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Bertolt Brecht – Leben und Werk

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Deutsch-Team

Bertolt Brecht – Leben und Werk

lernst du in der Sekundarstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse

Beschreibung Bertolt Brecht – Leben und Werk

Wer war Bertolt Brecht? Diese Frage lässt sich so einfach gar nicht beantworten. Dieses Video setzt sich mit dieser Frage auseinander und versucht Antworten zu geben. Beleuchtet werden hier die frühen Jahre in der Weimarer Republik ebenso wie die Zeit des Exils. Natürlich darf auch Brechts Zeit am Berliner Ensemble nicht fehlen. Du wirst erfahren, was ein „episches Theater“ ausmacht und lernst kennen wie Bertolt Brecht seine „Lehrstücke“ konzipiert hat. Am Ende des Videos mag Dir die Antwort auf die Frage schon etwas leichter fallen. Wer war Bertolt Brecht? Viel Spaß!

Transkript Bertolt Brecht – Leben und Werk

Keine Frage. Der gebürtige Augsburger Bertolt Brecht darf zu Recht zu den einflussreichsten deutschen Lyrikern und Dramatikern gerechnet werden. Schon früh betätigte er sich literarisch, gab eine eigene Schülerzeitung heraus, verfasste Gedichte und Dramenentwürfe.

Aber was macht diesen Mann eigentlich so einzigartig? Und was ist das Besondere an seinem Werk? Diese Fragen werde ich in diesem Video für Euch klären.

Bertolt Brecht wächst in gesicherten sozialen Verhältnissen auf. Mutter Sophie entstammte einem kleinbürgerlichen Beamtenhaushalt, der Vater war Prokurist und Direktor in einer Papierfabrik.

In München studiert der angehende Literat Philosophie, Medizin und Literatur und kann sich glücklich schätzen, für den Waffendienst im 1. Weltkrieg für untauglich erklärt zu werden.

Um in der Literatenszene Fuß zu fassen, knüpft Brecht Beziehungen zu anderen Größen der Zunft, wie zu Lion Feuchtwanger, Carl Zuckmayer oder zum Kabarettisten Karl Valentin.

Ab Mitte der 20-er Jahre wird Brecht überzeugter Kommunist. In die KPD eingetreten, ist er allerdings nie.

1928 gelingt dem zwischenzeitlichen Kleist-Preisträger mit der „Dreigroschenoper“ der größte kommerzielle Erfolg eines Bühnenstückes in der Weimarer Republik überhaupt. Doch seine Stücke werden zunehmend von den Nazis gestört. Am Tag nach dem Reichstagsbrand verlässt Bertolt Brecht Deutschland. Prag, Wien, Zürich, Paris, Dänemark, Schweden und Finnland heißen die Stationen.

Auf seine künstlerische Produktivität jedoch kann er sich weiterhin verlassen. „Leben des Galilei“ entsteht, des Weiteren „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.

Aber der Wurzellose zieht weiter, über Moskau und Wladiwostok zieht es ihn ins sonnige Kalifornien. Er will Drehbücher schreiben und Hollywood belehren. Aber der Erfolg bleibt aus. Vielleicht ist als Kommunist eine unterschwellige Abneigung gegen die kapitalistische USA im Spiel. Brecht selbst bezeichnet sich in jenen Tagen als „Lehrer ohne Schüler“.

Am Tag nach seiner Aussage vor dem „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ reist er ab. Wieder einmal. Über Umwege reist Bertolt Brecht in jene Hälfte Deutschlands, die man später DDR nennen wird. Eine der ersten Inszenierungen, „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird ein überwältigender Erfolg. So ein Aushängeschild kann die DDR gebrauchen.

Mit Ehefrau Nummer 2, Helene Weigel, darf er das „Berliner Ensemble“ gründen und baut es zum Mekka des deutschsprachigen Theaterbetriebes aus.

Aber wieder ist er seltsam fehl am Platze. Kompromisse und Kleinkrieg mit den Funktionären stehen auf der Tagesordnung. Dennoch wird diese Zeit später zu seinen produktivsten Schaffensperioden gerechnet werden.

Aber die nächste Krise wartet schon. 17. Juni 1953, Arbeiteraufstand in Ost-Berlin. An die Granden des Regimes verschickt Bertolt Brecht kurze Stellungnahmen, die ihm später als Ergebenheitsadressen ausgelegt werden. Seine Erklärungen in den „Buckower Elegien“ kommen zu spät. Keine Frage, hier sitzt einer zwischen allen Stühlen. Über diesen Zermürbungskampf ist seine Gesundheit längst ruiniert.

Am 14.08.1956 stirbt der Dichter mit dem angeborenen Herzfehler in Berlin-Mitte. Wie in seinem Testament gewünscht, wird während seiner Beerdigung kein einziges Wort gesprochen.

Was bleibt also von diesem Mann, den manche, wie schon erwähnt, für den einflussreichsten deutschen Literaten des 20. Jahrhunderts halten. Oder, um zur Ausgangsfrage zurück zu kehren. Was macht ihn so einzigartig?

Da ist zum einen das von ihm begründete „epische Theater“. Nachdenken war angesagt. Mitfühlen, wie im klassischen Theater, war Out. Dann wäre da noch der Lyriker. Nach Brecht mussten Gedichte einen „Gebrauchswert“ haben, also eine Art Erkenntnisgewinn für den Leser.

Und dann gibt es noch seine hinreißenden „Lehrstücke“, von vornherein für Laien konzipiert, damit auch der einfache Arbeiter sie versteht. Zum ersten Mal werden bei Brecht die Zuschauer aktiv ins Spiel mit einbezogen. Die klassische Trennung zwischen Musiker, Schauspieler und Publikum war damit aufgehoben.

Überhaupt war Brecht unerhört vielseitig. Neben Dramen und Theaterstücken verfasste er auch Lieder, Romane, Hörspiele für´s Radio, Kurzgeschichten, Erzählungen, Drehbücher.... Die Liste ist schier endlos.

Aber am Ende bleibt das Bild eines Heimatlosen, einer tragischen Figur, die nirgendwo ankommt. Bei den Nazis stand er auf der Schwarzen Liste. Den USA galt er wegen seiner linken Überzeugungen als suspekt. Und die DDR sah in ihm lediglich ein Aushängeschild. Selbst im Westen überlagerte seine pro kommunistische Haltung jahrzehntelang eine objektive Beurteilung seines Werkes.

Kein Wunder, dass Brecht bis heute eine umstrittene Figur geblieben ist. Wer war Bertolt Brecht wirklich? Die Antwort liegt im Auge des Betrachters.

2 Kommentare

2 Kommentare
  1. Sehr hilfreich
    Danke Schon

    Von Alice K., vor etwa 4 Jahren
  2. Geniales Video. Hat sogar Spaß gemacht das anzuschauen, weil es sehr interessant gestaltet ist.

    Von Roman Krajewski, vor mehr als 6 Jahren

Bertolt Brecht – Leben und Werk Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Bertolt Brecht – Leben und Werk kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe Brechts politische Einstellung und die daraus folgenden Konsequenzen für sein Leben.

    Tipps

    Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden links wie rechts radikale politische Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpften; man war beinahe gezwungen, eine Seite zu wählen.

    Lösung

    Brecht war schon zu früher Zeit ein Anhänger des Kommunismus, auch wenn er es zeit seines Lebens vermied, der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beizutreten. Das linke politische Denken, das seinen ganzen Geist und damit seine Werke durchzog, war jedoch nicht überall gleich gern gesehen. So musste er mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten schließlich ins Exil gehen. Seine Bücher wurden verboten und verbrannt.

    Als er in die USA gelangte und sich als Drehbuchautor niederlassen wollte, kamen ihm wieder antikommunistische Ressentiments in die Quere: Die Stimmung war aufgrund des nahenden Kalten Kriegs und der globalen Zwei-Fronten-Politik antikommunistisch aufgeladen. Als Brecht schließlich wegen seiner Überzeugungen und Verwicklungen vor dem „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ aussagen musste, ging er zurück nach Deutschland.

    Doch auch hier konnte er sich mit dem ostdeutschen Regime nicht richtig anfreunden: Brecht hatte seinen eigenen Kopf und Idealismus. Ihm blieben die Defizite der DDR nicht verborgen.

  • Fasse zusammen, welche bedeutenden Neuerungen Brecht in die Literatur einführte.

    Tipps

    Brecht brach mit alten Konventionen; er wollte Kunst erlebbar, verständlich und belehrend machen.

    Lösung

    Brecht war ein Revolutionär nicht nur in politischem Sinne. Auch in der Kunst kam es ihm darauf an, Dinge nicht nur zu machen, sondern anders zu machen. Er handelte dabei nach drei Prinzipien, die sich gegen die Konventionen wandten:

    • Kunst müsse verständlich für jeden sein. Auch Laien wie ungebildete Arbeiter sollten seine Werke verstehen.
    • Kunst solle immer einen Erkenntnisgewinn haben. In der Dichtung zeigte sich das anhand seines Begriffs der Gebrauchslyrik: Jedes Gedicht solle eine Erkenntnis mitteilen und offenbaren.
    • Kunst müsse zum Nachdenken anregen; denn allzu häufig wurde Kunst nur dazu genutzt, sich unterhalten zu lassen, um abzuschalten, um einen kathartischen Effekt zu erhalten. Doch Brecht postulierte, dass der Zuschauer nur lernen würde, wenn er sich nicht in die Fiktion des Stückes zurückziehen könne, sondern eine aktive Rolle einnehme. Er schuf daher das epische Theater und hob die Trennung zwischen Schauspieler, Musiker und Zuschauer auf.
  • Gliedere Brechts Leben in verschiedene Stationen.

    Tipps

    Brecht hatte ein bewegtes Leben: Aus Süddeutschland nach Norden, dann die Flucht vor den Nazis, Rundreise um Deutschland, Skandinavien, Sowjetunion, USA und schließlich die DDR.

    Lösung

    Brecht hatte ein bewegtes Leben – notgedrungen verließ er Deutschland und ging ins Exil. Doch seine Geschichte fängt 1898 in Augsburg an, wo er in einer wohlbehüteten, gutbürgerlichen Familie aufwächst. Er studiert in München, zieht nach Berlin und wird mit der „Dreigroschenoper“ erfolgreich. Am Tag nach dem Reichstagsbrand flieht er ins Ausland und landet in Skandinavien. Von dort zieht er weiter durch die Sowjetunion in die USA, von wo er aber erfolglos in die DDR nach Berlin zurückkehrt. Mit seiner Frau Helene Weigel gründet er dort das Berliner Ensemble. Nach Unstimmigkeiten mit der DDR-Regierung, auch verursacht durch seine Äußerungen zum 17. Juni 1953, stirbt Brecht am 14. August 1956.

  • Bestimme den Inhalt einiger berühmter Werke Brechts.

    Tipps

    Achte auf den Namen und die Rolle der Hauptfigur des Werkes: Hinweise auf sie oder das Herkunftsland sind meist im Titel enthalten.

    Lösung

    Brecht war ein begabter Dramenautor. Viele seiner Theaterstücke sind aufgrund ihrer Kunstfertigkeit und Aktualität auch heute noch häufig zu sehen. Er ist gleichzeitig der Erfinder des epischen Theaters, in dem er eine aktive Rolle für den Zuschauer fordert. Berühmte Stücke sind:

    • „Der gute Mensch von Sezuan“: Eine Prostituierte bekommt Götter zu Gast, die ihr etwas Geld für eine Tabakfabrik schenken; sie nimmt darin notleidende Menschen auf, wird aber nur ausgebeutet und daher schließlich selbst zur Ausbeuterin.
    • „Mutter Courage und ihre Kinder“: Eine Frau will im und mit dem 30-jährigen Krieg Geld verdienen und verliert dadurch ihre drei Kinder.
    • „Herr Puntila und sein Knecht Matti“: Ein finnischer Gutsbesitzer ist betrunken ein feiner Kerl, nüchtern jedoch ein Ausbeuter und Tyrann.
    • „Leben des Galilei“: Der Physiker Galileo Galilei verbessert ein Fernrohr, beweist das heliozentrische Weltbild und gerät damit an die Inquisition.
    • „Die Dreigroschenoper“*: Brechts erstes berühmtes Stück über den Konkurrenzkampf zwischen dem Haupt der Londoner Bettelmafia und einem Verbrecher.
    • Aber Brecht war auch ein begabter Lyriker, wie er in seinem Gedichtband „Buckower Elegien“, bestehend aus persönlichen Erfahrungen und politischen Meinungsäußerungen, unter Beweis stellte.

  • Bestimme, welches Stück von Brecht den größten Erfolg in der Weimarer Republik hatte.

    Tipps

    Nur die Mitwirkung des Komponisten Kurt Weill konnte dem Stück zu solch überragendem Erfolg verhelfen.

    Lösung

    Nur vier Jahre brauchte der junge Brecht, um sich in Berlin einen Namen zu machen und zu einem erfolgreichen Star der Theaterszene zu werden. Nachdem er bereits in München erste Erfolge als Theaterregisseur und auch Autor feiern konnte, brachte er in Berlin „Die Dreigroschenoper“ heraus, die 1928 uraufgeführt wurde. Den Erfolg hat Brecht jedoch auch dem Komponisten Kurt Weill zu verdanken. Denn das Stück war tatsächlich als Oper moderner Art angelegt und daher mit Musik umgesetzt.

  • Ordne den Werktiteln ein Genre zu.

    Tipps

    Die Stoffe und Genres glich Brecht immer auch seinem derzeitigen Standort an; so schrieb er in den USA Drehbücher, verfasste in der Sowjetunion Erzählungen, schrieb im Berlin der Weimarer Republik Musikschauspiele und in seiner Ostberliner Zeit Theaterstücke für das Berliner Ensemble.

    Lösung

    Bertolt Brecht war ein sehr vielseitiger Schriftsteller. Er versuchte sich nicht nur an allen gängigen Formaten und Genres. Er war gleichzeitig ein Avantgardist und schuf damit ganz neue Genres, die häufig ihre Wurzeln in historischen Vorbildern suchten.

    • So ist beispielsweise die „Moritat von Mackie Messer“ ein mittelalterliches Bänkellied, das Brecht für seine „Dreigroschenoper“ komponierte. Im Mittelalter erzählten fahrende Sänger auf Marktplätzen von Verbrechen, die sie anderswo gehört hatten, indem sie sich auf eine Bank stellten.
    • Brecht ließ sich auch immer von den Orten und den Kulturen beeinflussen, an denen er gerade verweilte. So versuchte er sich in Kalifornien an Drehbüchern und schuf zusammen mit John Wexley „Hangmen Also Die“.
    • Auf seiner Reise von Finnland durch die Sowjetunion verfasste er die Erzählung „Der Mantel des Ketzers“.
    • Seine berühmtesten Theaterstücke entstanden während seiner Ostberliner Zeit am Berliner Ensemble. Sein Gedichtband „Buckower Elegien“ fasst die Erfahrungen seiner langen und abenteuerlichen Lebensjahre zusammen. „Die Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ war schließlich eines seiner berühmtesten Gedichte.
    Daneben verfasste Brecht auch noch Hörspiele, Lehrstücke, Schüleropern, Kurzgeschichten und etliches mehr.

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