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„Der Prozess“ – Inhaltsangabe (Kafka) 06:24 min

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Transkript „Der Prozess“ – Inhaltsangabe (Kafka)

Franz Kafka: Der Prozess - Inhaltsangabe

“Sie dürfen nicht weggehen, Sie sind ja verhaftet” “Es sieht so aus”, sagte K. “Und warum denn?” fragte er dann. “Wir sind nicht dazu bestellt, Ihnen das zu sagen [...]”

Dieser Dialog zwischen Josef K. und den Wächtern, die ihn verhaften, beschreibt die Grundsituation von Kafkas “Der Prozess”. Die Frage, weshalb der Prokurist Josef K. am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet wird, bleibt den ganzen Roman über ungeklärt. Doch sie ist gleichzeitig die Triebfeder für alles, was geschieht.

Nachdem Josef K. knapp mitgeteilt wurde, dass er verhaftet sei, glaubt er an einen Scherz seiner Kollegen anlässlich seines Geburtstags. Die beiden “Wächter”, Franz und Willem, jedoch sagen, dass sie von einer höheren Behörde kommen. Sie können und dürfen nicht sagen, weshalb er verhaftet wird. Aber sie versichern ihm, dass diese Verhaftung vorerst keine Auswirkungen auf sein Arbeits- und Privatleben habe. Er kann also normal zur Arbeit gehen.

Am darauffolgenden Sonntag wird Josef K. zur ersten Untersuchung eingeladen. Das Verhör findet in einer schäbigen Wohnung in einem Mietshaus statt. Er versucht das Gericht davon zu überzeugen, wie absurd und unrechtmäßig seine Verhaftung sei.

Seine Rede ist sehr scharf und er kritisiert das Gericht. Seinen Fall der Verhaftung vergleicht er mit einem allgemeinen “öffentlichen Mißstand”. Doch die Rede bleibt - da sie zu lange ist - ohne große Wirkung auf die Zuschauer und den Untersuchungsrichter. Diese wenden ihre Aufmerksamkeit lieber einem Liebespaar in der Ecke des Raumes zu. Josef K. beschließt am Ende, dass er auf weitere Verhöre verzichtet und beschimpft das Gerichtspersonal als “Lumpen”.

Am Sonntag darauf kehrt er jedoch wieder zurück in den Sitzungssaal. Er glaubt, die Verhandlung werde fortgeführt, was allerdings nicht der Fall ist. Er trifft nur auf die Frau des Gerichtsdieners. Sie war Teil des Liebespaars, das in der ersten Verhandlung die Aufmerksamkeit auf sich zog.

K.s Rede habe ihr gefallen, sagt sie und bietet ihm an, ihn zu unterstützen. Dann erscheint ihr Liebhaber, der Jurastudenten Berthold. Dieser bringt sie zum Untersuchungsrichter.

Kurz darauf taucht der Gerichtsdiener auf. Er klagt K. sein Leid über die Untreue seiner Frau und führt ihn durch die Räume der Kanzleien. Diese sind allesamt ärmlich auf Dachböden untergebracht. Am Ende dieser Führung erleidet K. einen Schwächeanfall und muss nach draußen geführt werden. Dort angelangt ist er wieder frisch und voller Energie.

Im darauffolgenden Kapitel wird Josef K. Zeuge, wie ein Prügler die Wächter vom Beginn des Romans zusammenschlägt. Dies geschieht in der Rumpelkammer der Bank und K. versucht, den Prügler davon abzuhalten.

  1. fühlt sich verantwortlich, da er den Wächtern in seiner Rede vor dem Gericht Korruption vorgeworfen hat. Doch er schafft es nicht, die Szenerie zu unterbrechen und flüchtet. Am nächsten Tag zeigt sich ihm in der Rumpelkammer das gleiche Bild und er fordert zwei Bankangestellte auf, die Kammer zu entrümpeln.

Mittlerweile dringt das Gericht immer mehr in K.s Leben ein. So taucht sein Onkel Karl in der Bank auf. Er hat von der Verhaftung gehört und bringt K. zu Huld, einem Freund und Anwalt, der K. verteidigen soll.

Auch Huld hat schon von K.s Anklage gehört und will ihn gerne verteidigen. Allerdings liegt er krank in seinem Bett und wird von Leni gepflegt. Diese lockt K. aus dem Zimmer, um ihn zu verführen.

Obgleich K. anfangs für sich beschlossen hat, sich nicht um den Prozess zu kümmern, heißt es nun: “Der Gedanke um den Prozeß verließ ihn nicht mehr.” Er ist mit Hulds Arbeit unzufrieden und will selbst die Verteidigung vorbereiten.

Es scheinen auch immer mehr Leute von K.s Prozess erfahren zu haben. So schlägt ein Kunde - der Fabrikant - ihm vor, sich in seiner Sache an den Gerichtsmaler Titorelli zu wenden, der ihm sicher helfen könne. Dieser jedoch sagt ihm, dass es keine Möglichkeit auf einen echten Freispruch gebe, da das höchste Gericht nicht erreichbar sei.

  1. habe zwei Optionen. Er könne versuchen auf Zeit freizukommen, also einen scheinbaren Freispruch zu erwirken oder den Prozess verschleppen lassen. Das bedeutet, ihn auf Dauer durch Beeinflussung und Bestechung der Richter auf der niedrigsten Instanz zu halten.
  2. kann sich nicht entscheiden, welche Art er wählen soll und geht schließlich, nachdem er ein Bild des Malers gekauft hat.

  3. soll nun einen Kunden der Bank vor dem Dom treffen. Dieser erscheint jedoch nicht und so geht K. alleine in den Dom. Drinnen trifft er einen Priester, der ihm die Torhüterparabel erzählt.

Darin geht es um einen Mann, der vergeblich darauf wartet, dass ein Wächter ihm Einlass in die Stadt gewährt. K. und der Priester diskutieren über eine mögliche Deutung doch K. entdeckt nicht die Parallelen zu seiner Situation - das Gleichnis hilft ihm nicht.

Am Vorabend seines einunddreißigsten Geburtstages kommen zwei Männer in K.s Wohnung und holen ihn ab. Sie führen Josef K. in eine Gasse. Er besteht darauf alleine zu gehen. Auch lässt er sich nicht führen, sondern geht selbst voran. Am Ende erreichen sie einen Steinbruch. Dort bleiben sie stehen und dort wird Josef K. von den beiden Männern erstochen. Mit diesem Bild endet der fragmentarische Roman “Der Prozess”. Josef K. verliert alles und weiß bis zum Ende nicht, warum er verhaftet und ermordet wird.

1 Kommentar
  1. Dank euch ist mein Abi 2016 gesichert !!

    Von Sugarloewe, vor mehr als 4 Jahren

„Der Prozess“ – Inhaltsangabe (Kafka) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Der Prozess“ – Inhaltsangabe (Kafka) kannst du es wiederholen und üben.

  • Ordne den kurzen Zusammenfassungen der Kapitel aus Kafkas Der Prozess die richtigen Überschriften zu.

    Tipps

    Überlege, auf welche Personen die Kapitelüberschriften hinweisen und an welcher Stelle im Buch sie auftreten. Welche Bedeutung und Funktion haben die Personen? Welche Personen wollen K. helfen, welche nicht?

    Lösung

    Der Roman „Der Prozess“ ist ein Fragment und wurde postum herausgegeben. Die richtige Reihenfolge wurde dabei vom Herausgeber und Nachlassverwalter Max Brod festgelegt.

    Es ist wichtig, den Inhalt der einzelnen Kapitel zu kennen, damit wir zwischen ihnen vergleichen und hin- und herspringen können. Damit sehen wir, wie K. sich immer mehr vom Gericht in den Bann ziehen lässt und wie sich das Gerücht über seinen Prozess immer weiter verbreitet, sodass schließlich schon Kunden seiner Bank ihn darauf ansprechen.

    Die hier aufgeführten Kapitel sind:

    • „Der Prügler“: K. beobachtet einen Mann, der in einer Rumpelkammer der Bank die zwei Wächter vom Anfang verprügelt.
    • „Der Onkel / Leni“: Onkel Karl kommt vom Land, bringt K. zum Advokaten, wo K. von Leni verführt wird.
    • „Erste Untersuchung“: K. eilt zu seinem Gerichtsverfahren, hält dort eine lange Rede seiner Unschuld, die aber niemanden interessiert.
    • „Advokat / Fabrikant / Maler“: K. trifft in der Bank auf einen Kunden, der ihm in seiner Sache den Maler Titorelli, der über viele Kontakte verfügt, empfiehlt.
  • Schildere die drei Optionen vor Gericht, die sich K. vom Maler Titorelli aufzählen lässt.

    Tipps

    Ein richtiger Freispruch ist für K. nicht möglich, weil die obersten Richter nicht erreichbar sind. Wer sind diese obersten Richter? Und welche anderen Möglichkeiten stehen K. offen?

    Lösung

    Titorelli arbeitet als Gerichtsmaler und ist daher bestens informiert: Er hat sich die Sprache des Gerichts angeeignet, hat viele Kontakte und kann auf langjährige Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Prozessen bauen. Er erzählt basierend auf diesen Erfahrungen K. von drei Optionen:

    1. Der echte Freispruch: Diese Option steht jedoch niemandem offen, da es zu des Malers Lebzeiten noch nie jemanden gab, der diesen Freispruch wirklich erlangt hätte. Der Grund ist, dass für diesen Freispruch die obersten Gerichtsinstanzen anzusprechen wären, die aber unerreichbar sind.
    2. Der scheinbare Freispruch kann nur auf Zeit erreicht werden. Die Sorge um eine Neuaufnahme des Prozesses bleibt hier jedoch immer bestehen, da der Freispruch nur temporär sein kann.
    3. Bei der Verschleppung des Prozesses müsse ständig durch Bestechung etc. auf die Richter Einfluss genommen werden, sodass der Prozess immer auf der niedrigsten Instanz gehalten werde und es kein Urteil gebe.
    K. kann sich jedoch nicht für eine Strategie entscheiden. Er geht, ohne die Hilfe des Malers anzunehmen, und bleibt somit allein und auf sich gestellt.

  • Gliedere den Roman Der Prozess in verschiedene Abschnitte.

    Tipps

    Überlege, welche Personen in den einzelnen Kapiteln auftreten und was sie besprechen: Wollen sie K. helfen? Wie weit ist der Prozess schon fortgeschritten? Welche Rolle erfüllen die Personen?

    Lösung

    Die Kapitelüberschriften im „Prozess“ helfen, den Roman gliedern zu können, denn sie weisen auf auftretende Personen oder Räume im Verlauf der Handlung hin. Um dir das Fortschreiten des Romans zu merken, schreibe dir einige Stichpunkte zum Kapitel auf:

    1. Verhaftung durch die Wächter
    2. Rückkehr zur Wohnung/Gespräch mit Fräulein Bürstner
    3. Erste Untersuchung: lange Rede - kein Interesse des Gerichts
    4. Im leeren Sitzungssaal - Treffen mit der Frau des Gerichtsdieners und dem Studenten
    5. Ein Mann verprügelt die Wächter in einer Besenkammer auf der Arbeit K.'s.
    6. Der Onkel K.'s kommt vom Land, bringt ihn zu Leni und Huld
    7. Der Fabrikant verweist K. an den Maler Titorelli.
    8. K. kündigt dem Advokaten Huld.
    9. K. bekommt vom Priester im Dom die Türhüterparabel erzählt.
    10. Am Ende bringen zwei Vollstrecker K. um die Ecke.
    Allerdings müssen wir aufpassen: Nicht Kafka hat die Kapitel des Romans derartig angeordnet; sein Freund Max Brod veröffentlichte die Kapitel in der heutigen Reihenfolge nach dem Tod Kafkas, indem er sich an die von Kafka vorgelesene Sequenz erinnerte.

  • Bestimme die Überschriften der Kapitel, in denen sich die folgenden Ausschnitte befinden.

    Tipps

    Überlege, wer die auftretenden Personen und Gesprächspartner sind, dann, an welcher Stelle sich die Handlung befinden muss.

    Lösung

    Die Szenen bestehen aus Gesprächen zwischen Personen, die Josef K. und dessen Verhältnis zum Prozess näher charakterisieren:

    • Eine solche Szene findet sich im Kapitel „Im Dom“. Hier trifft K. auf den Priester, der ihm die Türhüterparabel erzählt, welche er jedoch nicht auf sich selbst anzuwenden imstande ist.
    • Eine weitere bedeutende Szene ist das „Ende“. Dort wird K. von zwei Männern abgeholt. Scheinbar ohne Zwang und mit vollkommenem Einverständnis von K., ja sogar unter dessen Führung, bringen ihn die Männer um die Ecke.
    • Auch die „Erste Untersuchung“ zeigt, wie sehr sich K. vom Gericht in den Bann ziehen lässt. Immer wieder klingen Bemerkungen an, dass K. Konventionen einhält, die nie für ihn verpflichtend vorgeschrieben waren.
    • Der Maler Titorelli erklärt ihm verschiedene Auswege aus dem Prozess, weist jedoch darauf hin, dass es nie einen richtigen Freispruch geben kann.
    • Der Onkel K.'s weist darauf hin, dass das Gericht auf dem Land weniger Macht hat (obwohl er sich danach gewissermaßen widerspricht). Herrscht hier ein Gegensatz zwischen Natur und Stadt? Ist der Zwang der Bürokratie, der Gesetze und der Schuldfähigkeit in der Stadt größer?
  • Fasse die Szene zusammen, in der zum ersten Mal der Onkel K.'s in Kafkas Werk Der Prozess auftritt.

    Tipps

    Die Szene ist wichtig, denn hier tritt erstmals die Familie von K. auf, repräsentiert durch den Onkel. Außerdem scheitert ein erneuter Hilfeversuch. Welche Rolle spielt Leni dabei?

    Lösung

    Im Kapitel „Der Onkel / Leni“ tritt zum ersten Mal ein Familienmitglied K.'s auf: Onkel Karl/Albert vom Land überrascht K. in der Bank und beschuldigt ihn, sich zu nachlässig mit dem Prozess beschäftigt zu haben. Auf sein Drängen fahren die beiden zu einem Freund des Onkels, dem Armenanwalt Huld. Dieser liegt krank im Bett, verspricht jedoch trotz seiner Pflegebedürftigkeit, sich dem Fall K.'s anzunehmen. Während der Onkel und Huld sich weiter besprechen, lockt jedoch Leni, die Pflegerin des Advokaten, K. auf einmal in ein Nebenzimmer, um ihn dort zu verführen.

    Die Szene ist wichtig, denn sie zeigt:

    • wie der Prozess immer weitere Kreise des (Privat-)Lebens von K. in den Bann zieht.
    • wie hilflos K. den Erwartungen und Anforderungen der Anderen ausgesetzt ist und sich nicht zu wehren weiß.
    • wie sich K. durch sein sexuelles Verlangen beeinflussen lässt.
  • Vervollständige die Türhüterparabel aus dem Kapitel Im Dom.

    Tipps

    Die Türhüterparabel soll K.'s Situation verdeutlichen und ihm Parallelen aufzeigen, doch K. versteht sie nicht. Erkennst du die Parallelen? Der Mann vom Lande ist in der gleichen Situation wie K.

    Lösung

    Die Türhüterparabel steht gegen Ende des Werkes (zumindest nach der Anordnung von Max Brod) und wird vom Priester im Dom erzählt. Der Priester – gleichzeitig Gefängniskaplan und dadurch mit Verbindung zum Gericht – will ihm mit der Geschichte helfen. Doch K. ist zu verblendet und sieht nicht etwaige Parallelen zu seiner Situation. Diese Parallelen könnten sein:

    • Sowohl K. als auch der Mann vom Lande sehen nur die unteren Instanzen des Gesetzes, drängen jedoch nicht weiter vor.
    • Beide versuchen nicht mit allen Mitteln, sich Einlass bzw. Freispruch zu sichern: Der Mann vom Lande ist nur zu Bestechung und Überredung, jedoch nicht zum Handeln befähigt; K. mangelt es an Entschluss- und Überzeugungskraft: K. kann die gesamte Geschichte lang die Schuldfrage nicht aufklären.
    • Mit Verlauf der Geschichte werden beide schwächer: Der Mann vom Lande physisch, K. hingegen wird immer mehr in den Bann des Gerichts gezogen und entmündigt sich somit selbst. Beide schaffen es nicht, sich selbst zu ermächtigen.
    • Eine Parabel hat die Eigenschaft, dass der Erzählstrang sich analog auf die Wirklichkeit oder eine erzählte Wirklichkeit übertragen lassen soll. Dazu ist die kreative Interpretationsfähigkeit des Rezipienten gefragt. K. ist jedoch anscheinend nicht kreativ genug, sich mit Lösungsvorschlägen auseinanderzusetzen und sie anzuwenden.