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Monsun in Indien und China: Entstehung und Folgen

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Monsun in Indien und China

Wenn in Deutschland im Sommer ein paar Wochen wenig Regen fällt, ist das bislang zwar ökologisch und ökonomisch belastend, selten aber existenzbedrohend. In weiten Teilen Indiens und Chinas dagegen entscheidet ein Wetterphänomen jedes Jahr darüber, ob Millionen Menschen von Hunger bedroht sind: der Monsun. Bleibt der erwartete Regen aus oder fällt er zu stark aus, hat das unmittelbare Folgen für die Landwirtschaft, die Wasserversorgung und sogar für die Wirtschaft ganzer Länder. In diesem Text erfährst du, wie der Monsun entsteht, warum er so regelmäßig auftritt und welche Folgen er für die Menschen in Indien und China hat.

Monsun – Definition

Der Begriff Monsun stammt vom arabischen Wort mausim ab, was so viel wie „Jahreszeit" bedeutet. Damit ist bereits der wichtigste Unterschied zum gewöhnlichen Wetter angesprochen: Der Monsun ist kein einzelnes Wetterereignis, sondern ein saisonal wechselndes Windsystem, das über Monate hinweg die Wetterlage einer ganzen Region bestimmt.

Der Monsun ist ein großräumiges Windsystem, das seine Richtung zwischen Sommer und Winter um etwa 180 Grad umkehrt und dabei ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten hervorruft.

In Süd- und Ostasien unterscheidet man dabei zwei Hauptphasen: den Sommermonsun, der feuchte Luftmassen vom Meer aufs Land bringt und für heftige Regenfälle sorgt, sowie den Wintermonsun, bei dem trockene Luft vom Landesinneren in Richtung Meer weht und für eine ausgeprägte Trockenzeit sorgt.

Monsun – Entstehung

Damit ein Monsun entstehen kann, müssen bestimmte geografische Bedingungen zusammenkommen, allen voran ein großer Kontinent, der an einen großen Ozean grenzt. Genau das ist bei Asien und dem Indischen Ozean der Fall.

Die Entstehung lässt sich als mehrgliedrige Ursache-Wirkungs-Kette darstellen:

  • Im Sommer erwärmt sich die riesige Landmasse Asiens deutlich schneller und stärker als das Meer.
  • Über dem Land entsteht ein Gebiet mit aufsteigender, warmer Luft und niedrigem Luftdruck, während über dem kühleren Meer der Luftdruck höher bleibt.
  • Feuchte Luftmassen strömen deshalb vom Meer zum Land, wo sie in Richtung Gebirge, etwa den Himalaya, aufsteigen müssen.
  • Beim Aufsteigen kühlt die feuchte Luft ab, der enthaltene Wasserdampf kondensiert und es entstehen ergiebige, oft wochenlang anhaltende Regenfälle.

Sommermonsun

Im Winter kehrt sich der Vorgang um: Das Land kühlt schneller aus als das Meer, sodass nun trockene, kalte Luft vom Land zum Meer strömt und eine ausgeprägte Trockenzeit entsteht.

Der Monsun in Indien

In Indien beginnt der Sommermonsun meist im Juni an der Südwestküste und zieht in den folgenden Wochen über das gesamte Land, bevor er sich im September zurückzieht. In dieser Zeit fällt oft über 80 Prozent des gesamten Jahresniederschlags. Da ein großer Teil der indischen Landwirtschaft von Regenfeldbau abhängt, entscheidet die Stärke und der Zeitpunkt des Monsuns über den Erfolg der wichtigsten Ernten wie Reis, Baumwolle oder Zuckerrohr.

Fällt der Monsun zu schwach aus, drohen Ernteausfälle und Wasserknappheit für hunderte Millionen Menschen. Fällt er dagegen zu stark aus, kommt es häufig zu verheerenden Überschwemmungen, wie sie etwa regelmäßig in der Region um den Fluss Ganges auftreten. Der Monsun ist damit gleichzeitig lebensnotwendig und potenziell gefährlich.

Der Monsun in China

Auch China wird vom asiatischen Monsunsystem beeinflusst, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Während der Süden und Osten Chinas, etwa die Region um den Jangtsekiang, ausgeprägte Sommerniederschläge durch den Monsun erhält, bleibt der Nordwesten des Landes, etwa die Wüste Gobi, davon nahezu unberührt, da die feuchten Luftmassen auf dem langen Weg ins Landesinnere bereits fast vollständig abgeregnet sind.

Region Monsuneinfluss Typische Folge
Südost- und Ostchina stark ergiebige Sommerregen, intensive Reislandwirtschaft möglich
Nordwestchina sehr gering Trockengebiete, Wüsten wie die Gobi
Nordostchina mittel unregelmäßigere Niederschläge, höheres Dürrerisiko

Diese ungleiche Verteilung erklärt, warum die Landwirtschaft und damit auch die Bevölkerungsdichte in China stark zwischen den vom Monsun begünstigten Ost- und Südregionen und dem trockenen Westen und Norden variiert.

Folgen des Klimawandels für den Monsun

Der Klimawandel verändert das Monsunsystem zunehmend, allerdings nicht überall gleich. Fachleute beobachten in vielen Regionen eine größere Unberechenbarkeit: Der Monsun setzt teils später oder früher ein als gewohnt, Regenfälle konzentrieren sich stärker auf kurze, extreme Starkregenereignisse statt sich gleichmäßig über die Regenzeit zu verteilen, und Dürreperioden zwischen den Regenfällen werden in manchen Regionen länger. Für Länder wie Indien und China, deren Landwirtschaft und Wasserversorgung so eng an den Monsun gekoppelt sind, bedeutet das ein wachsendes Risiko für Ernteausfälle und Wassernutzungskonflikte.

Ausblick – das lernst du nach Monsun in Indien und China: Entstehung und Folgen

Im nächsten Schritt schaust du dir an, wie sich Klima- und Vegetationszonen weltweit unterscheiden und wie sie sich durch den Klimawandel langfristig verschieben.

Zusammenfassung zum Thema Monsun in Indien und China: Entstehung und Folgen

  • Der Monsun ist ein saisonal wechselndes Windsystem mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten.
  • Ursache ist die unterschiedliche Erwärmung von Land und Meer zwischen Sommer und Winter.
  • In Indien fällt während des Sommermonsuns oft über 80 Prozent des gesamten Jahresniederschlags.
  • Zu schwacher oder zu starker Monsun führt zu Ernteausfällen beziehungsweise Überschwemmungen.
  • In China wirkt der Monsun regional sehr unterschiedlich stark, besonders im Süden und Osten.
  • Der Klimawandel macht das Monsunsystem zunehmend unberechenbarer.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Monsun in Indien und China: Entstehung und Folgen

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