Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer?
- Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer? – das Erbe Roms in unserem Alltag
- Was haben die Römer gebaut, das wir heute noch nutzen?
- Welche Wörter und Schriftzeichen haben wir von den Römern übernommen?
- Der Kalender – ein Geschenk Caesars
- Das römische Recht – Regeln für das Zusammenleben
- Römische Städte in Deutschland
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Lerntext zum Thema Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer?
Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer? – das Erbe Roms in unserem Alltag
Stell dir einen ganz normalen Morgen vor: Du drehst den Wasserhahn auf, schaust auf den Kalender, gehst über die Straße zur Schule und schreibst dort Buchstaben in dein Heft. Was hat das alles mit dem Alten Rom zu tun? Eine ganze Menge! Denn obwohl das Römische Reich schon vor über 1500 Jahren unterging, begegnen dir seine Spuren jeden Tag. Was haben die Römerinnen und Römer erfunden, das wir heute noch nutzen? Welche Wörter in unserer Sprache stammen aus dem Lateinischen, der Sprache der Römer? Und warum gibt es in Deutschland Städte, die von den Römern gegründet wurden? Das erfährst du in diesem Text.
Als römisches Erbe bezeichnet man alles, was aus der Zeit des Römischen Reichs bis heute erhalten geblieben ist und unser Leben noch immer prägt – zum Beispiel Bauwerke, Wörter, unsere Schrift, der Kalender und Ideen für Recht und Gesetze. Vieles überdauerte das Mittelalter und ist in veränderter Form auch heute noch in unserem Leben präsent.
Was haben die Römer gebaut, das wir heute noch nutzen?
Die Römer waren geniale Baumeister. Ihr Reich war riesig, es reichte von Britannien bis nach Ägypten. Um es zu verwalten, brauchten sie gute Straßen. Deshalb bauten sie ein Straßennetz von über 80 000 Kilometern Länge. Für ihre Straßen suchten die Römer besonders günstige Strecken aus. Diese Wege wurden auch nach dem Ende des Römischen Reichs weiter benutzt – deshalb folgen manche Landstraßen heute noch dem alten Verlauf. Vielleicht kennst du den Spruch „Alle Wege führen nach Rom“ – er erinnert an dieses gewaltige Straßennetz.
Auch fließendes Wasser war für reiche Römerinnen und Römer keine Zauberei: Über Aquädukte, also lange Wasserleitungen, floss frisches Wasser aus den Bergen in die Städte – ganz ohne Pumpen, nur durch ein leichtes Gefälle. In den Städten gab es öffentliche Brunnen, Toiletten und sogar große Badehäuser, die Thermen.
Zwei weitere Erfindungen der Römer werden dich vielleicht überraschen:
- Beton: Die Römer mischten einen sehr haltbaren Baustoff, das opus caementicium. Damit bauten sie zum Beispiel die riesige Kuppel des Pantheons in Rom, die bis heute hält. Unser Wort Zement stammt von diesem lateinischen Begriff ab.
- Fußbodenheizung: In römischen Badehäusern und reichen Häusern gab es das Hypokaustum. Dabei strömte heiße Luft durch Hohlräume unter dem Fußboden – ein ähnliches Prinzip wie bei unserer modernen Fußbodenheizung.
Welche Wörter und Schriftzeichen haben wir von den Römern übernommen?
Wenn du diesen Text liest, nutzt du gerade selbst ein römisches Erbe: unsere Buchstaben! Das Alphabet, mit dem wir schreiben, heißt lateinische Schrift. Die Römer haben es aus älteren Schriften entwickelt und in ihrem Reich verbreitet. Heute schreiben viele Menschen auf der ganzen Welt damit.
Auch die Sprache der Römer, das Latein, lebt weiter. Aus dem Lateinischen entstanden ganze Sprachen, wie Italienisch, Französisch und Spanisch. Und auch im Deutschen stecken viele lateinische Wörter. Die Menschen nördlich der Alpen übernahmen sie von den Römern; oft zusammen mit den durch sie beschriebenen Dingen, die sie vorher gar nicht kannten. Die Tabelle zeigt dir einige Beispiele:
| Deutsches Wort | Lateinisches Wort | Bedeutung |
|---|---|---|
| Fenster | fenestra | Öffnung in der Wand |
| Straße | via strata | gepflasterter Weg |
| Mauer | murus | Steinwand |
| Wein | vinum | Getränk aus Trauben |
| Keller | cellarium | Vorratsraum |
Wusstest du schon? Auch die römischen Zahlen benutzen wir noch heute. Zum Beispiel auf Uhren oder bei Namen von Königen und Königinnen: I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500 und M = 1000. „Ludwig XIV.“ liest du also als „Ludwig der Vierzehnte“.
Der Kalender – ein Geschenk Caesars
Unser Kalender geht auf den römischen Staatsmann und Feldherrn Gaius Julius Caesar zurück. Er führte im Jahr 45 v. u. Z. (vor unserer Zeitrechnung) einen neuen Kalender ein, den julianischen Kalender. Das Jahr hatte darin 365 Tage und alle vier Jahre ein Schaltjahr – genau wie heute. Später wurde der Kalender nur noch leicht verbessert. Sogar zwei Monatsnamen erinnern an die Römer: Der Juli ist nach Julius Caesar benannt, der August nach dem ersten römischen Kaiser Augustus.
Das römische Recht – Regeln für das Zusammenleben
Die Römerinnen und Römer schrieben ihre Gesetze auf und entwickelten daraus ein durchdachtes Rechtssystem. Einige ihrer Grundideen gelten bei uns noch heute, zum Beispiel: Ein Vertrag muss eingehalten werden. Oder: Wer vor Gericht etwas behauptet, muss es auch beweisen. Viele Gesetze in Europa bauen auf dem römischen Recht auf, auch wenn sich seitdem natürlich vieles verändert hat.
Römische Städte in Deutschland
Wusstest du, dass einige der ältesten Städte Deutschlands von den Römerinnen und Römern gegründet wurden? Am Rhein und an der Donau verlief die Grenze des Römischen Reichs. Eine Zeit lang schützte zwischen den beiden Flüssen außerdem ein langer Grenzwall das Reich, der Limes. Hier bauten die Römer Militärlager, aber auch Städte für Verwaltung und Handel:
- Köln hieß bei den Römern Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Die Stadt entstand aus einer Siedlung des germanischen Stammes der Ubier – aus Colonia wurde später der Name Köln.
- Trier (Augusta Treverorum) war die Hauptstadt einer römischen Provinz und gilt als älteste Stadt Deutschlands. Die berühmte Porta Nigra, ein riesiges römisches Stadttor, steht dort noch heute.
- Aus Militärlagern wuchsen zum Beispiel Mainz, Bonn und Regensburg. Das heutige Augsburg war damals die Hauptstadt der Provinz Rätien.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie die Menschen zur Römerzeit lebten, schau dir unsere Seiten zum Leben in Rom und zur römischen Familie an.
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Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer? – Zusammenfassung
- Das römische Erbe begegnet uns jeden Tag: in Bauwerken, Wörtern, unserer Schrift, dem Kalender und im Recht.
- Die Römer bauten Straßen, Aquädukte und Thermen. Von ihnen stammen auch frühe Formen des Betons und der Fußbodenheizung.
- Wir schreiben mit der lateinischen Schrift, und viele deutsche Wörter wie Fenster, Straße oder Mauer stammen aus dem Lateinischen.
- Unser Kalender geht auf Julius Caesar zurück (45 v. u. Z.), die Monate Juli und August sind nach Caesar und Augustus benannt.
- Städte wie Köln, Trier und Mainz wurden von den Römern gegründet.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Das römische Erbe
Die Zeit des Imperium Romanum – Überblick
Alltagsleben im antiken Rom
Augustus
Germanen und Römer
Das Christentum im Römischen Reich
Die Römische Republik
Das Prinzipat – die Römische Kaiserzeit
Gaius Julius Caesar
Das Imperium Karthago
Die Phönizier
Augustinus von Hippo
Spartakus
Die römische Familie
Sind wir nicht alle ein wenig Römerin und Römer?
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