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„Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker)

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Deutsch-Team

„Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker)

lernst du in der Sekundarstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse

Beschreibung „Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker)

Jakobs Lüge wird immer größer und gewaltiger. Wie genau das passiert, wirst du in diesem Video erfahren. Es schildert dir anschaulich und leicht nachvollziehbar die Handlung des Romans "Jakob der Lügner" von Jurek Becker. Außerdem wirst du die Beziehung zwischen dem Erzähler und der Hauptfigur verstehen. Und natürlich den Gewissenskonflikt, in dem Jakob steckt. Dazu wirst du lernen, die einzelnen Geschichten in der Geschichte als Facetten des jüdischen Lebens zu lesen. Gutes Informieren!

Transkript „Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker)

Ein Scheinwerfer richtet sich auf Jakob. Der bleibt wie angewurzelt stehen. Hat die Sperrstunde etwa schon begonnen? Im Ghetto darf niemand eine Uhr besitzen.

Jakob wird vom Wachposten aufs Revier geschickt. Er weiß, dass noch kein Jude das Revier lebend verlassen hat. Auf dem Revier trifft er niemanden an. Aber ein Radio läuft. Radios sind den Juden im Ghetto verboten. Jakob hört, dass die Rote Armee im Vormarsch sein würde. Und er sieht auf der Uhr, dass die Sperrstunde noch nicht begonnen hat. Offensichtlich also ein schlechter Scherz. Der gut gelaunte Wachhabende lässt ihn schließlich einfach laufen. Einfach laufen! Das glaubt ihm keiner!

Jetzt hat Jakob eine so hoffnungsvolle Nachricht gehört. Wie soll er damit umgehen? Wenn er seinen jüdischen Freunden erzählt, dass er die Nachricht auf dem Revier gehört hat, wo sonst niemand lebend herauskommt, könnten sie ihn für einen Spitzel der Nationalsozialisten halten. Andererseits könnten die NS-Wachmänner erfahren, dass Jakob solch geheime Informationen herumerzählt und würden ihn bestrafen.

Welche Entscheidung soll Jakob jetzt treffen? Soll er seinen Freunden von der guten Nachricht der möglichen Befreiung erzählen oder sie für sich behalten? Da ahnt er noch nicht, dass aus diesem Erlebnis eine Lüge mit enormer Kraft entstehen wird, die das Ghettoleben verändert und Jakob über den Kopf wächst.

„Ich habe schon tausendfach versucht, diese verfluchte Geschichte loszuwerden, immer vergebens.“, sagt der Erzähler. Ihm wurde diese Geschichte von Jakob erzählt und er kann sie nicht vergessen. Er selbst hat im selben Ghetto gelebt - und überlebt.

Dort hat es jedoch keinen Widerstand gegeben wie in anderen Ghettos. Der Erzähler vermutet, dieser nicht geleistete Widerstand sei der Grund dafür, dass er die Geschichte immer wieder erzählen müsse.

Er betont, besonders gedemütigt habe ihn die Tatsache, dass es im Ghetto keine Bäume gab. Denn gerade an Bäume sind viele seiner persönlichen Erinnerungen geknüpft: Unterm Baum ist er „zum Mann geworden“, unterm Baum ist seine Frau erschossen worden. Auch jetzt lebt er wieder in einer Stadt mit Parks und Bäumen.

Seinen untypischen Helden, Jakob Heym, beschreibt der Erzähler als „kein(en) Mann wie ein Baum“ – er „hat Angst wie wir alle“. Er möchte Jakobs Mut beschreiben.

Das versteckte Radio spricht sich herum

Jakob hat also das Revier lebend verlassen und kann niemandem die freudige Nachricht erzählen, die er im Radio gehört hat.

Doch dann muss er seinen Freund Mischa von der gefährlichen Tat abhalten, Kartoffeln zu stehlen. Also erklärt er ihm, was er gehört habe – in seinem Radio, das er angeblich im Keller versteckt hält, was natürlich gelogen ist.

Jakobs verstecktes Radio spricht sich herum. Durch die Hoffnung auf Befreiung blüht das Ghettoleben auf. Weniger Bewohner bringen sich um, mehrere schmieden Heiratspläne.

Jakob merkt, dass er weiterlügen muss, um den Überlebenswillen der Bewohner aufrechtzuerhalten.

Allerdings haben sich im Ghetto zwei Lager gebildet: Das eine, angeführt von Herrn Frankfurter, sieht in dem Radio eine Gefahr. Das andere ist darauf aus, Neuigkeiten zu erfahren.

Der orthodoxe Jude Herschel Schtamm sieht einen Stromausfall als ein Zeichen dafür, dass Gott das Radio ebenfalls als Gefahr sieht. Jakob ist ganz froh seine Lügen unterbrechen zu können und wünscht sich, dass der Stromausfall „zwanzig Jahre“ dauere.

Lügenpause

Beim Freund Kowalski gibt es zwar noch Strom, der ist aber zu feige, um das angebliche Radio bei sich zu deponieren.

Jüdische Elektriker können den Schaden nicht beheben und werden wegen Sabotage erschossen.

Als der Strom wieder funktioniert, braucht Jakob neue Nachrichten. Die vergessene Zeitung auf dem öffentlichen Klosett, das für Juden verboten ist, dient ihm nur mäßig als Informationsquelle. Als vor dem Klosett ein deutscher Soldat wartet, rettet Kowalskis durch ein Ablenkungsmanöver Jakob das Leben.

Kowalski fordert neue Nachrichten aus dem Radio. Also behauptet Jakob, es sei kaputt.

Unterdessen will Herschel Schtamm ein paar Juden, die in einem Waggon eingeschlossen sind, Hoffnung machen. Er erzählt, dass die Rote Armee im Vormarsch sei. Ein Wachposten erschießt ihn.

Lina, Mischa, Rosa und das Radio

Jakob macht sich große Vorwürfe. Ihm wird klar, wie wichtig der Glaube an das Radio inzwischen ist. Er kommt zu dem Schluss, dass er planvoller lügen muss. Er erklärt also Kowalski, das Radio würde wieder funktionieren. Die beiden schmieden Zukunftspläne für die Zeit nach dem Ghetto.

Dann will Lina das Radio sehen. Linas Eltern wurden vor zwei Jahren deportiert, seitdem hält Jakob das Mädchen auf dem Dachboden versteckt. Er kümmert sich wie ein Vater um sie.

Jakob glaubt, Lina habe gemerkt, dass es kein Radio gibt. Es erleichtert ihn, eine Mitwisserin zu haben.

Im Keller spielt Jakob Lina hinter einer Wand sitzend eine Radiosendung vor, wobei er viel Fantasie und Imitationstalent zeigt.

Lina ist krank und wird von Professor Kirschbaum behandelt, einem ehemals berühmten Chirurgen. Eines Tages tauchen zwei SS-Männer bei Kirschbaum auf. Er soll den Gestapochef Hardloff, der einen Herzanfall erlitten hat, behandeln. Auf der Fahrt vergiftet der Professor sich mit Tabletten, die ihm seine Schwester zugesteckt hat.

Die Arbeiter am Bahnhof werden für Hardloffs Tod bestraft, indem sie nichts zu essen bekommen. Jakob versucht, die Arbeiter durch gute Nachrichten auf den Beinen zu halten.

Kurz darauf erfährt Mischa, dass die Straße, in der Rosa, Mischas Freundin, wohnt, evakuiert werden soll. Er lockt Rosa in seine Wohnung, ohne ihr etwas davon zu sagen. Vom Fenster aus sieht sie den Menschenzug. Rosa wird klar, dass ihre Eltern dabei sind und Mischa das gewusst hat. „Ihr lügt alle“, schreit sie. „Ihr redet und redet und nichts ändert sich!“

Rosa wohnt jetzt bei Mischa, aber ist resigniert. Sie erzählt Lina, dass sie nicht an Jakobs Geschichten glaubt. Der belauscht die beiden und wird mit dem Begriff des „Schwindelns“ konfrontiert.

Auch durch die Verhaftung der Schwester von Professor Kirschbaum merkt Jakob, dass seine „Lügen“ gegen die Wirklichkeit nicht ankommen. Schließlich sagt er Kowalski die Wahrheit, nämlich, dass es gar kein Radio gibt. Kurz darauf hängt Kowalski sich auf.

Jakob fühlt sich schuldig. Er beschließt aber dennoch, das Radio wieder in Betrieb zu nehmen, um anderen Menschen Hoffnung zu geben.

Zwei Enden

Der Erzähler kündigt nun an, dass er zwei Enden von Jakobs Geschichte erzählen will: Ein ordentliches, das wünschenswert für Jakob sei, aber auch ein hässliches, das der Wirklichkeit entspräche.

Im wünschenswerten Ende geht eine Veränderung mit Jakob vor: Er bittet Rosa und Mischa, Lina zu sich zu nehmen. Er trennt den Judenstern von seiner Jacke. In der Dunkelheit begibt er sich an die Ghettogrenze und beginnt damit, den Zaun zu durchtrennen.

Der Schuss aus einem Maschinengewehr tötet ihn. Darauf folgen etliche Schüsse: die Russen haben das Ghetto erreicht und befreien es. Der Erzähler und die anderen Bewohner gehen hinaus in die Freiheit.

Das „wirkliche“ Ende zeigt den Erzähler, Lina, Jakob und andere im Waggon Richtung der Konzentrationslager. Die Bäume an der Wegstrecke erinnern den Erzähler nochmal an jenen Baum, unter dem seine Frau erschossen worden ist.

Auf diesem Weg schließt der Erzähler Freundschaft mit Lina und dadurch mit Jakob. Der erzählt ihm seine Geschichte. Ausgerechnet ihm, der überleben wird.

„Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker) kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse den Inhalt von Jurek Beckers Roman „Jakob der Lügner" zusammen.

    Tipps

    Überlege, warum sich Jakob im Zwiespalt befindet und er niemandem von der hoffnungsvollen Nachricht berichten kann.

    Warum muss Jakob immer weitere Lügen spinnen? In welchem Dilemma befindet er sich?

    Lösung

    Folgendes solltest du über den Roman „Jakob der Lügner" von Jurek Becker wissen:

    • Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers erzählt, der als einziger überlebt hat.
    • Zu Beginn der Geschichte wird Jakob von einem Wachposten aufs Revier geschickt. Jakob weiß, dass bisher noch niemand das Revier lebend verlassen hat.
    • Auf dem Revier hört er aus dem Radio, dass die Rote Armee auf dem Vormarsch ist.
    • Trotz großer Verwunderung wird Jakob freigelassen. Da ihm dies keiner glauben würde, kann er auch niemanden von der hoffnungsvollen Nachricht erzählen.
    • Um seinen Freund Mischa vom Stehlen abzuhalten, entscheidet sich Jakob dennoch ihm zu erzählen, dass die Rote Armee auf dem Vormarsch sei. Er sagt, dass er diese Information aus dem Radio habe, das er im Keller versteckt halte.
    • Die Nachricht verbreitet sich im Ghetto und Jakob muss immer weiter lügen, um den Überlebenswillen der Bewohner aufrechtzuhalten.
    • Die Geschichte hat zwei Enden: In einem glücklichen Ende wird das Ghetto tatsächlich befreit, in der Realität werden die Bewohner des Ghettos deportiert.
  • Gib das Dilemma wieder, in dem sich Jakob befindet.

    Tipps

    Überlege, warum Jakob nicht sofort das Ghetto über die freudige Nachricht der (vermutlich) bevorstehenden Befreiung unterrichten kann.

    Weißt du, warum Jakob nicht einfach sagen kann, dass er gar kein Radio besitzt?

    Lösung

    Jakob befindet sich gleich zu Beginn der Geschichte in einem Dilemma:

    • Er hört im Radio auf der Wache, dass die Rote Armee auf dem Vormarsch sei. Da der Wachmann ihn gehen lässt, kann er diese Nachricht niemandem erzählen. Keiner hatte bisher lebendig das Revier verlassen, sodass alle ihn für einen Lügner halten würden.
    • Er steht nun vor der Entscheidung, ob er seinen Freunden von der guten Nachricht erzählt, damit aber auch Gefahr läuft, dass sie ihn für einen Spitzel halten. Die andere Möglichkeit besteht darin, die Nachricht für sich zu behalten.
    • Als sein Freund Mischa Kartoffeln stehlen will, erzählt er ihm von der Nachricht, um ihn von seiner Tat abzuhalten. Damit befindet er sich erneut in einem Dilemma, da sich die Nachricht im Ghetto verbreitet und den Bewohnern neue Hoffnung gibt. Um den Überlebenswillen der Bewohner zu erhalten, muss er weiter lügen.

  • Bestimme die Motive des Erzählers, die Geschichte von Jakob zu erzählen.

    Tipps

    Warum meinst du wohl, dass der Erzähler selber sagt, dass ihn diese verfluchte Geschichte nicht mehr loslasse?

    Lösung

    Der Erzähler gibt als Motiv, Jakobs Geschichte immer wieder erzählen zu müssen, den nicht geleisteten Widerstand im Ghetto an. Damit drückt er gleichzeitig aus, dass er sich schuldig fühlt, weil er zusammen mit den anderen Bewohnern nicht aktiv etwas unternommen hat. Er sagt deshalb auch, dass er Jakobs Mut bewundere, denn durch Jakobs Lüge hat er den Selbstmord von einigen Bewohnern verhindert und sie gerettet. Außerdem fühlt er sich schuldig, weil er als einziger überlebt hat. Die Geschichte, die ihm Jakob bei der Deportation erzählt, fungiert später dazu, um Jakob und die Bewohner des Ghettos in Erinnerung zu behalten. Deswegen erzählt der Erzähler die Geschichte immer wieder und kann sie nicht vergessen, denn wenn sie in Vergessenheit geriete, würde er auch Jakob und die anderen Bewohner vergessen.

    Quelle des Zitats: Becker, Jurek: Jakob der Lügner. 2001, S. 11.

  • Analysiere die Bedeutung der Lügen hinsichtlich ihrer Ursache und Wirkung.

    Tipps

    „Ihr lügt alle", schreit Rosa als sie von Mischas Wohnung aus sieht, dass ihre Eltern deportiert werden. Und in der Tat ist nicht nur Jakob ein Lügner.

    Lösung

    Analysiert man den Roman hinsichtlich seiner Lügen, so wird man feststellen, dass alle dazu dienen, jemandem das Leben zu retten.

    • Jakob hält durch seine Lügen den Überlebenswillen der Ghettobewohner aufrecht und hält sie davon ab, Selbstmord zu begehen.
    • Kowalski rettet Jakob durch sein Ablenkungsmanöver das Leben.
    • Mischa rettet Rosa durch einen Vorwand vor der Deportation.
    • Der Erzähler hält durch sein falsches Ende die Hoffnung auf Befreiung aufrecht.
    In der Tat ist es bezeichnend, dass Kowalski sich kurz darauf erhängt, nachdem Jakob ihm die Wahrheit gesagt hat, nämlich dass es gar kein Radio gibt. Der Roman wirft daher die Frage auf, ob man das NS-Regime nur im Glauben einer falschen Hoffnung überstehen konnte.

  • Arbeite die Bäume als Leitmotiv aus dem Roman „Jakob der Lügner" heraus.

    Tipps

    Als Leitmotiv wird in der Literatur innerhalb eines Textes ein wiederkehrendes sprachliches Bild bezeichnet, das eine bestimmte Funktion übernimmt.

    Was bedeuten Bäume für den Erzähler?

    Lösung

    Bäume werden vom Erzähler als Leitmotiv verwendet, d.h. er drückt durch sie aus, dass die Menschen im Ghetto einen Teil ihrer Erinnerungen und damit auch ihrer Persönlichkeit verlieren. Auch Jakob bildet keine Ausnahme, was die Beschreibung: „kein Mann wie ein Baum" ausdrückt. Jedoch möchte der Erzähler Jakobs Mut beschreiben und dadurch unterscheidet er sich wahrlich von den anderen Bewohnern.

  • Analysiere Kants Zitat in Bezug auf Beckers Roman.

    Tipps

    Überlege dir, in welcher Situation das Lügen gerechtfertigt ist und wann das Lügen anderen schädlich sein kann.

    Lösung

    Kant bringt in seinem Zitat zum Ausdruck, dass das Lügen unter keinen Umständen erlaubt sei, da darauf auch das Recht des Staates aufbaue. Er bezeichnet das als die Pflicht.

    Becker setzt diese Pflicht in seinem Roman teilweise außer Kraft und bedient sich der Lüge als passiver Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Jakob gibt den Bewohnern mit seiner Lüge neue Hoffnung. Sie bringen sich nicht mehr um, d.h. fügen sich nicht widerstandslos ihrem Schicksal. Da das Lügen hier also einen positiven Effekt hat, sei es zu rechtfertigen.

    Überträgt man das Zitat von Kant rigoros auf den Roman, so bleibt zu fragen, ob es auch dann die Pflicht des Menschen sei, stets die Wahrheit zu sagen, wenn man wie die Ghettobewohner in einer Diktatur lebt, in der das eigene Leben ständig bedroht wird?

    Quelle des Zitats: Kant, Immanuel: Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen. URL: http://www.zeno.org/Philosophie [26.07.2017]

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