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Allegorie

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Annas Sofatutor
Allegorie
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Grundlagen zum Thema Allegorie

Inhalt

Was ist eine Allegorie?

Als beliebte Stilfigur finden wir die Allegorie nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Literatur. Ihre Funktion besteht darin, abstrakte oder unwirkliche Dinge zu verbildlichen und sie somit greifbar zu machen.

Allegorie – Definition

Das Wort Allegorie kommt aus dem Griechischen (allegoría) und meint so viel wie „das Anderssagen“ oder „verschleierte Sprache“. Das bedeutet, dass eine Allegorie die Dinge nicht direkt benennt, sondern in gewisser Weise ihre eigentliche Bedeutung versteckt. Die Leserin beziehungsweise der Leser muss also die dahinter liegende Bedeutung erst entschlüsseln, um die Allegorie zu verstehen.

Beispiele für die Allegorie

Häufig wird durch den Einsatz einer Personifikation ein fassbares Bild von einem abstrakten Gegenstand erzeugt. Dabei werden der Person bestimmte Eigenschaften zugeschrieben beziehungsweise gewisse Handlungsweisen auf sie übertragen. Die einzelnen Aspekte der Figuren sind wesentlich für das, was sie verbildlichen.

Den Sensenmann kennen wir beispielsweise als Allegorie für den Tod. Sein Skelett deutet darauf hin, dass er nicht mehr lebendig ist und die Sense verstärkt den Aspekt, dass er damit die Menschen ins Totenreich holt. Wenn man einen Text stilistisch ausschmücken möchte, kann man also den Sensenmann als Verkörperung für den Tod verwenden.

Auch der Amor ist eine mithilfe der Personifikation geformte Allegorie. Mit Pfeil und Bogen sucht er gezielt nach Menschen, die er verlieben möchte. Amor steht als Zeichen für die Liebe und verbildlicht somit eine abstrakte Sache, indem er sie greifbar macht.

Eine weitere prominente Allegorie, die auf einer Personifikation beruht, ist die Justitia. Die Justitia ist als Figur das Abbild der Gerechtigkeit. Verbildlicht wird sie mit verbundenen Augen, was darauf hinweisen soll, dass alle Menschen vor ihr gleich sind. Die Waage, die sie in den Händen hält, steht für das Abwägen ihres Urteils und das Schwert in ihrer anderen Hand dient ihr dazu, das Urteil zu vollstrecken.

Die einzelnen Aspekte der Figuren bilden die Grundlage für die Allegorie. Eine Allegorie lässt sich also erst deuten, wenn man alle Aspekte vereint. So lässt sich erst durch die Betrachtung aller Einzelheiten der Justitia interpretieren, dass sie die Gerechtigkeit repräsentiert.

Beispiele von bildlichen Allegorien

Allegorien können aber nicht nur in Form von figurativen Bildern auftreten. Auch epische Texte, wie etwa biblische Erzählungen, können allegorische Darstellungen sein. Die Verwendung der Allegorie dient auch hier zum besseren Verständnis von komplexen Sachverhalten. Fabeln können ebenso allegorischen Charakter haben, wenn die in der Fabel vorkommenden Tiere und ihre Handlungsweisen zum Beispiel sinnbildlich für die Gesellschaft stehen.

Die Wirkung der Allegorie

In der Rhetorik lassen sich die Stilfiguren in verschiedene Untergruppen einordnen. Die Allegorie fällt hier unter die Tropen, also Figuren uneigentlichen Sprechens. Damit ist gemeint, dass anstelle von eigentlichen Ausdrücken indirekte Aussagen rücken, die den Text so stilistisch ausschmücken.

In epischen Texten dient die Allegorie ebenfalls als verschleierte Sprache, die das eigentlich Gemeinte anders ausdrückt. Mithilfe der Allegorie können so komplexe Ideen vereinfacht dargestellt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Allegorie und einer Metapher?

Bei einer Metapher wird auf der Grundlage von Ähnlichkeiten und Assoziationen ein Wort in einen anderen, fremden Bedeutungszusammenhang gerückt. Das heißt, dass zwei Bereiche, die eigentlich wenig miteinander zu tun haben, durch die Metapher verbunden werden. Anders als die Metapher, die zwei zufällige Worte miteinander verknüpft, ist die Allegorie nicht zufällig, da die jeweiligen Merkmale der Verkörperungen einen bestimmten Aspekt der Figur darstellen. So dient der Pfeil und Bogen von Amor beispielsweise dazu, zwei Menschen zu treffen, die sich dann ineinander verlieben. Die einzelnen Aspekte der Verkörperung ergeben also einen Sinn. Vom Symbol lässt sich die Allegorie oft nur schwer abgrenzen. Das Symbol stellt jedoch tendenziell willkürliche Zusammenhänge her, worin sie sich von der Allegorie unterscheidet.

Beachte: Die Grenzen zwischen der Allegorie, dem Symbol und der Metapher können verschwimmen. Oft wird das Symbol als Synonym für die Allegorie verwendet. Eine eindeutige Abgrenzung ist demnach nicht immer vorzunehmen.

Transkript Allegorie

Hallo, ich bin Anna und ich wünsche dir viel Spaß mit diesem Video. In diesem Video geht es um ein sprachliches Stilmittel, die Allegorie. Du erfährst, was genau eine Allegorie ist, wie man sie verwendet, und warum man sie verwendet. Das Alles zeige ich dir an ganz verschiedenen Beispielen. Du solltest dich schon ein bisschen in Umgang mit Stilmitteln und rhetorischen Figuren im Allgemeinen auskennen. Wenn du dir unsicher bist, dann schau dir noch einmal das Überblicksvideo zu den Stilmitteln an. Beginnen wir mit einer Definition. Was ist überhaupt eine Allegorie? Wie gerade schon erwähnt, gehört die Allegorie zu den sprachlichen Stilmitteln. Wir finden Allegorien, wie die meisten rhetorischen Stilmittel, in der Lyrik oder in politischen Reden. Schon in der antiken Rhetorik befasste man sich mit solchen Allegorien. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass das Wort Allegorie aus dem griechischen kommt. Es bedeutet so viel wie andere oder bildliche Sprache. Genauer gesagt, wenn man eine Allegorie benutzt, dann setzt man eine Sache für eine andere Sache, meistens einen abstrakten Begriff den man meint, ein. Dieses Abstrakte, was man meint, wird als konkretes Bild dargestellt. Schauen wir uns das einmal an einigen Beispielen an. Man kann zum Beispiel als Allegorie den Begriff, also das Sinnbild des Sensenmannes benutzen, um den abstrakten Begriff Tod auszudrücken. Oder man erzählt von dem Gott Amor, meint damit aber die Liebe. Und oft wird die Göttin Justitia erwähnt, wenn man gerechtes Handeln ausdrücken möchte. Wie du siehst erscheint eine Allegorie oft als eine Art der Personifikation. Das heißt, eine Person tritt auf und steht aber für abstrakte Begriffe, wie Tugenden oder Gefühle. Der Leser oder Hörer einer Allegorie muss immer eine Art Gedankensprung machen, um sie zu verstehen. Das bedeutet, er muss in Gedanken das Gesagte mit der gemeinten Bedeutung verknüpfen. Er muss also vom Sensenmann zur Bedeutung Tod springen. Das kann er nur, wenn er die Verknüpfung bereits kennt. Sonst versteht er den Sinn der Allegorie nicht. Achtung, hier musst du aufpassen. Man kann die Allegorie leicht mit der Metapher oder mit dem Symbol verwechseln. Ähnliche sprachliche Stilmittel. Es handelt sich aber nicht um das gleiche. Alle drei Stilmittel gehören zu den Stilfiguren der Tropen. Tropen sind immer Worte oder Wendungen, die nicht im eigentlichen Sinn, sondern in einem übertragenen, bildlichen Sinn gebraucht werden. Sie verbildlichen also das Mitgeteilte mit einer Ersetzung durch einen anderen Begriff. Es gibt, grob gesagt, immer einen Unterschied zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten. Obwohl alle drei Stilmittel zu den Tropen gehören, gibt es aber Unterschiede zwischen diesen drei Stilmitteln. Schauen wir uns diese Unterschiede einmal an. In einer Metapher wird das eigentliche Wort, das gemeint ist, durch einen Ausdruck ersetzt. Es wird in einen anderen Bereich übertragen. Zum Beispiel benutzt man das Wort Baumkrone, wenn man die Spitze eines Baumes meint. Für die Spitze setzt man also Krone ein. Du merkst, dass hier zwischen der wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Verbindung besteht. Dadurch, dass man einen wie Vergleich benutzen kann. Man kann sagen, die Spitze des Baumes ist wie eine Krone. Das heißt, dass es eine Ähnlichkeit zwischen dem gesagten und dem Gemeinten gibt. Sodass man eine Metapher meistens auch verstehen kann, wenn man sie das erste Mal hört. Bei einer Allegorie wird ein konkreter Begriff, oder wie wir gesehen haben meist eine konkrete Person, aufgrund bestimmter Ähnlichkeiten für einen anderen abstrakten Begriff eingesetzt. Die Allegorie betrifft aber, im Unterschied zur Metapher, komplexere Sachverhalte oder Gedanken. Daher wird sie auch oft als ausgedehnte Metapher bezeichnet. Wenn ich den Sensenmann benutze um den Tod darzustellen, dann gibt es mehrere Ähnlichkeitsbeziehungen, also Verbindungen zwischen Gesagtem und Gemeintem. Zwar sind die Beziehungen zwischen Gesagtem und Gemeintem meistens in irgendeiner Weise vorgegeben und festgelegt, allerdings muss diese Verbindung bekannt sein. Wie eben schon erwähnt muss der Leser, oder Hörer wissen, dass der Sensenmann immer für den Tod steht. Von einem Symbol sprechen wir, wenn ein konkreter Gegenstand für etwas steht, weil er etwas repräsentiert. Es ist immer ein Zeichen, das stellvertretend für eine Sache, eine Idee, oder eine Handlung steht. Zum Beispiel steht das Zeichen Ring für Treue. Meistens gibt es keine Ähnlichkeiten, wie bei der Metapher oder der Allegorie, zwischen dem Gesagtem und Gemeinten. Und ein Zusammenhang ist nicht immer offensichtlich erkennbar. So ist ein Symbol immer nur den Menschen verständlich, die wissen was es bedeutet. Zurück zu Allegorie. Warum verwendet man sie überhaupt? Warum verpackt man eine Aussage in solche Sinnbilder und sagt nicht direkt was man meint. Kommen wir nun zur Wirkung und Funktion einer Allegorie. Eine Allegorie kann sowohl dazu dienen, das eigentlich gemeinte zu verschleiern und sozusagen zu verrästeln. Aber auch dazu, das Gemeinte zu veranschaulichen. Sodass der Leser oder Hörer sich mit, einem Bild vor Augen, Dinge besser vorstellen kann. In jedem Fall wird der Leser oder Hörer dazu angeregt über die Allegorie nachzudenken. So wird die Aufmerksamkeit auf das Gesagte gelenkt. Außerdem können abstrakte Begriffe kürzer und konkreter dargestellt werden. In Reden aus der Antike dienten sie auch dazu das Publikum zu unterhalten. So meinte Cicero, der berühmteste Redner Roms. Wenn du nun in Zukunft eine Allegorie erkennen möchtest, dann merke dir folgende Stichpunkte. Eine Allegorie gehört zu den sprachlichen Stilmitteln der Tropen. In einer Allegorie wird ein abstrakter Begriff mit einem konkreten Bild dargestellt. Oft einer Person in Form einer Personifikation. Die Allegorie wird auch als ausgedehnte Metapher bezeichnet, weil es mehrere Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten gibt. Das unterscheidet sie auch vom Symbol. Ein Beispiel für eine Allegorie ist der Sensenmann, der für den Tod steht. Durch eine Allegorie wird das Gesagte veranschaulicht und die Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Abstrakte Begriffe können so einfacher dargestellt werden und der Leser oder Hörer kann sich das Gemeinte besser vorstellen. Ich hoffe du hast alles verstanden und bis zum nächsten Mal.

2 Kommentare

2 Kommentare
  1. Ja das geht mir genau so

    Von Janniknoah07, vor 8 Monaten
  2. Danke für das Video!
    Es ist total gut und ich schreibe warscheinlich bald eine Arbeit darüber, fühle mich sehr gut und verstehe alles viel besser.

    Von Merle Kulka, vor 11 Monaten

Allegorie Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Allegorie kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib eine kurze Definition für die Allegorie an.

    Tipps

    Der französische Künstler Eugène Delacroix benutzte in seinem Gemälde Die Freiheit führt das Volk (1830) eine Allegorie als Darstellung der Freiheit.

    Lösung

    Die Allegorie ist ein besonderes Stilmittel. Es ist sehr alt, denn schon in der Antike wurden sie benutzt, um komplexe, abstrakte Ideen darzustellen. Allgemein ist eine Allegorie eine Abfolge von Metaphern bzw. eine Metapher, die über ein einzelnes Wort hinausgeht. Oft tritt sie aber auch in Form einer Personifikation auf. Das heißt, dass ein abstrakter Gedanken in Form einer Person dargestellt wird, z. B. die Gerechtigkeit in Form der Person Justitia. Die Allegorie besitzt mehrere Ähnlichkeiten zum abstrakten Gedanken, z. B. hat Justitia eine Waage in der Hand und die Augen verbunden. Sie bestimmt also darüber, wer Recht hat und sie bestimmt fair, weil sie nicht sieht, um wen es sich handelt.

    Die griechischen Mythen- und Göttergestalten wie Mars, Zeus oder Athene werden z.T. als Allegorie benutzt, wenn sie in einem Text nur eine bestimmte Idee repräsentieren und nicht als Figur einer komplexeren Geschichte auftreten.

    Die Allegorie ist also eine besondere Form der Personifikation und gehört gleichzeitig zu den Tropen, also den Stilmittel der Wortfiguren. Bei den Tropen wird ein Wort durch ein anderes ersetzt (z. B. Tod durch Sensenmann). Man muss die Bedeutung als Leser zurück übertragen, um den eigentlichen Sinn zu entschlüsseln. Der Leser muss die Verbindung vorher schon einmal gehört haben und kennen, um die Allegorie zu verstehen.

  • Beschreibe die Wirkung der Allegorie anhand einiger Punkte.

    Tipps

    Welche Wirkung hat es, wenn man eine Idee durch ein Bild darstellt? Wird die Idee anschaulicher oder abstrakter?

    Lösung

    Jedes Stilmittel wird verwendet, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, denn mit Sprache verfolgt jeder Redner eine bestimmte Intention. Die Wirkungen der Allegorie können folgende sein:

    • Durch das Bild veranschaulicht man einen abstrakten Gedanken; man macht ihn begreifbarer, griffiger.
    • Das Bild lenkt die Aufmerksamkeit auf den Gedanken und regt an, über die Parallelen zwischen Bild und Gedanken nachzudenken und bestimmte Analogien zu entdecken, ja sogar, diese Analogien eventuell weiter zu denken.
    • Durch die Allegorie wird der Gedanke kürzer, konkreter und prägnanter.
    • In der Antike diente die Verkörperung eines abstrakten Gedankens im Theater dazu, die Menschen zu unterhalten und zu belehren.
  • Ordne die Beispiele den Stilmitteln der Allegorie, Metapher, Personifikation oder des Symbols zu.

    Tipps

    Das Symbol ersetzt einen abstrakten Gedanken durch ein Objekt.

    Die Allegorie ist eine besondere Form der Personifikation. Ein meist abstrakter Gedanke wird verbildlicht und bekommt eine menschliche Form.

    Lösung

    Metapher, Symbol, Personifikation und Allegorie sind eng verwandt. Sie gehören alle zu den Stilmitteln der Tropen. Bei den Tropen wird ein Begriff durch einen oder mehrere andere Begriffe ersetzt. Das eigentlich Gemeinte muss entschlüsselt werden, indem der verwendete Begriff in Bezug zum Kontext oder zu seiner symbolischen oder allegorischen Bedeutung verstanden wird.

    • Die Metapher beruht auf einer Ähnlichkeit zwischen Gesagtem und Gemeintem. So ist eine Baumkrone die Spitze des Baumes, genau wie eine Krone oben auf dem Kopf sitzt. Eine Warteschlange ist eine Reihe von Wartenden in Form einer Schlange etc..
    • Die Personifikation ist eine besondere Form der Metapher. Sie vermenschlicht ein Objekt, um eine Ähnlichkeit zwischen unbelebten Dingen und belebten Personen herzustellen. Dem Objekt wird eine Eigenschaft angedichtet, die eigentlich nur Menschen zusteht, z. B. die Zeit rennt (rennen können eigentlich nur belebte Wesen), Mutter Natur (die Natur gibt immer wieder neues Leben, wie eine Mutter; hier handelt es sich nicht um eine Allegorie, weil die Mutter Natur nicht als Person auftritt) oder die lachende Sonne (die Sonne bewirkt Freude und Lachen bei den Menschen und wird daher selbst als lachend bezeichnet).
    • Das Symbol ersetzt einen meist abstrakten Gedanken durch ein Objekt. Diese Verbindung beruht nicht auf Ähnlichkeit, der Gegenstand und seine symbolische Bedeutung müssen bekannt sein. Das Herz ist ein Symbol für Liebe, die Krone für Macht.
    • Die Allegorie schließlich ist eine besondere Form der Personifikation. Ein meist abstrakter Gedanke wird verbildlicht und bekommt eine menschliche Form. Zwischen Bild und Gedanken gibt es mehrere Ähnlichkeiten. Dionysos ist der griechische Gott des Weines und wird oftmals allegorisch für die Darstellung von Lust und Ekstase verwendet. Justitia steht für die Gerechtigkeit und Fortuna für das Schicksal (Schicksalsgöttin mit Füllhorn).
  • Analysiere den Text auf vorkommende Metaphern, Symbole, Vergleiche und Allegorien.

    Tipps

    Allegorien repräsentieren abstrakte Gedanken in Form von Personen.

    Lösung

    Die vier angegebenen Stilmittel sind nicht leicht auseinander zu halten. Fangen wir mit dem leichtesten an:

    • Der Vergleich hat fast immer eine Vergleichspartikel z. B. wie, als ob, so. Die anderen Stilmittel sind Übertragungen, bei denen die Vergleichspartikel weggelassen wurde. Ein Vergleich ist: wie das Rote Meer.
    • Allegorien erkennt man als abstrakte Gedanken in Form von menschlichen Figuren. Zeus und Hades sind zwei Götter, die die Macht und den Tod darstellen.
    • Symbole haben wir hier in Form der Blitze und des Lorbeers. Hätten wir kein Vorwissen, wüssten wir nicht, wofür diese Symbole stünden, denn sie haben mit dem von ihnen ausgedrückten Gedanken keine Ähnlichkeit. Blitz bedeutet Macht und Lorbeer steht für den Sieg.
    • Metaphern sind manchmal am schwierigsten zu erkennen, da wir sie andauernd verwenden. Zwei Dinge werden über Ähnlichkeit in Verbindung gesetzt. Das Meer an Dienern soll bedeuten, dass die Anzahl der Diener so zahlreich war wie das Wasser im Meer. Der Gipfel des Glücks ist ein Sonderfall, denn Gipfel kann hier sowohl wörtlich als auch metaphorisch gemeint sein: Vom Gipfel des Götterbergs oder vom Höhepunkt seines Glücks geworfen.
  • Unterscheide die Stilfiguren Allegorie, Metapher und Symbol voneinander.

    Tipps

    Der Ring ist ein Symbol für Einheit.

    Der Sensenmann ist eine Allegorie für den Tod.

    Achill ist ein Löwe im Kampf. ist eine Metapher dafür, dass Achill mutig kämpft.

    Lösung

    Die drei Stilmittel Allegorie, Metapher und Symbol gehören zu den Stilmitteln der Tropen. Bei den Tropen wird ein Wort durch ein anderes ersetzt. Wie das passiert, ist bei jedem Stilmittel unterschiedlich.

    1. Die Metapher entsteht durch Ähnlichkeit. Ein Wort wird durch ein anderes ersetzt, das ein spezielles Charakteristikum mit dem eigentlichen Wort teilt. Die Verbindung muss nicht konventionell sein, denn der Leser kann allein durch die Ähnlichkeit die Verbindung entschlüsseln.
    2. Das Symbol ersetzt einen abstrakten Gedanken mit einem konkreten, materiellen Gegenstand. Objekt und Gemeintes haben dabei meist keine Ähnlichkeit, sondern sind durch konventionelle Verwendung entstanden.
    3. Die Allegorie ersetzt oftmals einen abstrakten Gedanken mit einem menschlichen Bild. Das Bild und der Gedanke haben dabei nicht nur ein, sondern meist mehrere Parallelen, Analogien oder Ähnlichkeiten. Aufgrund der spezifisch menschlichen Form und der Figur der Verbildlichung muss die Bild-Gedanken-Verbindung bekannt sein.
  • Bestimme einige bekannte Allegorien.

    Tipps

    Die Götter hatten Sisyphos verurteilt, unablässig einen Felsblock einen Berg hinaufzutragen, von dessen Gipfel der Stein immer wieder hinunterrollte.

    Lösung

    Die Allegorie ist eine bestimmte Art von Personifikation. Während die Personifikation einem Objekt eine menschliche Eigenschaft zuspricht, erscheint bei der Allegorie ein abstrakter Gedanke ganz als menschliche Person, und zwar aufgrund mehrerer Ähnlichkeiten zwischen Gedanken und Bild.

    • Die Allegorie der Justitia z. B. stellt mehrere Merkmale der Gerechtigkeit dar: Sie hat verbundene Augen, um nicht auf das Äußere, sondern nur auf das Innere der Angeklagten zu sehen; sie trägt eine Waage, um die Taten und Handlungen der Menschen zu wiegen.
    • Die Allegorie der Freiheit ist eine Darstellung der französischen Revolution. In der rechten Hand erhebt die Frau die französische Flagge, die als Symbol für Frankreich zu deuten ist. Die nackten Brüste stellen Schönheit, aber auch Freizügigkeit dar. Das Bajonett verdeutlicht den Kampf der Revolutionäre, wie sie auf die Barrikaden stürmen.
    • Sisyphos, der auf ewig einen Stein auf einen Berg hochrollen muss, der oben angekommen wieder herunterrollt, steht für den absurden Zustand, dass die Menschen nie an ein sinnvolles Ende ihrer Arbeit kommen.
    • Hades steht für das Jenseits und Tod, Mars für den Krieg.
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