einziges Wort oder ist es die Frage als Ganzes?

    Es gibt zwar rhetorische Fragen, die ein Signalwort enthalten - das muss aber nicht immer der Fall sein.

    Überlege noch einmal, welches Ziel die rhetorische Frage hat.

    Lösung

    Die rhetorische Frage ist eine...
    ...Satzfigur
    Wie in einer normalen Frage auch ist in der rhetorische Frage der Satzbau wichtig, um sie als eine solche auszumachen. Dieser unterscheidet sich formal von dem eines Aussagesatzes, auch wenn die rhetorische Frage eine Aussage macht, anstatt eine tatsächliche Frage zu stellen. Man kann sie zwar manchmal an einem Signalwort erkennen, was vielleicht einen Hinweis auf eine Wortfigur vermuten lässt, das muss aber nicht immer der Fall sein. Sie kann immer nur als Ganzes bestehen, um ihre Wirkung zu erzielen.
    ...und eine Gedankenfigur
    Die rhetorische Frage dient als Ganzes dazu, die Gedanken der Hörer/-innen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Anders als Wort- oder Klangfiguren benötigen auch Gedankenfiguren einen ganzen Satz mit einer bestimmten Syntax, um dieses Ziel zu erreichen.