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„Dantons Tod“ – Inhaltsangabe (Büchner) 07:00 min

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Transkript „Dantons Tod“ – Inhaltsangabe (Büchner)

Georg Büchner: Dantons Tod - Inhaltsangabe

„Dantons Tod“ – schon der Titel von Georg Büchners Stück sagt dir, wie das Drama ausgehen wird: Der Held Danton wird sterben. Doch wie kommt es zu diesem Tod? Was sind die Hintergründe und wer ist dafür verantwortlich?

Wir befinden uns in Paris im Jahr 1794. Geschichtlicher Hintergrund des historischen Dramas ist die Französische Revolution. Sie ist in der Zwischenzeit auf dem Höhepunkt der Schreckensherrschaft angelangt. Das bedeutet: Der König wurde ermordet, ebenso wie unzählige seiner Anhänger und andere politische Gefangene.

Die vorübergehende Regierung besteht aus dem Nationalkonvent und dem Wohlfahrtsausschuss. Der Nationalkonvent ist die gesetzgebende Versammlung. Der Wohlfahrtsausschuss hingegen ist die Exekutive, also die ausführende Gewalt.

Danton ist ein Abgeordneter des Nationalkonvents. Wir lernen ihn gleich zu Beginn als einen Mann kennen, der sich lieber leiblichen Genüssen hingibt als politischem Entscheiden. Zugleich ist Dantons politische Position klar: Er ist gegen das Blutvergießen der Revolution. Seiner Meinung nach müssen die Morde ein Ende haben. Auch seine Freunde und Anhänger Camille, Legendre und Lacroix sind dieser Meinung.

Ganz anders sieht das Robespierre. Er ist Mitglied des Wohlfahrtsausschusses und führender Kopf der Revolution. Robespierre glaubt, dass die Revolution nur durch Terror zu Ende gebracht werden kann. Die Revolutionspolitiker, die nicht seiner Meinung sind, stehen ihm im Weg. Einige von ihnen wurden bereits hingerichtet. Diese Gefahr droht nun auch Danton und seinen Freunden.

Zwar trifft Danton Robespierre nochmals und diskutiert mit ihm. Doch dieser hat insgeheim längst entschieden, dass er Danton aus dem Weg haben will.

Danton wird über seine bevorstehende Verhaftung informiert und gewarnt. Doch er ist entscheidungsschwach. Einerseits glaubt er nicht daran, dass sie es wirklich wagen würden, ihn zu verhaften und zu töten. Andererseits ist er melancholisch gelaunt, hinterfragt den Sinn des Lebens und hat Todessehnsucht.

In der Nacht hat Danton Albträume. Er erinnert sich an die sogenannten Septembermorde, bei denen über Tausend Menschen hingerichtet wurden. Danton war damals Justizminister und hat die Morde geduldet. Noch in derselben Nacht stürmen Bürgersoldaten Dantons Haus und verhaften ihn.

Im Nationalkonvent fordert Dantons Freund Legendre, dass Danton die Gelegenheit zu einer Verteidigung bekomme. Doch Robespierre macht Stimmung gegen Danton. Er will, dass alle Angeklagten gleich behandelt werden. Die bisher Hingerichteten hatten auch keine Möglichkeit zur Verteidigung.

Auch das Volk ist aufgebracht. Die Massen, die in Armut leben, nutzen jede Gelegenheit, um sich an den Reichen zu rächen und sie zu töten. Auf dem Revolutionstribunal fürchtet man Dantons Redekunst. Die Ankläger befürchten, Danton könnte sein Haupt retten. Daher manipulieren sie die Zuordnung der Geschworenen, die über Danton richten werden.

Tatsächlich ist Dantons Redekunst brillant. Er schafft es am ersten Prozesstag, die zuschauende Volksmasse auf seine Seite zu ziehen. Daraufhin wird die Verhandlung abgebrochen. Bei den nächsten Verhandlungen wird das Tribunal noch härter. Dantons Bemühungen um einen fairen Prozess gleiten ins Leere.

Auch im Volk kippt nun die Stimmung. Ein Bürger beschuldigt Danton, ein Leben in Reichtum zu führen. Er streut das Gerücht, dass Danton von Königsanhängern bestochen worden sei. Die Masse ist nun gegen ihn.

Im Kerker bereiten sich die Verurteilten nun auf den Tod vor. Manche hoffen auf Erlösung, doch für Danton, den Atheisten, ist klar, dass jetzt das Nichts kommt. Dantons Frau Julie will ihm in den Tod folgen. Sie vergiftet sich und stirbt. Camilles Frau Lucile hingegen wird wahnsinnig.

In den letzten Szenen besteigen die Verurteilten die Guillotine. Lucile hingegen spricht sich in der Öffentlichkeit für den König aus. Damit provoziert sie die Wachen, sie ebenfalls zu verurteilen.

Das Drama endet mit Dantons Tod und löst somit das ein, was der Titel verheißt. Überraschend ist dieses Ende nicht, das ganze Stück hat sich darauf zubewegt. Doch vielleicht ist auch Robespierre nicht verantwortlich für Dantons Tod. Auch er ist den Ereignissen unterworfen, deren Eigendynamik stärker ist als er. Denn, wie sagt Danton noch: „Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst!“

3 Kommentare
  1. Wir haben die sieben Minuten genossen. Jetzt wissen wir, was uns im Theater erwartet. Den Text haben die Schüler nur in Ausschnitten gelesen. Danke!

    Von Ralfpauli, vor mehr als 5 Jahren
  2. Hallo Wissenshunger,
    danke für die positive Rückmeldung. Viel Spaß auch mit unseren anderen Videos zu Georg Büchner und seinen Werken!
    Liebe Grüße,
    die Deutsch-Redaktion

    Von Franziska G., vor etwa 6 Jahren
  3. Sehr strukturiert aufgebaut, einfach erklärt, großes Lob

    Von Wissenshunger, vor etwa 6 Jahren

„Dantons Tod“ – Inhaltsangabe (Büchner) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Dantons Tod“ – Inhaltsangabe (Büchner) kannst du es wiederholen und üben.

  • Fasse kurz das Drama zusammen und beschreibe die verschiedenen Themen.

    Tipps

    Wer suchte den gewaltsamen Weg der Revolution? Die Jakobiner unter Robespierre oder die Dantonisten?

    Lösung

    Das Drama „Dantons Tod“ behandelt die Epoche des Umbruchs in der Französischen Revolution. Die Revolution verlief grausam und blutig und sie traf nicht nur die alten Gegner und Mächtigen des vorigen Systems, sondern fraß nach und nach auch die eigenen Freunde auf.

    Büchner illustriert das anhand der Figur Dantons. Er selbst ist ein Freund von Sinnesgenüssen, gewaltlos in seinem Handeln und dadurch dem Willen und Wirken des grausamen Robespierre ausgesetzt. Danton verweigert Robespierre die Gefolgschaft und besiegelt damit seinen Tod. Er wird verhaftet, angeklagt, verurteilt und hingerichtet.

    Dabei tauchen einige Themen auf, die Büchner zur Behandlung der Französischen Revolution als wichtig empfand: Viele philosophische Gedanken wie die Existenz Gottes, die Sinnhaftigkeit des menschlichen Lebens oder die Ideale der Aufklärung fanden Eingang in die Diskussionen und Dialoge. Büchner stellt die real-materielle Notdurft der Bevölkerung den Idealen und Fortschrittsideen der Machthabenden gegenüber.

  • Gliedere das Drama in die wichtigsten Stationen.

    Tipps

    Achte auf die einzelnen Schritte der Handlung: Ausgangssituation - Verhaftung - Verteidigung durch Freunde - Tribunal - Kerker - Hinrichtung.

    Lösung

    Anhand der unterschiedlichen Schauplätze lässt sich leicht der Aufbau der Handlung nachvollziehen. Denn jeder Ort hat seine Funktion:

    1. Am Anfang wird die historische Situation dargestellt; weiterhin diskutiert Danton mit Robespierre, der aber längst dessen Untergang beschlossen hat, weil ihm jener mit seiner Gewaltlosigkeit im Wege steht.
    2. Danton erfährt von seiner bevorstehenden Verhaftung, glaubt jedoch nicht daran, weil er sich zu mächtig fühlt. In der Nacht bekommt er Albträume von seinen Gräueltaten als Justizminister. Kurz darauf wird er verhaftet.
    3. Am nächsten Tag verlangen Freunde von Danton im Nationalkonvent für ihn das Recht auf Verteidigung; Robespierre lehnt mit der Begründung ab, keiner hätte das Recht auf Privilegien.
    4. Das Tribunal korrumpiert den Prozess; trotz allem schafft Danton es beinahe, sich freizusprechen; die Verhandlung wird jedoch unterbrochen.
    5. Die Stimmung kippt danach zu Ungunsten Dantons: Er wird der Käuflichkeit beschuldigt und verurteilt.
    6. Im Kerker bereiten er und seine Freunde sich auf die Hinrichtung vor; seine Frau Julie vergiftet sich.
    7. Die Hinrichtung wird durch Lucile unterbrochen, die aufgrund ihrer Befürwortung des Königs kurzerhand mit hingerichtet wird.
  • Erläutere, welche Gründe zu Dantons Tod führen.

    Tipps

    Mehr als ein Grund führen zu Dantons Tod: Sein Leben widerspricht den Vorstellungen der Armen; seine Person und seine Wertvorstellungen stehen den Ambitionen anderer Mächtiger im Weg; seine Vergangenheit hat ihn verwundbar gemacht.

    Lösung

    Danton ist es von Beginn an vorherbestimmt, dass er sterben wird: Sein Tod steckt schon im Titel. Und trotzdem merken wir, während die Geschichte sich entfaltet, dass viele Gründe zu Dantons Tod beitragen.

    • Einerseits ist sein Tod verursacht durch Dantons Vergangenheit. Er ist mitverantwortlich für tausende Tote. Das schlechte Gewissen holt ihn ein, er ist melancholisch und lebensmüde und kann dadurch auch keine notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seiner Verhaftung vorzubeugen.
    • Weiterhin stehen seine Wertvorstellungen denen anderer Mächtiger, vor allem denen Robespierres, entgegen: Danton vertritt Gewaltlosigkeit und verurteilt die vielen blutigen Tode, die die Revolution verursacht hat. Und da Robespierre im Wohlfahrtsausschuss sitzt, hat er mehr Macht und Handlungsfreiheit als Danton.
    • Das Zünglein an der Waage ist Dantons Lebensstil: Er ist ein Anhänger leiblicher Genüsse, was seinen Untergang bedeutet; denn aufgrund seiner sinnlichen Freuden zieht er den Neid der Armen und Hungernden auf sich, die dem Gerücht glauben, Danton wurde von Royalisten bestochen und korrumpiert, um sich sein extravagantes Leben leisten zu können.

  • Bestimme den Ort des Geschehens der folgenden Textausschnitte.

    Tipps

    Überlege, an welcher Stelle in der Geschichte die Dialoge auftauchen müssen. In welcher Situation befindet sich Danton? Ist er noch frei, schon verhaftet oder verurteilt?

    Lösung

    Die Orte der Handlung sind bezeichnend für die Aktionen, die in ihnen stattfinden: Jeder Ort hat eine Funktion. So spielen etliche Szenen, in denen das Volk auftritt, auf der Straße oder auf Plätzen; wenn die Freunde auftreten, in privat wirkenden Zimmern; wenn die Herrschenden auftreten, in behördlichen und machtvoll wirkenden Gebäuden.

    1. Der erste Ausschnitt spielt im Kerker, in der sogenannten Conciergerie, kurz vor der Hinrichtung Dantons. Danton und seine Freunde sprechen über die Sinnlosigkeit des Seins.
    2. Der zweite Ausschnitt spielt in einem Zimmer, man weiß nicht genau, wo. Danton erzählt von der Nachricht seiner bevorstehenden Verhaftung; Camille kritisiert seine Trägheit und Entschlusslosigkeit.
    3. Der dritte Ausschnitt spielt im Nationalkonvent. Dantons Freund Legendre will erreichen, dass man Danton die Möglichkeit der Verteidigung gibt.
  • Stelle einige Daten zum Verlauf der Handlung dar.

    Tipps

    Achte darauf, dass der gesamte Satz stimmt - bei manchen sind nur Teile richtig.

    Während der Französischen Revolution gab es zum ersten Mal eine moderne Gewaltenteilung. Wie hießen die beiden Kammern der Legislative und der Exekutive?

    Lösung

    Büchners erstes Drama behandelt vielfältige Themen: Es spielt auf andere Werke an (beobachte die Parallele zu Shakespeares „Romeo und Julia“), es referiert über philosophische Diskurse (wie das Wirken höherer Kräfte und der Sinnlosigkeit der Existenz), es spiegelt historische und politische Ereignisse wider (wie die Strukturen des Staates in der Französischen Revolution, wo es erstmals eine Gewaltenteilung in Judikative, Exekutive (Wohlfahrtsausschuss) und Legislative (Nationalkonvent) gab). Die literarische Aufarbeitung dieser großen Umwälzungen in der europäischen Geschichte ist Büchners großer Verdienst.

    Danton gehört zwar dem Nationalkonvent an, Robespierre hingegen ist Mitglied im Wohlfahrtsausschuss. Kurz vor seiner Verhaftung plagen Danton Albträume über die Septembermorde, die er nicht verhindert hat. Die Stimmung gegen Danton nach der ersten Verhandlung kippt, als ein Mann behauptet, Danton wäre von Adligen bestochen worden und würde nun für diese arbeiten.

  • Fasse die folgenden Textausschnitte zusammen, indem du ihr Hauptthema und ihre Funktion benennst.

    Tipps

    Einige Themen werden zwar berührt, sind aber nicht im Zentrum der Ansprachen. Finde die zentralen Überschriften, die den gesamten Ausschnitt repräsentieren.

    Verleumdung bedeutet, dass über jemanden Unwahres verbreitet wurden mit der Absicht, dessen Ansehen zu schaden.

    Lösung

    Die beiden obigen Ausschnitte sind zentrale Passagen des Texts. Hier treten die beiden Antagonisten Robespierre und Danton auf.

    • Robespierre spricht im Nationalkonvent nach der Verhaftung Dantons. Dessen Freunde haben eine Verteidigung Dantons verlangt. Da aber auch davor keinem Verhafteten eine Verteidigung vor dem Tribunal zustand, verlangt Robespierre nach aufklärerischer Manier, dass auch Danton keine Privilegien genießen dürfe: Alle seien gleich vor dem Gesetz. Die Funktion des Gesagten ist dabei, Danton anzuklagen und ihm die Möglichkeit auf Rettung zu nehmen.
    • Der zweite Ausschnitt wird von Danton vor dem Tribunal gesprochen. Er befasst sich mit seinen Verdiensten um die Revolution, seiner Anhängerschaft, die sich eindeutig anhand seiner Taten zuordnen lässt, und mit den Verleumdungen, die die Anklageschrift seiner Feinde über ihn anstimmte. Die glanzvolle rhetorische Rede hat dabei die Funktion einer Verteidigung, mit der Danton beinahe Erfolg hat: Fast ist das Volk auf seiner Seite.